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Das sind die Vorteile von IOTA gegenüber Blockchain

Ist IOTA besser als Blockchain?
Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Block­chain oder IOTA, was ist die bes­se­re Tech­no­lo­gie? Die­se Fra­ge stellt sich zur Zeit der inter­na­tio­na­len Indus­trie. Die Block­chain ist den meis­ten mitt­ler­wei­le durch Kryp­towäh­run­gen wie Bit­coin ein Begriff. Bei der neu­en IOTA-Tech­no­lo­gie wis­sen vie­le noch nicht, was sich wirk­lich hin­ter der Inno­va­ti­on ver­birgt und wo die Vor­tei­le lie­gen. Kurz vor der Han­no­ver Mes­se Indus­trie 2018 beant­wor­tet Ihnen IOTA-Exper­te Udo Würtz, Fuji­tsu Dis­tin­guis­hed Engi­neer, Busi­ness Deve­lop­ment Direc­tor EMEIA und Chief Evan­ge­list Data Cen­ter Busi­ness EMEIA bei Fuji­tsu die wich­tigs­ten Fra­gen zum The­ma IOTA. Wenn Sie IOTA live erle­ben wol­len, schau­en Sie sich unse­ren ein­zig­ar­ti­gen Show Case auf der Han­no­ver Mes­se Indus­trie, Hal­le 7 – Stand E16, an. 

IOTA ist aktuell ein heiß gehandeltes Thema in der internationalen Industrie. Was ist IOTA überhaupt?

IOTA ist eine Tech­no­lo­gie, die im Gegen­satz zur Block­chain auf der Tang­le basiert. Die Block­chain bil­det Trans­ak­tio­nen in einer Ket­te ab und IOTA nutzt dafür ein gan­zes Netz­werk – die Tang­le. Alle Trans­ak­tio­nen sind in der Tang­le mit­ein­an­der ver­knüpft. Das birgt vie­le Vor­tei­le und erwei­tert den Anwen­dungs­spiel­raum der Tech­no­lo­gie erheb­lich. Vie­le Kun­den fra­gen uns zunächst nach einer Block­chain Lösung, stel­len dann aber fest, dass IOTA viel bes­ser zu ihren Anfor­de­run­gen passt. Das trifft umso mehr zu, wenn es um indus­tri­el­le Grö­ßen­ord­nun­gen geht.

Was sind denn die Vorteile von IOTA gegenüber der Blockchain?

Da gibt es eine gan­ze Rei­he von Fak­to­ren, die IOTA inter­es­sant machen. Zusam­men­ge­fasst sind es 5 Berei­che, in denen IOTA die Block­chain klar schlägt:

  1. Die Trans­ak­ti­ons­ra­te
  2. Die Ska­lier­bar­keit
  3. Die Rea­li­sier­bar­keit von Micro­pay­ments
  4. Die Effi­zi­enz
  5. Die nach­weis­ba­re Mani­pu­la­ti­ons­si­cher­heit

Die Transaktionsrate

Ein Pro­blem der Block­chain, so wie sie ori­gi­när für Bit­coin ent­wi­ckelt wur­de, ist ein­mal die sehr nied­ri­ge Trans­ak­ti­ons­ra­te. Wenn man die Sicher­heits­vor­keh­run­gen so hoch­treibt, wie es bei­spiels­wei­se bei der Bit­coin-Appli­ka­ti­on not­wen­dig ist, lie­gen die Trans­ak­ti­ons­ra­ten der Block­chain im nied­ri­gen zwei­stel­li­gen Bereich. Für vie­le Anwen­dun­gen reicht das ein­fach nicht aus.

Bei IOTA ist es genau umge­kehrt: Die Trans­ak­ti­ons­ra­te steigt extrem an, je mehr Anwen­der die­ses Sys­tem nut­zen. Außer­dem ist die Zeit bis zur Bestä­ti­gung der jewei­li­gen Trans­ak­ti­on bei IOTA viel gerin­ger. Bei Block­chain gibt es den Kon­sen­sus, das heißt, alle müs­sen den glei­chen Stand haben und das wie­der­um ist bei IOTA so nicht der Fall. Der Kon­sen­sus kos­tet ent­schei­dend viel Zeit.

