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Für nachhaltige Städte und Gemeinden: Die FDE-Konferenz in Berlin

Für nachhaltige Städte und Gemeinden: Die FDE-Konferenz in Berlin
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„Hack your City!“ Was zunächst ein wenig wie ein Aufruf ein­er Grup­pierung Cyberkrim­ineller klingt, war ein essen­tieller Bestandteil der 7. Jährlichen Fujit­su Dis­tin­guished Engi­neers-Kon­ferenz, die am 9. und 10. Okto­ber im Berlin­er West­hafen stat­tfand. Zum ersten Mal über­haupt durften wir dieses Event auf deutschem Boden begrüßen.

Das Motto der FDE-Konferenz: Shape the Future of Society

Rund 300 Fujit­su Dis­tin­guished Engi­neers aus mehr als 20 Län­dern trafen sich in Berlin, um über aktuelle und wichtige The­men zu sprechen. Den Titel eines Fujit­su Dis­tin­guished Engi­neers (FDE) erhal­ten Mitar­beit­er, die kon­tinuier­lich bedeu­tende Leis­tun­gen über alle Aspek­te ihrer Arbeit hin­weg zeigen. Neben tech­nis­chem Wis­sen, Kreativ­ität und Ini­tia­tive, zählt dabei aber auch eine Vor­bild­funk­tion für andere. Das dazuge­hörige Pro­gramm haben wir bere­its 1988 ins Leben gerufen und es ist damit eine der ersten Ini­tia­tiv­en über­haupt, die tech­nis­che Spitzen­leis­tun­gen würdigt und belohnt.

Begrüßung durch Dr. Joseph Reger
Begrüßung durch Dr. Joseph Reger

Die zweitägige FDE-Kon­ferenz stand unter dem Mot­to „Shape the Future of Soci­ety“ und beschäftigte sich mit dem Ziel Num­mer 11 der Sus­tain­able Devel­op­ment Goals: nach­haltige Städte und Gemein­den. Das Anliegen der Kon­ferenz war es, Lösun­gen zu schaf­fen, wie wir in Zukun­ft unser Zusam­men­leben in den Städten und Gemein­den sich­er und nach­haltig gestal­ten kön­nen.

Der erste Event­tag startete mit ein­er Begrüßung durch Dr. Joseph Reger, Fujit­su Fel­low, Chief Tech­nol­o­gy Offi­cer Europe. Schon hier wurde deut­lich: Das The­ma Nach­haltigkeit würde sich nicht nur auf die besproch­enen Inhalte beschränken. Auch in der Organ­i­sa­tion des Events wurde Wert auf die größt­mögliche Nach­haltigkeit gelegt. So wur­den zum Beispiel die gedruck­ten Pro­duk­te auf ein Min­i­mum reduziert und generell auf recy­cel- und wiederver­wend­bare Mate­ri­alien geset­zt. Ihre Namens-Badges kon­nten die Teil­nehmer nach der Kon­ferenz in Erde steck­en und mit Wass­er begießen – aus ihnen wuch­sen Wild­blu­men.

Volle Räume bei den Breakout Sessions

Das Herzstück des ersten Tages waren vier Blöcke mit ins­ge­samt 20 ver­schiede­nen Break­out Ses­sions. Die meis­ten waren bis auf den let­zten Platz beset­zt. In manchen Räu­men gab es am Ende nur noch Steh­plätze.

In einem Teil der Break­out Ses­sions stell­ten Fujit­su Mitar­beit­er ihre Fachge­bi­ete vor. So gab zum Beispiel Udo Würtz in „How Con­vo­lu­tion­al Neur­al Net­works Work“ eine anschauliche Ein­führung in neu­ronale Net­ze, Deep Learn­ing und KI. Von einem Pro­jekt über Gren­zen hin­weg berichteten Ian Clark und Matt Lock­ley. Mit dem Port of Dover haben Sie ein „Dri­ve Through Borders“-Projekt umge­set­zt, das Ver­wal­tungs- und Indus­triesys­teme zusam­men­bringt. In einem vol­lkom­men anderen Bere­ich bewegten sich Scott Pendles­bury und David Markham mit ihrer Break­out Ses­sion zu „Cyber Threat Intel­li­gence and Dark Web Research“. Cyber Threat Intel­li­gence spielt mit­tler­weile eine Schlüs­sel­rolle im Schutz viel­er Fujit­su Kun­den. Neben grundle­gen­den Infor­ma­tio­nen zum The­ma nah­men die bei­den Vor­tra­gen­den die Teil­nehmer mit ins Dark Web. Dort forscht Fujit­su nach aktuellen und kom­menden Bedro­hun­gen, um so die Entwick­lung neuer Sicher­heits­funk­tio­nen voranzutreiben.

