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Digitalisierung im Handel neu gestalten

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Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Vor einem Jahr waren wir uns noch einig, dass die Digi­ta­li­sie­rung selbst wohl der größ­te Trei­ber für Ver­än­de­run­gen sein wird. Dann kam COVID-19 und belehr­te uns eines Bes­se­ren. Unter­neh­men aus allen Bran­chen stan­den vor neu­en und gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen. IT-Kon­zep­te muss­ten geän­dert wer­den, um auf die neue Situa­ti­on reagie­ren zu kön­nen. Eine beson­de­re Posi­ti­on nimmt dabei der Ein­zel­han­del ein. Durch die teil­wei­se Sys­tem­re­le­vanz (Lebensmittel‑, Bau- & Dro­ge­rie­märk­te) ist er gleich­zei­tig sowohl Pro­fi­teur als auch Leid­tra­gen­der (z. B. im Bereich Mode) der Pan­de­mie. Im Zusam­men­hang mit den gene­rel­len Aus­wir­kun­gen von COVID-19 beleuch­ten wir heu­te die Fra­gen, die sich ins­be­son­de­re für den Han­del ergeben.

Das veränderte Einkaufsverhalten der Konsumenten

Vor allem zu Beginn der Pan­de­mie hat­te die Unsi­cher­heit in der Bevöl­ke­rung gro­ßen Ein­fluss auf das Ein­kaufs­ver­hal­ten und führ­te zu einer sprung­haf­ten und unvor­her­seh­ba­ren Nach­fra­ge nach bestimm­ten Pro­duk­ten. Mit Hams­ter­käu­fen wur­den Vor­rä­te an Toi­let­ten­pa­pier, Mehl, Hefe, Nudeln und Ähn­li­chem ange­legt und die Rega­le in den Geschäf­ten leer geräumt – zu Las­ten des gesam­ten Sys­tems. Mitt­ler­wei­le hat sich die Lage wie­der entspannt.

Digitalisierung im Handel neu gestalten Contentbild 1Eine wei­te­re Ver­än­de­rung ist das „one-stop-shop­ping”. Frü­her wur­den die Ein­käu­fe auf meh­re­re Ein­zel­händ­ler auf­ge­teilt und man hielt bei­spiels­wei­se auf dem Rück­weg vom Wochen­ein­kauf noch beim Bäcker und in der Dro­ge­rie. Inzwi­schen nut­zen immer mehr Men­schen die gege­be­nen Mög­lich­kei­ten in einem Supermarkt.

Online-Shop­ping für vie­le Pro­duk­te wie Klei­dung, Bücher und Elek­tro-Gerä­te gehört schon län­ger fest zu unse­rem All­tag. Doch seit Beginn der Pan­de­mie ist auch eine Ver­la­ge­rung der rest­li­chen sta­tio­nä­ren Ein­käu­fe hin zu Online-Ein­käu­fen deut­lich erkenn­bar. Zudem nutz­ten immer mehr Men­schen Ser­vices wie „click & collect” im Lebens­mit­tel­ein­zel­han­del (Lebens­mit­tel online bestel­len und zusam­men­ge­stell­te Waren abho­len) sowie die Bezah­lung per Smartphone.

Was das für den Handel bedeutet

Zwar zeich­ne­te sich die­se Ent­wick­lung hin zum Digi­ta­len bereits vor COVID-19 ab. Doch im Lau­fe des letz­ten Jah­res stan­den nun Fra­ge­stel­lun­gen und Her­aus­for­de­run­gen rund um das The­ma IT im Vor­der­grund, die vor­her für vie­le Unter­neh­men eine gerin­ge­re Prio­ri­tät besa­ßen. Durch die Ver­schie­bung von Umsät­zen in Rich­tung Online-Han­del – oder gar dem voll­stän­di­gen Weg­fall – erleb­te die Digi­ta­li­sie­rung eine unge­ahn­te Beschleu­ni­gung, die erheb­li­chen (zeit­li­chen) Druck erzeugte.

