close

Für nachhaltige Städte und Gemeinden: Die FDE-Konferenz in Berlin

Für nachhaltige Städte und Gemeinden: Die FDE-Konferenz in Berlin
Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

„Hack your City!“ Was zunächst ein wenig wie ein Aufruf einer Gruppierung Cyberkrimineller klingt, war ein essentieller Bestandteil der 7. Jährlichen Fujitsu Distinguished Engineers-Konferenz, die am 9. und 10. Oktober im Berliner Westhafen stattfand. Zum ersten Mal überhaupt durften wir dieses Event auf deutschem Boden begrüßen.

Das Motto der FDE-Konferenz: Shape the Future of Society

Rund 300 Fujitsu Distinguished Engineers aus mehr als 20 Ländern trafen sich in Berlin, um über aktuelle und wichtige Themen zu sprechen. Den Titel eines Fujitsu Distinguished Engineers (FDE) erhalten Mitarbeiter, die kontinuierlich bedeutende Leistungen über alle Aspekte ihrer Arbeit hinweg zeigen. Neben technischem Wissen, Kreativität und Initiative, zählt dabei aber auch eine Vorbildfunktion für andere. Das dazugehörige Programm haben wir bereits 1988 ins Leben gerufen und es ist damit eine der ersten Initiativen überhaupt, die technische Spitzenleistungen würdigt und belohnt.

Begrüßung durch Dr. Joseph Reger
Begrüßung durch Dr. Joseph Reger

Die zweitägige FDE-Konferenz stand unter dem Motto „Shape the Future of Society“ und beschäftigte sich mit dem Ziel Nummer 11 der Sustainable Development Goals: nachhaltige Städte und Gemeinden. Das Anliegen der Konferenz war es, Lösungen zu schaffen, wie wir in Zukunft unser Zusammenleben in den Städten und Gemeinden sicher und nachhaltig gestalten können.

Der erste Eventtag startete mit einer Begrüßung durch Dr. Joseph Reger, Fujitsu Fellow, Chief Technology Officer Europe. Schon hier wurde deutlich: Das Thema Nachhaltigkeit würde sich nicht nur auf die besprochenen Inhalte beschränken. Auch in der Organisation des Events wurde Wert auf die größtmögliche Nachhaltigkeit gelegt. So wurden zum Beispiel die gedruckten Produkte auf ein Minimum reduziert und generell auf recycel- und wiederverwendbare Materialien gesetzt. Ihre Namens-Badges konnten die Teilnehmer nach der Konferenz in Erde stecken und mit Wasser begießen – aus ihnen wuchsen Wildblumen.

Volle Räume bei den Breakout Sessions

Das Herzstück des ersten Tages waren vier Blöcke mit insgesamt 20 verschiedenen Breakout Sessions. Die meisten waren bis auf den letzten Platz besetzt. In manchen Räumen gab es am Ende nur noch Stehplätze.

In einem Teil der Breakout Sessions stellten Fujitsu Mitarbeiter ihre Fachgebiete vor. So gab zum Beispiel Udo Würtz in „How Convolutional Neural Networks Work“ eine anschauliche Einführung in neuronale Netze, Deep Learning und KI. Von einem Projekt über Grenzen hinweg berichteten Ian Clark und Matt Lockley. Mit dem Port of Dover haben Sie ein „Drive Through Borders“-Projekt umgesetzt, das Verwaltungs- und Industriesysteme zusammenbringt. In einem vollkommen anderen Bereich bewegten sich Scott Pendlesbury und David Markham mit ihrer Breakout Session zu „Cyber Threat Intelligence and Dark Web Research“. Cyber Threat Intelligence spielt mittlerweile eine Schlüsselrolle im Schutz vieler Fujitsu Kunden. Neben grundlegenden Informationen zum Thema nahmen die beiden Vortragenden die Teilnehmer mit ins Dark Web. Dort forscht Fujitsu nach aktuellen und kommenden Bedrohungen, um so die Entwicklung neuer Sicherheitsfunktionen voranzutreiben.

