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Die Finanzbranche 2020: Rückblick auf ein turbulentes Jahr – und ein Blick in die Zukunft

Die Finanzbranche 2020: Rückblick auf ein turbulentes Jahr – und ein Blick in die Zukunft
Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Die Covid-19 Pan­de­mie zählt zu den größ­ten Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Genera­ti­on. Nie zuvor wur­de unser All­tag in allen Pro­zes­sen und Struk­tu­ren, sowohl im Pri­vat- als auch im Arbeits­le­ben, in so kur­zer Zeit so sehr auf den Kopf gestellt. Doch die damit ver­bun­de­ne „erzwun­ge­ne” Beschleu­ni­gung der Digi­ta­li­sie­rung hat Unter­neh­men und ihren Beschäf­tig­ten auch neue Mög­lich­kei­ten eröff­net und vie­les grund­le­gend ver­än­dert. Wir spü­ren die Aus­wir­kun­gen in allen Berei­chen unse­res Lebens – vom mobi­len Arbei­ten über die Gesund­heits­für­sor­ge bis hin zu Lebens­mit­tel­ver­sor­gung und Trans­port. Natür­lich hat sich das auch auf die Finanz­in­dus­trie aus­ge­wirkt. In wel­chem Maße das pas­siert ist, beleuch­ten wir im heu­ti­gen Bei­trag. Außer­dem wagen wir einen Aus­blick, was 2021 für Ban­ken und Ver­si­che­run­gen bereit­hal­ten könnte.

Rückblick auf ein turbulentes Jahr

Zum Start des Jah­res 2020 waren die Finanz­in­sti­tu­te von der Aus­sicht auf ein neu­es Jahr­zehnt begeis­tert: Digi­ta­le Zah­lungs­diens­te wer­den all­ge­gen­wär­tig. Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­ons­pro­jek­te zur Rea­li­tät. Die Gren­zen des Mög­li­chen sol­len durch 5G und ande­re Tech­no­lo­gien ver­scho­ben wer­den. Doch durch die Pan­de­mie stan­den dann plötz­lich erst ein­mal ande­re The­men im Vor­der­grund. Plä­ne muss­ten dras­tisch geän­dert wer­den. Covid-19 hat einen neu­en Ansatz erzwun­gen – einen, bei dem die Sicher­heit an ers­ter Stel­le steht.

Lock­down und Kon­takt­be­schrän­kun­gen haben dazu geführt, dass sich die Gewohn­hei­ten der Verbraucher*innen ver­än­dert und ins Digi­ta­le ver­la­gert haben. Die Digi­ta­li­sie­rung wur­de noch dring­li­cher, muss­te beschleu­nigt wer­den und zwang die tra­di­tio­nel­len Finanz­in­sti­tu­te zum Wan­del. Über Nacht konn­ten die Mitarbeiter*innen ihre Büros nicht mehr betre­ten und Filia­len wur­den vor­über­ge­hend geschlos­sen. Daher muss­ten Ban­ken und Ver­si­che­run­gen die von ihnen ange­bo­te­nen Online-Dienst­leis­tun­gen über­den­ken und sich schnell und effi­zi­ent an die neue Situa­ti­on anpas­sen. Das stell­te vie­le vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen, die jedoch oft gemeis­tert wurden.

Bestehendes überdenken

Neben die­sen Her­aus­for­de­run­gen hat die Coro­na-Pan­de­mie aber auch neue Per­spek­ti­ven mit sich gebracht. Und sie bie­tet einen guten Anlass, um über das Wich­tigs­te nach­zu­den­ken: Das „New Nor­mal” nach Covid-19, mit einem zweck­ge­bun­de­nen Bank­we­sen, einer grü­nen Wirt­schaft und neu­en Zah­lungs­me­tho­den wie „Jetzt kau­fen, spä­ter zahlen”.

Neben der „Rol­le als Geld­in­sti­tut” hat jede Bank und Spar­kas­se auch eine Ver­ant­wor­tung in der Gesell­schaft zu erfül­len. So wie jedes Indi­vi­du­um einen Teil für die Gemein­schaft leis­ten will, ste­hen für Finanz­dienst­leis­ter die Unter­stüt­zung der Wirt­schaft, ein posi­ti­ver Bei­trag zur Gesell­schaft und das Wohl­be­fin­den der Mitarbeiter*innen im Mittelpunkt.