Die Skalierbarkeit

Mit stei­gen­der Trans­ak­ti­ons­ra­te steigt auch die Ska­lier­bar­keit. Bei IOTA ska­liert das Sys­tem immer wei­ter: Je mehr Teil­neh­mer und Trans­ak­tio­nen das Sys­tem hat, des­to schnel­ler wird es. Und noch wich­ti­ger: Die Latenz, also die Zeit zwi­schen dem Stel­len einer Trans­ak­ti­on und der Vali­die­rung, geht im Grun­de gegen 0, sobald man eine gewis­se Grö­ßen­ord­nung erreicht hat.
IOTA übertrumpft Blockchain in der Skalierbarkeit.

Micropayments

Wenn man es als Zah­lungs­sys­tem sieht, ist IOTA eine ech­te Micro­pay­ment-Wäh­rung. In der Regel spricht man bei IOTA immer von Mega IOTA, also 1.000.000 IOTAs. In Euro umge­rech­net ent­spricht dem­nach 1 IOTA bei einem ange­nom­men Kurs von 2 Euro etwa 0,000002 Euro. Selbst bei einem absurd hohen Kurs von ange­nom­me­nen 20.000 Euro wären es nur 0,02 Euro. Das macht es so inter­es­sant: Die nied­ri­ge Latenz gepaart mit der Mög­lich­keit auch Kleinst­be­trä­ge trans­ak­ti­ons­frei zu zah­len.

In der Block­chain, mit bei­spiels­wei­se der Anwen­dung Bit­coin als Zah­lungs­sys­tem, gibt es das Pro­blem der Mining­pro­zes­se. Das sind ver­ein­fach gesagt im Grun­de exter­ne Rechen­zen­tren, wel­che neue Blö­cke gene­rie­ren und anste­hen­de Trans­ak­tio­nen ein­fü­gen. Dafür bekom­men die­se einen soge­nann­ten „Finan­ci­al Reward”, bei­spiels­wei­se die vom Absen­der der Trans­ak­ti­on fest­ge­leg­te Trans­ak­ti­ons­ge­bühr. Je höher die­se ist, umso attrak­ti­ver ist die Bear­bei­tung der Trans­ak­ti­on für den soge­nann­ten Miner und umge­kehrt. Dadurch wer­den letzt­lich kleins­te Zah­lungs­be­trä­ge durch hohe Trans­ak­ti­ons­ge­büh­ren unmög­lich gemacht. Das ent­fällt bei IOTA kom­plett: Jeder ist Teil des Net­zes und man vali­diert ande­re auto­ma­tisch mit. So ist es mög­lich, auch Kleinst­be­trä­ge abzu­wi­ckeln.IOTA ist optimal für Micropayments geeignet.

Die Effizienz

Das Pro­blem der Kun­den mit Block­chain ist, dass die Tech­no­lo­gie auf­wen­dig ist, was die Com­pu­ting Power und damit ein­her­ge­hend die Sicher­heits­ge­währ­leis­tung angeht. Wenn man die Block­chain Tech­no­lo­gie im eige­nen Haus ein­set­zen möch­te, wird es schwer bis unmög­lich, das Kon­zept der Miner, was bei­spiels­wei­se für Bit­coin eine extre­me Sicher­heit gewähr­leis­tet, in glei­chem Maße abzu­bil­den.