Vortrag von Walter Riveria, Intel
Vortrag von Walter Riveria, Intel

Auch Vertreter verschiedenster Partner berichteten aus den verschiedensten Bereichen. So sprach beispielsweise James Bulpin von Citrix darüber, wie Technologie die Zukunft der Arbeit verändert. Unter anderem spielen dabei Daten eine wichtige Rolle: Analytics könnten helfen, die Aktivitäten von Angestellten besser zu verstehen und Abläufe zu optimieren. Walter Riveria von Intel berichtete in seiner Breakout Sessions von einem Schritt-für-Schritt-Ansatz auf dem Weg zu Künstlicher Intelligenz. Er sprach über die wichtigsten Fragen in diesem Prozess: Welche Schritte werden benötigt, um eine KI-Lösung zu entwickeln? Wie lange dauert diese Entwicklung? Mrinal Devadas von NetApp nahm seine Zuhörer mit in die Welt des autonomen Fahrens: „Outpace the 11 billion mile challenge for autonomous cars“. 11 Millionen Meilen sind notwendig, damit autonomes Fahren sicher wird. Doch woher kommen die Daten? Die Lösung: Eine Kombination realer und simulierter Daten.

Pong zum Feierabend – und gelebte Co-creation am zweiten Tag

Zwischen den einzelnen Blöcken und danach gab es natürlich auch ein wenig Zeit für Pausen: für eine Tasse Kaffee, etwas netzwerken und vielleicht auch für einen Besuch in der Sponsoren-Ausstellung. Der Abend des ersten Konferenztages klang dann schließlich gemütlich aus: mit Abendessen, Bier, Pizza und Barbeque. Ein absolutes Highlight war die Möglichkeit, an Retro Games teilzunehmen. In internationalen Teams spielten die Teilnehmer unter anderem gegeneinander den Klassiker Pong – auf der großen Leinwand und mit Smartphones zur Steuerung.

Am zweiten Tag der FDE-Konferenz hieß es dann: „Hack your City“. Dr. Joseph Reger begrüßte am Morgen die Teilnehmer und stellte die Co-creation-Challenge vor, in der an Konzepten für mehr Nachhaltigkeit in Smart Cities gearbeitet werden sollte – passend zum UN Sustainability Goal Nummer 11, unter dessen Motto die gesamte Veranstaltung stand. Für drei verschiedene Städte – Tokio, Bangalore und Berlin – galt es, Lösungen für aktuelle Probleme in drei verschiedenen Bereichen zu finden: Transport, Umwelt und Wohnen / Gesellschaft.

Internationale Teams für nachhaltige Städte und Gemeinden

In insgesamt 27 internationalen und vielfältigen Teams arbeiteten die Teilnehmer im Laufe des Tages an dieser Challenge für eine bessere und nachhaltigere Zukunft. Die Kreativität der Teilnehmer zeigte sich dabei schon in den Team-Namen: Es gab die „Distinguished Environmentalists“, die „Architects against Annihilation“, „Tokyo Shift“, „Mission is possible“ oder auch „Berlin Buzz“.

Farbenfrohe Modelle für nachhaltige Städte und Gemeinden
Farbenfrohe Modelle für nachhaltige Städte und Gemeinden

Nach einem ersten Block und einer kurzen Kaffeepause erhielten die Teams Input durch Experten-Vorträge, um neue Perspektiven auf die bereits absolvierte Arbeit zu gewinnen. Thomas Deloison, Director bei Mobility WBCSD, sprach über nachhaltige Mobilität. Neil Bennett, Partner bei Farrells, brachte einzigartige Einblicke in Stadtplanung, autonome Fahrzeuge und die Rolle von Daten im Öffentlichen Nachverkehr. Dr. Leonard Gheller Alves, Sustainable City Thought Leader, schließlich sprach über Möglichkeiten, die Resilienz und Nachhaltigkeit unserer Städte zu erhöhen.