Wir bei Fuji­tsu sind Ban­ken und Ver­si­che­run­gen dabei ein star­ker Part­ner – und unter­stüt­zen sie dabei, ihre Her­aus­for­de­run­gen anzu­ge­hen und neue, inno­va­ti­ve Wege zu beschrei­ten. Das kann hei­ßen, Prin­zi­pi­en und Regeln im (Geschäfts-)Alltag zu über­den­ken und an Situa­tio­nen anzu­pas­sen. Im Fokus von Ban­ken und Ver­si­che­run­gen ste­hen oft aber auch die (neu­en) Bedürf­nis­se ihrer Kund*innen sowie das Ziel, deren Kun­den­er­leb­nis zu opti­mie­ren und der Anspruch, die Arbeits­welt der eige­nen Mitarbeiter*innen zukunfts­ori­en­tiert zu gestalten.

KI, Automatisierung und Quantentechnologie als Antwort auf neue Anforderungen

Finanz­dienst­leis­ter ste­hen nach wie vor unter einem hohen Ren­ta­bi­li­täts- und Pro­fi­ta­bi­li­täts­druck und müs­sen sich mit rasch ver­än­dern­den Kun­den­an­for­de­run­gen, einer hohen Wech­sel­be­reit­schaft und der ver­stärk­ten Nach­fra­ge nach neu­en, digi­ta­len Ser­vices aus­ein­an­der­set­zen. Hin­zu kommt der Kun­den­kon­takt außer­halb der übli­chen Büro­zei­ten und eine per­sön­li­che Bera­tung bei kom­pli­zier­te­ren Fällen.

Um die­sen Spa­gat zwi­schen mehr Effi­zi­enz einer­seits und neu­en Anfor­de­run­gen ande­rer­seits zu bewäl­ti­gen, set­zen vie­le Finanz­dienst­leis­ter auf moder­ne Tech­no­lo­gien. Um effi­zi­en­ter agie­ren zu kön­nen, ist der Ein­satz von Künst­li­cher Intel­li­genz (KI) und Robo­tic Pro­cess Auto­ma­ti­on (RPA) ein wich­ti­ger Fak­tor. KI unter­stützt dabei, Pro­zes­se zu beschleu­ni­gen und indi­vi­du­ell auf den Kun­den abge­stimm­te Ange­bo­te zu erken­nen und zu gene­rie­ren. Dar­über hin­aus kön­nen KI-gestütz­te Tech­no­lo­gien auch bei der Struk­tu­rie­rung und Ana­ly­se von Daten effi­zi­ent unter­stüt­zen, indem sie bei­spiel­wei­se bei Ver­trags­ab­schlüs­sen auto­ma­tisch noch feh­len­de Daten her­aus­fil­tern und die­se beim Kun­den anfra­gen. Quan­tum-inspi­red Opti­miz­a­ti­on Ser­vices kön­nen Risi­ko­ab­schät­zun­gen deut­lich ver­bes­sern, da sie in kur­zer Zeit eine Viel­zahl von Daten und Abhän­gig­kei­ten mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren kön­nen, bei denen nor­ma­le Rech­ner­ar­chi­tek­tu­ren an ihre Gren­ze kommen.

Digitale Transformation durch Cloud-Technologien

Auch Cloud-Tech­no­lo­gien sind von ent­schei­den­der Bedeu­tung, wenn es dar­um geht, auf das gestei­ger­te Tem­po im Finanz­be­reich zu reagie­ren. Bei den meis­ten Finanz­dienst­leis­tern steht die Cloud daher ganz oben auf der Tages­ord­nung. Die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on bie­tet aber auch neue Angriffs­flä­chen für den Dieb­stahl sen­si­bler Daten und ver­än­dert die Art und Wei­se, wie Angrei­fer Unter­neh­men atta­ckie­ren. Des­halb wird der Schutz der Daten immer wichtiger.