Vortrag von Walter Riveria, Intel
Vor­trag von Wal­ter Rive­ria, Intel

Auch Vertreter ver­schieden­ster Part­ner berichteten aus den ver­schieden­sten Bere­ichen. So sprach beispiel­sweise James Bulpin von Cit­rix darüber, wie Tech­nolo­gie die Zukun­ft der Arbeit verän­dert. Unter anderem spie­len dabei Dat­en eine wichtige Rolle: Ana­lyt­ics kön­nten helfen, die Aktiv­itäten von Angestell­ten bess­er zu ver­ste­hen und Abläufe zu opti­mieren. Wal­ter Rive­ria von Intel berichtete in sein­er Break­out Ses­sions von einem Schritt-für-Schritt-Ansatz auf dem Weg zu Kün­stlich­er Intel­li­genz. Er sprach über die wichtig­sten Fra­gen in diesem Prozess: Welche Schritte wer­den benötigt, um eine KI-Lösung zu entwick­eln? Wie lange dauert diese Entwick­lung? Mri­nal Devadas von NetApp nahm seine Zuhör­er mit in die Welt des autonomen Fahrens: „Out­pace the 11 bil­lion mile chal­lenge for autonomous cars“. 11 Mil­lio­nen Meilen sind notwendig, damit autonomes Fahren sich­er wird. Doch woher kom­men die Dat­en? Die Lösung: Eine Kom­bi­na­tion real­er und simuliert­er Dat­en.

Pong zum Feierabend – und gelebte Co-creation am zweiten Tag

Zwis­chen den einzel­nen Blöck­en und danach gab es natür­lich auch ein wenig Zeit für Pausen: für eine Tasse Kaf­fee, etwas net­zw­erken und vielle­icht auch für einen Besuch in der Spon­soren-Ausstel­lung. Der Abend des ersten Kon­feren­z­tages klang dann schließlich gemütlich aus: mit Aben­dessen, Bier, Piz­za und Bar­beque. Ein absolutes High­light war die Möglichkeit, an Retro Games teilzunehmen. In inter­na­tionalen Teams spiel­ten die Teil­nehmer unter anderem gegeneinan­der den Klas­sik­er Pong – auf der großen Lein­wand und mit Smart­phones zur Steuerung.

Am zweit­en Tag der FDE-Kon­ferenz hieß es dann: „Hack your City“. Dr. Joseph Reger begrüßte am Mor­gen die Teil­nehmer und stellte die Co-cre­ation-Chal­lenge vor, in der an Konzepten für mehr Nach­haltigkeit in Smart Cities gear­beit­et wer­den sollte – passend zum UN Sus­tain­abil­i­ty Goal Num­mer 11, unter dessen Mot­to die gesamte Ver­anstal­tung stand. Für drei ver­schiedene Städte – Tokio, Ban­ga­lore und Berlin – galt es, Lösun­gen für aktuelle Prob­leme in drei ver­schiede­nen Bere­ichen zu find­en: Trans­port, Umwelt und Wohnen / Gesellschaft.

Internationale Teams für nachhaltige Städte und Gemeinden

In ins­ge­samt 27 inter­na­tionalen und vielfälti­gen Teams arbeit­eten die Teil­nehmer im Laufe des Tages an dieser Chal­lenge für eine bessere und nach­haltigere Zukun­ft. Die Kreativ­ität der Teil­nehmer zeigte sich dabei schon in den Team-Namen: Es gab die „Dis­tin­guished Envi­ron­men­tal­ists“, die „Archi­tects against Anni­hi­la­tion“, „Tokyo Shift“, „Mis­sion is pos­si­ble“ oder auch „Berlin Buzz“.

Farbenfrohe Modelle für nachhaltige Städte und Gemeinden
Far­ben­fro­he Mod­elle für nach­haltige Städte und Gemein­den

Nach einem ersten Block und ein­er kurzen Kaf­feep­ause erhiel­ten die Teams Input durch Experten-Vorträge, um neue Per­spek­tiv­en auf die bere­its absolvierte Arbeit zu gewin­nen. Thomas Deloi­son, Direc­tor bei Mobil­i­ty WBCSD, sprach über nach­haltige Mobil­ität. Neil Ben­nett, Part­ner bei Far­rells, brachte einzi­gar­tige Ein­blicke in Stadt­pla­nung, autonome Fahrzeuge und die Rolle von Dat­en im Öffentlichen Nachverkehr. Dr. Leonard Gheller Alves, Sus­tain­able City Thought Leader, schließlich sprach über Möglichkeit­en, die Resilienz und Nach­haltigkeit unser­er Städte zu erhöhen.