Da braucht es kon­zep­tio­nell immer mehr Rechen­leis­tung. Der Strom­ver­brauch für das Bit­coin Mining liegt momen­tan beim Gesamt­jah­res­strom­ver­brauch für Argen­ti­ni­en – das ist unglaub­lich. Und das ist für Unter­neh­men so nicht abbild­bar. IOTA ist da deut­lich smar­ter, weil man die gan­zen Mining­pro­zes­se nicht braucht

Die Sicherheit

Wenn man Block­chain nut­zen möch­te, hat man somit immer fol­gen­des Pro­blem: Man kann die Block­chain nur wirt­schaft­lich und mit hoher Trans­ak­ti­ons­ra­te ein­set­zen, wenn man die Secu­ri­ty ver­nach­läs­sigt – sprich: die Rechen­leis­tung „run­ter schraubt“. Wenn man also die Sicher­heit run­ter­schraubt, um die Trans­ak­ti­ons­ra­te hoch­zu­schrau­ben, ist die Block­chain modi­fi­zier­bar. So kann man nicht nach­wei­sen, dass Daten nicht mani­pu­liert wor­den sein kön­nen. Im Grun­de ist die Metho­de nur dazu geeig­net, eine Mani­pu­la­ti­on von außen zu ver­hin­dern – also dem Unter­neh­men die Gewiss­heit zu geben, dass ande­re die inter­nen Daten nicht ver­än­dern kön­nen, da sie kei­nen phy­si­schen Zugriff auf die eigent­li­chen Sys­te­me haben. Der Besit­zer der Block­chain kann sie jedoch theo­re­tisch mit neu­en Daten neu berech­nen und somit mani­pu­lie­ren. Das ist ein Dilem­ma für Unter­neh­men, wel­che die Block­chain für extern audi­tier­ba­re Anwen­dun­gen inte­grie­ren wol­len und die abso­lu­te Unver­än­der­lich­keit der Daten nach­wei­sen müs­sen.

Heißt das, die Blockchain-Technologie ist gar nicht so sicher, wie alle denken?

Sie ist zumin­dest nicht für jeden Fall geeig­net, in dem Mani­pu­la­tio­nen aus­ge­schlos­sen sein müs­sen. Ich kann zwar ver­hin­dern, dass jemand Exter­nes mei­ne Block­chain mani­pu­liert, kann aber selbst nicht bewei­sen, dass ich nichts mani­pu­liert habe. Wenn mein Sys­tem aus irgend­ei­nem Grund geprüft wird, habe ich somit kei­ne rechts­si­che­re Beweis­kraft.

In der Zukunft könn­te IOTA Unter­neh­men hel­fen, Ihre Daten zu veri­fi­zie­ren. Am ein­fachs­ten wäre es, wenn ein Unter­neh­men mit gro­ßer Rechen­leis­tung, wie bei­spiels­wei­se Fuji­tsu, als Trusted Instan­ce fun­giert. Die Trusted Instan­ce hält eine Kopie der Block­chain des jewei­li­gen Unter­neh­mens und bekommt von die­sem ein­ma­lig die Basis Block­chain gestellt – den soge­nann­ten Gene­sis-Block. Alle Trans­ak­tio­nen fin­den dann sowohl in der Unter­neh­mens Block­chain als auch in der Block­chain der Trusted Instan­ce, also bei Fuji­tsu, statt. Bei einer Über­prü­fung, muss der Audi­tor nur die bei­den Block­chains mit­ein­an­der ver­glei­chen. Sind bei­de Trans­ak­ti­ons­his­to­ri­en gleich, hat kei­ne Mani­pu­la­ti­on statt­ge­fun­den.

Ein ganz wich­ti­ger Aspekt dabei: Stich­wort Digi­ta­li­sie­rung. Neue Tech­no­lo­gi­en wer­den für neue Anwen­dungs­fäl­le kon­zi­piert, bei denen das Unter­neh­men selbst kei­ne ver­bind­li­che Aus­sa­ge über das zu erwar­ten­de Trans­ak­ti­ons­vo­lu­men machen kann. Und wie soll man da eine Dienst­leis­tung und deren Ver­gü­tung defi­nie­ren, bezie­hungs­wei­se abrech­nen?