Ins­ge­samt lässt sich erken­nen, dass die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on bei Ban­ken und Ver­si­che­run­gen in vie­len Fäl­len wei­ter vor­an­ge­schrit­ten ist, als es Pro­gno­sen ver­mu­ten lie­ßen. Durch die Pan­de­mie wur­de die Ein­füh­rung von Cloud-Tech­no­lo­gien im Finanz­we­sen deut­lich beschleunigt.

Was 2021 bereithalten könnte

Der Jah­res­an­fang ist tra­di­tio­nell eine Zeit für einen Blick in die Zukunft. In die­sem Jahr könn­te die­ser nicht ganz ein­fach sein. Noch weiß nie­mand, wie sich die Covid-19 Pan­de­mie wei­ter ent­wi­ckelt – und wohin die Rei­se geht. Den­noch haben alle die Hoff­nung, dass das Jahr 2021 weni­ger tur­bu­lent wird als das vergangene.

Fest steht: Die Coro­na-Kri­se hat die Ban­ken kurz­zei­tig revi­ta­li­siert. Ban­ken (und Spar­kas­sen) wur­den plötz­lich wie­der gebraucht, als die KfW-Pro­gram­me (fast) risi­ko­lo­se Erträ­ge ver­spra­chen. Man­che Bank (und Spar­kas­se) mit vor­über­ge­hend geschlos­se­nen Filia­len hat­te plötz­lich mehr Geschäft gemacht als vor­her mit geöff­ne­ten. Auch die Kre­dit­aus­fäl­le blie­ben ver­gleichs­wei­se über­schau­bar. Das lag aber eher an den staat­li­chen Über­brü­ckungs­hil­fen und an der Aus­set­zung der Insol­venz­an­trags­pflicht als an der wirt­schaft­li­chen Erho­lung. Doch wie wird sich das im neu­en Jahr weiterentwickeln?

Felix Hufeld, Prä­si­dent der Bun­des­an­stalt für Finanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht, warnt in Bezug auf dro­hen­de Kre­dit­aus­fäl­le inzwi­schen gleich vor „meh­re­ren Wel­len”. EZB-Ban­ken­chef­auf­se­her Andrea Enria sieht beson­ders klei­ne­re Insti­tu­te als gefähr­det. Und eine aktu­el­le ZEW-Umfra­ge kommt zu dem Ergeb­nis, dass die Coro­na-Aus­fäl­le vor allem Spar­kas­sen und Volks­ban­ken tref­fen wer­den. Das kom­men­de Jahr wird also span­nend bleiben.

Mit „Digital Banking“ zuversichtlich in die Zukunft sehen

Zu Beginn der Coro­na-Pan­de­mie ver­stärk­ten die meis­ten Finanz­in­sti­tu­te den Aus­bau ihrer digi­ta­len Fähig­kei­ten, um es den Verbraucher*innen zu ermög­li­chen, Bank­ge­schäf­te auch ohne Filia­len zu täti­gen. Jetzt ist es an der Zeit, die Defi­ni­ti­on von „Digi­tal Ban­king” erneut zu über­den­ken, indem Daten, Tech­no­lo­gien, Inno­va­tio­nen und Men­schen ver­bun­den wer­den, um das Kun­den­er­leb­nis zu ver­bes­sern. Für das neue Jahr gilt es, die rich­ti­gen Prio­ri­tä­ten zu set­zen. Die Fähig­keit, sich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und schnel­le, gut infor­mier­te Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, wird wei­ter­hin der Schlüs­sel zum Erfolg sein.

Was wir jetzt schon mit Sicher­heit vor­aus­sa­gen kön­nen: Es bleibt span­nend – und wir ste­hen dabei ger­ne an Ihrer Sei­te, zum Bei­spiel mit unse­ren Finan­cial Ser­vices. Wir möch­ten Sie eben­falls herz­lich zu unse­rer Lin­kedIn-Grup­pe „Digi­tal Finan­ce Insights” ein­la­den. Tau­schen Sie sich mit uns und wei­te­ren Expert*innen für die Finanz­bran­che über die The­men aus, die Sie bewe­gen. Wir freu­en uns auf Sie!

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