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Die Bedürfnisse der Bürger*innen im Mittelpunkt – Fujitsu als Partner beim eGovernment Monitor 2020

eGovernment MONITOR 2020
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Die Initia­ti­ve D21 und die TU Mün­chen ver­öf­fent­lich­ten am 20. Okto­ber 2020 ihre gemein­sa­me Stu­die zu Nut­zung und Akzep­tanz digi­ta­ler Ver­wal­tungs­an­ge­bo­te in Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz – den eGo­vernment MONITOR 2020. Erst­ma­lig betei­lig­te sich auch Fuji­tsu als Pre­mi­um-Part­ner an der Stu­die. Neben dem all­ge­mei­nen Nut­zungs­ver­hal­ten oder mög­li­chen Bar­rie­ren wur­de auch der Ein­fluss der Coro­na Pan­de­mie auf die Nut­zung digi­ta­ler Ver­wal­tungs­an­ge­bo­te sowie der digi­ta­le Schul­un­ter­richt betrachtet.

Auswirkungen von Corona auf eGovernment-Nutzung gering, aber Offenheit wächst

Obwohl die Ver­füg­bar­keit behörd­li­cher Diens­te durch Coro­na ein­ge­schränkt war, hat­te dies nur gerin­ge Aus­wir­kun­gen auf die Nut­zung digi­ta­ler Ver­wal­tungs­an­ge­bo­te. Nur 7% der deut­schen Befrag­ten führ­ten mehr Behör­den­gän­ge als frü­her online durch und nur 4% haben Coro­na-bedingt erst­ma­lig digi­ta­le Ver­wal­tungs­an­ge­bo­te genutzt. Die Mehr­heit gab an, vor­über­ge­hend Behör­den­leis­tun­gen ganz ver­mie­den zu haben. Aber immer­hin ist die Offen­heit gegen­über staat­li­chen Online­dienst­leis­tun­gen grö­ßer gewor­den: 75% kön­nen sich zukünf­tig eine häu­fi­ge­re Online-Nut­zung vorstellen.

Größtes Potential bei „zukünftigen Viel-Nutzer*innen”

eGovernment Monitor 2020 - Juen Perea RodiguezDie Stu­die hat auch her­aus­ge­ar­bei­tet, dass die Nutzer*innen sehr unter­schied­lich sind, man von unter­schied­li­chen Nut­zer­ty­pen spre­chen kann (in Bezug auf Ein­stel­lun­gen und Bedürf­nis­se sowie spe­zi­fi­sche Nut­zungs­ge­wohn­hei­ten). Am meis­ten Poten­ti­al sieht die Stu­die in den „zukünf­ti­gen Viel-Nutzer*innen”: 32% sind digi­tal­af­fin und bereits offen gegen­über digi­ta­ler Ver­wal­tung, zwi­schen 25 und 44 Jah­re alt und neh­men in ihrer Lebens­pha­se durch Ereig­nis­se wie Umzü­ge, Haus­bau, Hei­rat oder Geburt von Kin­dern gene­rell öfter Ver­wal­tungs­leis­tun­gen in Anspruch. Die­se Nutzer*innen könn­ten durch Infor­ma­tio­nen, wel­che Ange­bo­te sie wo fin­den, zu eGo­vernment-Fans wer­den. Als Pre­mi­um-Part­ner konn­te Juan Perea Rodri­guez, Head of Public Sec­tor Cen­tral Euro­pe, Mit­glied der Geschäfts­lei­tung Fuji­tsu, die­sen zen­tra­len Punkt in der Stu­die fol­gen­der­ma­ßen kommentieren:

„Bei Digi­ta­li­sie­rungs­pro­zes­sen ist es unum­gäng­lich, Pro­zes­se neu zu durch­den­ken. Die Anlie­gen der Bürger*innen müs­sen dabei immer im Mit­tel­punkt der Über­le­gun­gen ste­hen. Vor allem bei digi­ta­len Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­sen von Behör­den­diens­ten ist es nötig, sämt­li­che Nut­zer­ty­pen der Gesell­schaft und ent­spre­chen­de Bedürf­nis­se, Sor­gen und Fähig­kei­ten mit ein­zu­be­zie­hen. Gera­de bei ‘wenig Nut­zen­den’ von E‑Go­vernment-Ange­bo­ten spie­len Ängs­te hin­sicht­lich man­geln­der tech­ni­scher Fähig­kei­ten sowie die Erwar­tung von erhöh­tem Auf­wand eine gro­ße Rol­le. Die­se Bar­rie­ren gilt es abzu­bau­en, indem der Mehr­wert ver­deut­licht wird. Kom­mu­ni­ka­ti­on ist bei der Digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on ein Schlüs­sel­er­folgs­fak­tor, der drin­gend mehr Beach­tung fin­den sollte.”

eGovernment Monitor 2020 - Dr. Markus Richter„Ich sehe die Stu­di­en­ergeb­nis­se als Auf­trag, noch stär­ker im Sin­ne der Men­schen zu den­ken. Wir wol­len die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger bei der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on mit­neh­men. Nur wer den digi­ta­len Anwen­dun­gen ver­traut und sie ver­steht, wird sie spä­ter auch nut­zen”, griff auch der Staats­se­kre­tär des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums des Innern, für Bau und Hei­mat und Schirm­herr des eGo­vernment Moni­tors, Dr. Mar­kus Rich­ter, die­ses Stu­di­en­ergeb­nis auf.

Zufriedenheit hängt an bequemer und zuverlässiger Nutzung

Die wich­tigs­ten Aspek­te für die Zufrie­den­heit sind Bequem­lich­keit (sich einen Ter­min vor Ort auf dem Amt zu erspa­ren), Zuver­läs­sig­keit der Sys­te­me (sta­bi­le Ver­bin­dung, kein Abbruch des Pro­zes­ses) und die gute Bedien­bar­keit der Diens­te. In Deutsch­land erreicht kein ein­zi­ger Dienst das Zufrie­den­heits­ni­veau der Nachbarländer.

Die Zufrie­den­heit bezieht sich jeweils auf die per­sön­li­chen Erwar­tun­gen der Bürger*innen – für eine gleich­blei­ben­de Zufrie­den­heit müs­sen also die ange­bo­te­nen Diens­te mit den sich ändern­den Erwar­tun­gen Schritt halten.

eGovernment MONITOR 2020
Sonderschwerpunkt: Digitale Schule

Laut der Stu­die hat­ten drei von vier Haus­hal­ten in Deutsch­land Pro­ble­me mit dem digi­ta­len Unter­richt wäh­rend der ers­ten Coro­na-Wel­le. Dabei ging es haupt­säch­lich um man­geln­de Unter­stüt­zung der Schu­le oder um feh­len­de Digi­tal­kom­pe­ten­zen der Lehrer*innen. Auch Pro­ble­me mit dem Inter­net spiel­ten eine Rol­le. Und wie wur­den die Lern­in­hal­te über­mit­telt? Bei vier von fünf Schüler*innen lief der Unter­richt über E‑Mails, Platt­for­men stan­den nur etwa einem Drit­tel zur Ver­fü­gung. Inter­ak­ti­on per Video­kon­fe­renz fand bei immer­hin fast der Hälf­te statt.

eGovernment MONITOR 2020
Studie und Methodik

Der eGo­vernment MONITOR 2020 ist eine reprä­sen­ta­ti­ve Stu­die der Initia­ti­ve D21 und der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Mün­chen, durch­ge­führt von Kan­t­ar. Die Durch­füh­rung erfolg­te als Online­be­fra­gung (com­pu­ter­ge­stütz­tes Web­in­ter­view (CAWI)) vom 9. bis 17. Juni 2020: 1.005 Inter­views in Deutsch­land, 1.008 in Öster­reich und 1.002 in der Schweiz.

Die gesam­ten Stu­di­en­ergeb­nis­se des eGo­vernment Moni­tor 2020 fin­den Sie hier.

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