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Ist die perfekte Portfolio-Optimierung bereits in Reichweite?

Ist die perfekte Portfoliooptimierung bereits in Reichweite? - FUJITSU Digital Annealer
Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Kön­nen Sie Ihr Fonds­ma­nage­ment kurz­fris­tig oder gro­ße Port­fo­li­os mit hoch­gra­dig liqui­den Ver­mö­gens­wer­ten bereits in Echt­zeit opti­mie­ren? Heut­zu­ta­ge wäre dies nur unter ein­ge­schränk­ten Umstän­den mög­lich, doch sobald die Anzahl der Wer­te auch nur gering­fü­gig wächst, grei­fen die Geset­ze der Mathe­ma­tik und die Zahl der mög­li­chen Ergeb­nis­se bewegt sich schnell außer­halb der Reich­wei­te selbst der schnells­ten Super­com­pu­ter.

Doch es gibt einen Hoff­nungs­schim­mer am Hori­zont. Eine neue Art, sol­che so genann­ten „kom­bi­na­to­ri­schen Opti­mie­rungs­pro­ble­me” anzu­ge­hen, hält Ein­zug in das kon­ven­tio­nel­le Com­pu­ting. Vie­le CTOs im Finanz­dienst­leis­tungs­be­reich sind bereits begeis­tert und sehen sich die neu­en Mög­lich­kei­ten von Quan­ten­com­pu­tern oder von Quan­ten­com­pu­ting inspi­rier­ten Tech­no­lo­gie genau­er an.

Ein Bei­spiel: Hin­sicht­lich des tra­di­tio­nel­len Daten­ver­schlüs­se­lungs­stan­dards (DES) wür­de der heu­te schnells­te Super­com­pu­ter etwa 21 Mil­li­ar­den Jah­re – oder anders gesagt: das Ein­ein­halb­fa­che des Alters des Uni­ver­sums ­– benö­ti­gen, um die kor­rek­ten Prim­fak­to­ren einer Zahl mit 617 Dezi­mal­stel­len (oder einem 2.048-Bit-Schlüssel) zu berech­nen. Ein Quan­ten­com­pu­ter könn­te die­se Auf­ga­be jedoch nahe­zu sofort bewäl­ti­gen. Die Durch­brü­che, die ein Quan­ten­com­pu­ter ermög­li­chen könn­te, sind also sehr verlockend.

JP Mor­gan, Bar­clays, BBVA und Mor­gan Stan­ley gehö­ren zu den­je­ni­gen, die der­zeit das Poten­zi­al des Quan­ten­com­pu­tings in unter­schied­li­chen Berei­chen unter­su­chen, wie etwa in der fort­ge­schrit­te­nen Kryp­to­gra­phie, Betrugs­er­ken­nung, Ver­mö­gens­be­wer­tung und Port­fo­li­o­ana­ly­se. Dies ist jedoch kein Spa­zier­gang, denn die der­zeit exis­tie­ren­den expe­ri­men­tel­len Quan­ten­com­pu­ter­sys­te­me sind nicht nur in ihrem Umfang begrenzt, son­dern auch anfäl­lig und aus­ge­spro­chen teu­er in der Anschaf­fung und im Betrieb.

Ein gera­de von Fuji­tsu ver­öf­fent­lich­ter Bericht zeigt jedoch, dass inzwi­schen ein beträcht­li­cher Teil der Füh­rungs­kräf­te in die­sem Sek­tor die Durch­brü­che, die durch Quan­ten­com­pu­ting ver­spro­chen wer­den, in greif­ba­rer Nähe sieht – dank einer neu­en, vom Quan­ten­com­pu­ting inspi­rier­ten Geschäfts­lö­sung: dem FUJITSU Digi­tal Annea­ler .

Man mag es für sehr ambi­tio­niert hal­ten, doch Fuji­tsu unter­stützt die Nat­West Bank bereits dabei, eini­ge ihrer kom­ple­xes­ten, anspruchs­volls­ten und zeit­auf­wen­digs­ten Finanz­an­la­ge­pro­ble­me zu lösen: der Opti­mie­rung des Mix aus erst­klas­si­gen, hoch­li­qui­den Akti­va („High Qua­li­ty Liquid Assets“ –HQLA) wie Anlei­hen, Bar­geld und Staats­an­lei­hen. Mit­hil­fe des Digi­tal Annea­ler von Fuji­tsu hat die Nat­West Bank eine hoch­kom­ple­xe Berech­nung, die regel­mä­ßig vor­ge­nom­men wer­den muss, mit der 300-fachen Geschwin­dig­keit eines her­kömm­li­chen Com­pu­ters durch­ge­führt – bei gleich­zei­tig grö­ße­rer Genauigkeit.