Es galt, Inno­va­tio­nen und neue Ser­vices, u.a. für eine belast­ba­re Omni- oder Mul­ti-Chan­nel-Stra­te­gie, schnell und fle­xi­bel bereit­zu­stel­len und ihren Ein­fluss auf die zen­tra­le IT-Infra­struk­tur ein­zu­schät­zen. Auch die Lie­fer­ket­ten benö­tig­ten eine effi­zi­en­te und wider­stands­fä­hi­ge Steue­rung und eine Opti­mie­rung ihrer Pro­zes­se. Zeit­gleich muss­ten sich die Anfor­de­run­gen an das mobi­le Arbei­ten in die zen­tra­len Arbeits­ab­läu­fe einfügen.

Welche IT-Lösungen und ‑Services nun gefragt sind

Digitalisierung im Handel neu gestalten - Contentbild 2Aktu­ell weiß nie­mand genau, wie sich das „New Nor­mal” noch wäh­rend und vor allem nach COVID-19 ent­wi­ckeln wird. Des­halb ist es ent­schei­dend, die Trans­for­ma­ti­on ganz­heit­lich zu betrach­ten und von der zen­tra­len IT-Infra­struk­tur aus­zu­ge­hen, wei­ter über die Sup­ply-Chain bis hin zum Point-of-Sale. In der Pra­xis bedeu­tet dies kon­kret: Unter­neh­men müs­sen ihre Pro­zes­se lang­fris­tig so gestal­ten, dass sie schnell ent­schei­den, agil funk­tio­nie­ren und zeit­ge­recht und treff­si­cher auf die Kun­den­be­dürf­nis­se ein­ge­hen kön­nen. Beson­ders der ziel­ge­rich­te­te Umgang mit Daten wird zukünf­tig für Unter­neh­men noch erfolgs­ent­schei­den­der sein.

Bereits vor der Pan­de­mie infor­mier­ten sich Kon­su­men­ten wäh­rend des gesam­ten Ent­schei­dungs- und Kauf­pro­zes­ses über ver­schie­de­ne Kanä­le und an unter­schied­li­chen Anlauf­stel­len. Das reich­te von der Recher­che zu Pro­dukt­de­tails bis hin zur Kon­takt­auf­nah­me im Gewähr­leis­tungs­fall. Die Basis für die fle­xi­ble Bereit­stel­lung neu­er inno­va­ti­ver Ser­vices bis hin zum Point-of-Sale (PoS) bil­det hier­bei eine zen­tra­le IT-Infra­struk­tur, den Digi­tal Core. An die­ser Stel­le wer­den die Her­aus­for­de­run­gen für vie­le IT-Abtei­lun­gen in der Pra­xis immer kom­ple­xer: Bestehen­de IT-Sys­te­me, immer mehr Anwen­dun­gen in der Cloud, dadurch bedingt Hybrid-IT, um auch Last­spit­zen fle­xi­bel bewäl­ti­gen zu kön­nen – und die Anfor­de­run­gen, die das mobi­le Arbei­ten mit sich bringt, um nur eini­ge zu nen­nen. Die Ant­wort auf die­se Kom­ple­xi­tät muss sich auch in der Bereit­stel­lung neu­er Bezugs­mo­del­le für IT-Ser­vices im Digi­tal Core wider­spie­geln. Gefragt sind Sys­te­me, die so leicht zu bezie­hen sind wie beim Online-Shop­ping und modu­lar kom­bi­nier­bar wie Lego-Stei­ne.