Mit dem Wissen aus diesen Vorträgen konnten die Teilnehmer in der zweiten Gruppenphase ihre strategischen Pläne verfeinern, neue Ideen besprechen und am Ende eine finale Dokumentation für die anstehenden Pitches erstellen. Dazu fasste jedes Team sein Projekt auf einer Tafel zusammen: Welche Stadt steht im Fokus, welcher Bereich und wie heißt die Lösung? Ergänzt wurden diese Informationen durch eine Beschreibung der Lösung, ihrer technischen Komponenten und der Information, was die Lösung einzigartig macht. Auch Projekt-Timelines und geplante Aktionen fanden ihren Weg auf die Tafeln. Visualisiert wurde das Ganze durch farbenfrohe Modelle aus farbiger Knetmasse. Unter dem Hashtag #FDEConf2019 finden Sie bei Twitter eine Auswahl der Ergebnisse.

Pitches für den Einzug ins Finale

Ab 16 Uhr wurde es dann Ernst: Die einzelnen Teams stellten ihre Ergebnisse vor und erhielten von ihren Kollegen Feedback. Heraus kam eine Vielzahl faszinierender Lösungen, um unsere Städte nachhaltiger zu gestalten. Außerdem bewertete eine Jury die Lösungen – die besten drei konnten ins Finale einziehen. Die höchsten Bewertungen erreichte dabei unter anderem ein Team, das sich mit Tokio beschäftigt hatte. Es zeigte einen intelligenten Ansatz für Mobilität, bei dem Menschen und wichtige Services zusammengebracht werden. Ein Team zur indischen Stadt Bangalore brachte eine Community-Plattform ins Gespräch, auf der die Einwohner selbst Vorschläge für mehr Nachhaltigkeit einreichen, sich mit anderen verbinden und Belohnungen für korrektes Verhalten erhalten können. Für Berlin schlug ein drittes Team vor, Mobilität nachhaltiger zu machen durch den Verzicht auf diese. Sie stellten die Frage, ob Menschen bei der heute zur Verfügung stehenden Technologie und Konnektivität überhaupt noch immer persönlich vor Ort sein müssen.

Nach einem weiteren Pitch der besten drei konnte sich schließlich das Bangalore-Team als Gesamtsieger durchsetzen. Wir gratulieren ganz herzlich! Doch auch die Ideen der restlichen 26 Teams gehen nicht verloren. Intern wird jede der vorgestellten Lösungen geprüft, die besten unter ihnen werden umgesetzt.

Vielen Dank für zwei spannende Tage in Berlin!

Für nachhaltige Städte und Gemeinden: Die FDE-Konferenz in BerlinDen zweiten und finalen Abend der Fujitsu Distinguished Engineers-Konferenz beschlossen dann die FDE-Awards mit dem Awards Dinner. Neben der Verleihung von Preisen für besonders herausstechende Leistungen wurden im Laufe des Abends auch die neuesten Entwicklungen im FDE-Programm vorgestellt.

Wir blicken zurück auf ein sehr erfolgreiches und produktives Event mit gelebter Co-creation. Wir sind stolz darauf, eine solche Veranstaltung zum ersten Mal in Deutschland zu Gast gehabt zu haben und bedanken uns bei allen Teilnehmern für ihren Einsatz. Wir hoffen, dass jeder einzelne von ihnen mit viel neuem Wissen und viel Energie für die weitere Arbeit an einer nachhaltigen Zukunft wieder gut nach Hause gekommen ist.

Sie sind neugierig geworden und möchten mehr über unsere aktuellen Smart City-Lösungen erfahren? Dann besuchen Sie uns auf dem Fujitsu Forum 2019 am 6. und 7. November im ICM München. Wir freuen uns auf Sie!

Schlagwörter: , , , , , ,

Story Page