IOTA hilft bei der prak­ti­schen Umset­zung einer sol­chen Zusam­men­ar­beit. Da die Latenz bei IOTA so nied­rig ist, kann jede ein­zel­ne Trans­ak­ti­on auto­ma­tisch mit bei­spiels­wei­se einem IOTA bezahlt wer­den.

Könnte IOTA also zukünftig das Rechnungswesen ersetzen?

In vie­len Fäl­len abso­lut. Das Bei­spiel der Trusted Instan­ce-Bezah­lung macht das deut­lich: Im Grun­de ent­fällt da das kom­plet­te Rech­nungs­we­sen, denn die Zah­lung erfolgt sofort. Der Vor­gang wür­de dann auto­ma­tisch an ein Fuji­tsu Clea­ring Cen­ter gehen. Das wie­der­um könn­te den ande­ren Sys­te­men sagen, dass die Trans­ak­ti­on schon bezahlt wur­de und damit vali­de ist. Es gibt kein Rech­nungs­we­sen, kei­ne Rech­nungs­stel­lung und kein Mahn­we­sen. Das braucht man alles nicht, denn das Geld ist ein­fach da.

Was macht IOTA für die Industrie so interessant?

Es ist die Kom­bi­na­ti­on aus den oben genann­ten 5 größ­ten Vor­tei­len von IOTA. Zudem ist IOTA ja wesent­lich mehr als ein Bezahl­sys­tem. Unter­neh­men kön­nen die Tang­le-Tech­no­lo­gie adap­tie­ren, damit ihre IoT Anwen­dungs­fäl­le unter­stüt­zen, natür­lich auch Bezahl­vor­gän­ge inte­grie­ren, alle Trans­ak­tio­nen gleich­zei­tig rechts­si­cher doku­men­tie­ren und vie­les mehr. Es geht nicht nur dar­um, dass ein Robo­ter einem ande­ren Robo­ter bestimm­te Leis­tun­gen über IOTA bezahlt. Das Sys­tem steu­ert auch bei Bedarf den Robo­ter simul­tan. Es sagt ihm: Dreh dich jetzt nach rechts, hol die­ses Paket und emp­fan­ge und bezah­le ein neu­es Firm­ware-Update heu­te Nacht um 2 Uhr. Zudem kön­nen Unter­neh­men all Ihre Pro­duk­te auf der Basis von IOTA mit­ein­an­der ver­bin­den und steu­ern, ein The­ma für die Indus­trie 4.0. Das ist eine ech­te Alter­na­ti­ve zu Cloud-Lösun­gen. Dazu steht unter IOTA bei­spiels­wei­se das soge­nann­te Mas­ked Authen­ti­ca­ted Messa­ging (MAM) zur Ver­fü­gung. MAM erlaubt bei­spiels­wei­se einen ver­schlüs­sel­ten Daten­strom aus­zu­sen­den und dar­auf zuzu­grei­fen. Zudem gewähr­leis­tet MAM Inte­gri­tät, Daten­schutz und Daten­zu­griffs­ma­nage­ment. Auf­grund die­ser Eigen­schaf­ten ist es einer der Trei­ber für die IOTA-Adop­ti­on durch die Indus­trie.

IOTA lässt sich vielfältig einsetzen.Wie stellst du dir unsere Zukunft mit IOTA vor?

Ich kann mir vor­stel­len, dass Micro­pay­ments uns unse­ren All­tag erleich­tern. Bei­spiels­wei­se ste­hen wir viel­leicht schon bald mit unse­rem Auto an der Ampel und laden induk­tiv die Ener­gie neu auf, was über IOTA auto­ma­tisch und ad hoc bezahlt wird. Gene­rell wird die inte­grier­te IoT Kom­mu­ni­ka­ti­on wei­ter zuneh­men und es wird span­nend sein, zu sehen, was die IOTA Tech­no­lo­gie uns noch alles ermög­licht.

Vielen Dank für das Interview, Udo!

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