Lösungsansätze für die Praxis

Als Part­ner des Han­dels sehen wir uns hier gefor­dert und bie­ten kon­kre­te Lösungs­an­sät­ze. Mit dem neu­en Fuji­tsu Ser­vice Hub kön­nen Unter­neh­men die unter­schied­lichs­te Mana­ged & Hybrid-IT Ser­vices ver­schie­de­ner Anbie­ter aus einer Hand bezie­hen und ein­fach ver­wal­ten. Auch Retailer, die nicht über die not­wen­di­gen per­so­nel­len Res­sour­cen ver­fü­gen, um die kom­ple­xe Inte­gra­ti­on von ver­schie­de­nen Cloud-Ser­vices zu bewäl­ti­gen, kön­nen so maß­ge­schnei­der­te Hybrid-IT-Kon­zep­te ein­füh­ren. Die IT wird zum Busi­ness Enab­ler.

Wäh­rend das Bereit­stel­len einer busi­ness-spe­zi­fi­schen IT-Umge­bung (z. B. für neue SAP-Sys­te­me) bis­lang meh­re­re Wochen erfor­der­te, kann die­se nun inner­halb weni­ger Tage erfol­gen. Außer­dem kön­nen tem­po­rär not­wen­di­ge IT-Res­sour­cen belie­big kon­fi­gu­riert wer­den, bei­spiels­wei­se durch einen KI-basier­ten Ser­vice über Micro­soft Azu­re.  So hel­fen wir Ihnen dabei, agil auf sich rasch ver­än­dern­de Anfor­de­run­gen zu reagieren.

Im Rah­men der Trans­for­ma­ti­on der zen­tra­len Infra­struk­tur sind zudem Lösungs­kon­zep­te rund um das mobi­le Arbei­ten gefragt. Genau hier dient der Fuji­tsu Ser­vice Hub als Bin­de­glied und Orches­tra­tor, indem er inno­va­ti­ve Cloud-Lösun­gen mit Infra­struk­tu­ren vor Ort ver­zahnt.  Hier unter­stüt­zen wir durch ganz­heit­li­che Works­pace-Stra­te­gien wie die Ein­füh­rung von z. B. O365-Konzepten.

Vom Digital Core zu Geschäftsprozessen

Bewe­gen wir uns nun vom Digi­tal Core hin zu den Geschäfts­pro­zes­sen. Hier kommt die Fra­ge auf, wie die Zusam­men­ar­beit von Han­del und Indus­trie in Zei­ten schwer pro­gnos­ti­zier­ba­rer Bedarfs­spit­zen funk­tio­nie­ren und wei­ter ver­bes­sert wer­den kann. Die Ant­wort: Es wird eine deut­lich enge­re Ver­zah­nung not­wen­dig, die wir mit einem End-to-End Ana­ly­tics Ser­vices unter­stüt­zen wol­len. Händ­ler erhal­ten dadurch die Mög­lich­keit, ihre Daten in Rich­tung Indus­trie zu ver­mark­ten. Dies führt zur Stei­ge­rung von Umsatz, Absatz und Fre­quenz auf der Flä­che, z. B. durch eine Reduk­ti­on von Abschrif­ten aber auch durch eine Stei­ge­rung der Ver­füg­bar­keit der gewünsch­ten und nach­ge­frag­ten Ware.

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Auch in den Filia­len las­sen sich Arbeits­ab­läu­fe opti­mie­ren, die Effi­zi­enz stei­gern und Kos­ten sowie Auf­wän­de redu­zie­ren. Durch den Ein­satz von IoT-Tech­no­lo­gien, Sen­so­rik und dar­auf auf­bau­en­den KI-gestütz­ten Echt­zeit-Ana­ly­sen wer­den star­re, Check­lis­ten-basier­te Tätig­kei­ten dyna­mi­siert, zum Bei­spiel mit unse­rem IoT Ope­ra­ti­ons Cock­pit. Die ange­bun­de­ne Gebäu­de­leit­tech­nik hilft, den Ener­gie­ver­brauch dras­tisch zu sen­ken. Auf­wän­de der Mitarbeiter*innen las­sen sich durch eine ope­ra­ti­ve Ent­las­tung bei Rou­ti­ne­auf­ga­ben, wie etwa Tem­pe­ra­tur- und Fri­sche­kon­trol­len mini­mie­ren, um dann im Sin­ne der Kund*innen die Waren­prä­senz und den Kun­den­ser­vice zu ver­bes­sern. Auch Stö­run­gen der Gebäu­de­in­fra­struk­tur wie Auf­zü­ge oder Roll­trep­pen wer­den durch eine inte­grier­te Pre­dic­ti­ve-Main­ten­an­ce-Algo­rith­mik reduziert.