Mit dem Wis­sen aus diesen Vorträ­gen kon­nten die Teil­nehmer in der zweit­en Grup­pen­phase ihre strate­gis­chen Pläne ver­fein­ern, neue Ideen besprechen und am Ende eine finale Doku­men­ta­tion für die anste­hen­den Pitch­es erstellen. Dazu fasste jedes Team sein Pro­jekt auf ein­er Tafel zusam­men: Welche Stadt ste­ht im Fokus, welch­er Bere­ich und wie heißt die Lösung? Ergänzt wur­den diese Infor­ma­tio­nen durch eine Beschrei­bung der Lösung, ihrer tech­nis­chen Kom­po­nen­ten und der Infor­ma­tion, was die Lösung einzi­gar­tig macht. Auch Pro­jekt-Time­lines und geplante Aktio­nen fan­den ihren Weg auf die Tafeln. Visu­al­isiert wurde das Ganze durch far­ben­fro­he Mod­elle aus far­biger Knet­masse. Unter dem Hash­tag #FDEConf2019 find­en Sie bei Twit­ter eine Auswahl der Ergeb­nisse.

Pitches für den Einzug ins Finale

Ab 16 Uhr wurde es dann Ernst: Die einzel­nen Teams stell­ten ihre Ergeb­nisse vor und erhiel­ten von ihren Kol­le­gen Feed­back. Her­aus kam eine Vielzahl faszinieren­der Lösun­gen, um unsere Städte nach­haltiger zu gestal­ten. Außer­dem bew­ertete eine Jury die Lösun­gen – die besten drei kon­nten ins Finale einziehen. Die höch­sten Bew­er­tun­gen erre­ichte dabei unter anderem ein Team, das sich mit Tokio beschäftigt hat­te. Es zeigte einen intel­li­gen­ten Ansatz für Mobil­ität, bei dem Men­schen und wichtige Ser­vices zusam­menge­bracht wer­den. Ein Team zur indis­chen Stadt Ban­ga­lore brachte eine Com­mu­ni­ty-Plat­tform ins Gespräch, auf der die Ein­wohn­er selb­st Vorschläge für mehr Nach­haltigkeit ein­re­ichen, sich mit anderen verbinden und Beloh­nun­gen für kor­rek­tes Ver­hal­ten erhal­ten kön­nen. Für Berlin schlug ein drittes Team vor, Mobil­ität nach­haltiger zu machen durch den Verzicht auf diese. Sie stell­ten die Frage, ob Men­schen bei der heute zur Ver­fü­gung ste­hen­den Tech­nolo­gie und Kon­nek­tiv­ität über­haupt noch immer per­sön­lich vor Ort sein müssen.

Nach einem weit­eren Pitch der besten drei kon­nte sich schließlich das Ban­ga­lore-Team als Gesamt­sieger durch­set­zen. Wir grat­ulieren ganz her­zlich! Doch auch die Ideen der restlichen 26 Teams gehen nicht ver­loren. Intern wird jede der vorgestell­ten Lösun­gen geprüft, die besten unter ihnen wer­den umge­set­zt.

Vielen Dank für zwei spannende Tage in Berlin!

Für nachhaltige Städte und Gemeinden: Die FDE-Konferenz in BerlinDen zweit­en und finalen Abend der Fujit­su Dis­tin­guished Engi­neers-Kon­ferenz beschlossen dann die FDE-Awards mit dem Awards Din­ner. Neben der Ver­lei­hung von Preisen für beson­ders her­ausstechende Leis­tun­gen wur­den im Laufe des Abends auch die neuesten Entwick­lun­gen im FDE-Pro­gramm vorgestellt.

Wir blick­en zurück auf ein sehr erfol­gre­ich­es und pro­duk­tives Event mit gelebter Co-cre­ation. Wir sind stolz darauf, eine solche Ver­anstal­tung zum ersten Mal in Deutsch­land zu Gast gehabt zu haben und bedanken uns bei allen Teil­nehmern für ihren Ein­satz. Wir hof­fen, dass jed­er einzelne von ihnen mit viel neuem Wis­sen und viel Energie für die weit­ere Arbeit an ein­er nach­halti­gen Zukun­ft wieder gut nach Hause gekom­men ist.

Sie sind neugierig gewor­den und möcht­en mehr über unsere aktuellen Smart City-Lösun­gen erfahren? Dann besuchen Sie uns auf dem Fujit­su Forum 2019 am 6. und 7. Novem­ber im ICM München. Wir freuen uns auf Sie!

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