Wenn das Zeit­fens­ter für die Berech­nung der Dis­po­si­ti­ons- und Waren­ver­tei­lung unter Berück­sich­ti­gung aller rele­van­ten Fak­to­ren nicht aus­reicht, kann das Digi­tal Anne­aling, eine bereits ver­füg­ba­re und vom Quan­ten-Com­pu­ting inspi­rier­te Lösung, weiterhelfen.

Koordination von Arbeitskräften und Filialprozessen

Per­so­nal­aus­fäl­le oder ‑eng­päs­se sind ein wei­te­res The­ma, mit dem der Han­del – nicht nur in der Pan­de­mie – zu kämp­fen hat. Mitarbeiter*innen, die kurz­fris­tig ein­sprin­gen müs­sen, ste­hen häu­fig vor der Her­aus­for­de­rung, Pro­zes­se ord­nungs­ge­mäß ein­zu­hal­ten und wäh­len mit­un­ter von den Vor­ga­ben abwei­chen­de Lösungs­we­ge. Lösun­gen wie „SAP Loss Pre­ven­ti­on by Fuji­tsu” unter­stüt­zen dabei, Fili­al­pro­zes­se kon­ti­nu­ier­lich und effi­zi­ent gegen Ver­lus­te abzu­si­chern, indem alle Trans­ak­ti­ons­ty­pen (Kas­sen­trans­ak­tio­nen, Abschrif­ten, Waa­gen­trans­ak­tio­nen etc.), die in der Filia­le anfal­len, unter­stützt und bewer­tet werden.

Fazit

Natür­lich kön­nen auch wir bei Fuji­tsu – trotz aller Tech­no­lo­gien – nicht vor­her­sa­gen, wie sich die Situa­ti­on rund um die COVID-19-Pan­de­mie natio­nal und inter­na­tio­nal wei­ter­ent­wi­ckeln wird. Sicher ist aber, dass sie die Digi­ta­li­sie­rung wei­ter­hin enorm beschleu­nigt und einen nach­hal­ti­gen Struk­tur­wan­del vorantreibt.

Es ist daher ent­schei­dend, dass Sie sich als Retailer inten­siv mit neu­en Geschäfts­mo­del­len und digi­ta­len Lösun­gen aus­ein­an­der­set­zen. Wir als Fuji­tsu ste­hen als Part­ner für eine umfas­sen­de Trans­for­ma­ti­on – ganz nach dem Mot­to „From the Core to the Store” - und bie­ten so gesamt­heit­li­che Lösungs­an­sät­ze für die Her­aus­for­de­run­gen des Han­dels ent­lang der gesam­ten Wertschöpfungskette.

Weitere Informationen

Die aktu­el­len und noch kom­men­den Ver­än­de­run­gen in vie­len Berei­chen waren auch bei der Bit­kom Trans­for­ma­tik Week Ende letz­ten Jah­res ein wich­ti­ges The­ma. Die digi­ta­le Online-The­men­wo­che beschäf­tig­te sich mit der Fra­ge, wie die Digi­ta­li­sie­rung in den fünf Kern­be­rei­chen Gesund­heit, Mobi­li­tät, Ener­gie, Land­wirt­schaft und Han­del best­mög­lich gelin­gen kann. In die­sem Kon­text sprach Rupert Leh­ner, Head of Fuji­tsu CEE and Pro­ducts, Euro­pe, über „Reim­agi­ne – Digi­ta­li­sie­rung im Han­del neu gestal­ten”. Die voll­stän­di­ge Key­note fin­den Sie hier:

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