In die­sem kon­kre­ten Anwen­dungs­fall unter­stützt Fuji­tsu die Port­fo­lio­ma­na­ger der Nat­West dabei, das 120 Mil­li­ar­den Pfund umfas­sen­de HQLA-Port­fo­lio opti­mal zu gestal­ten – also Ver­mö­gens­wer­te wie Bar­geld und Anlei­hen, die jede bri­ti­sche Bank als Rück­la­ge für den Not­fall hal­ten muss.

Quantencomputing hält Einzug in die Finanzdienstleistungsbranche

Obwohl Quan­ten­com­pu­ting heu­te noch in den Kin­der­schu­hen steckt, ist der Bedarf an sei­ner bahn­bre­chen­den Leis­tungs­kraft bereits enorm: 84 % der in der Stu­die befrag­ten Füh­rungs­kräf­te aus der Finanz­dienst­leis­tungs­bran­che glau­ben, dass Quan­ten­com­pu­ting die Opti­mie­rung von Geschäfts‑, Logis­tik- und Indus­trie­pro­zes­sen beschleu­ni­gen, zur digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on bei­tra­gen und die Wett­be­werbs­fä­hig­keit in schnell­le­bi­gen Märk­ten sicher­stel­len wird.

Eine Viel­zahl an Groß­un­ter­neh­men inves­tiert daher bereits beträcht­li­che Sum­men in die Erfor­schung des Quan­ten­com­pu­tings. Fast ein Vier­tel (24 %) der Befrag­ten gibt an, dass dies in ihrem Unter­neh­men in Betracht gezo­gen wird. Im Bran­chen­ver­gleich ist die Wahr­schein­lich­keit für Quan­ten­for­schung bei Finanz­dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men mit Abstand am höchs­ten (31 %). Auch das Ver­ständ­nis für Quan­ten­com­pu­ting ist im Finanz­dienst­leis­tungs­sek­tor am größ­ten: Dort gaben 54 % der Befrag­ten an, gute oder sehr gute Kennt­nis­se davon zu haben.

Ein ent­schei­den­der Fak­tor, der das Inter­es­se an Quan­ten­com­pu­ting vor­an­treibt, scheint die Angst vor dem Ent­wick­lungs­vor­sprung der Wett­be­wer­ber zu sein. Ins­be­son­de­re im Finanz­dienst­leis­tungs­sek­tor wird davon aus­ge­gan­gen, dass Quan­ten­com­pu­ting den Wett­be­wer­bern einen Vor­teil ver­schaf­fen kann. Mehr als drei Vier­tel (78 %) der Geschäfts­füh­rer im Ban­ken- und Ver­si­che­rungs­sek­tor glau­ben, dass sie Nach­tei­le hät­ten, wenn ein Wett­be­wer­ber vor ihnen Quan­ten­com­pu­ter ein­set­zen wür­de – und damit sind es deut­lich mehr als der Durch­schnitt von 67 % in allen betrach­te­ten Sektoren

Tat­säch­lich glau­ben vie­le Geschäfts­füh­rer, dass Quan­ten­com­pu­ting ihr Unter­neh­men trans­for­mie­ren könn­te (52 %) und mehr als drei Vier­tel glau­ben, dass es ihren Sek­tor beein­träch­ti­gen könn­te (79 %). Die Teil­neh­mer aus dem Finanz­dienst­leis­tungs­sek­tor (61 %) sehen das größ­te Poten­zi­al für Quan­ten­com­pu­ter in der Neu­ge­stal­tung der eige­nen Organisation.

Optimierung statt Technologie

Mei­ner Mei­nung nach wäre es falsch, anzu­neh­men, dass Men­schen nur nach einer neu­en Com­pu­ter­tech­no­lo­gie ver­lan­gen, weil sie theo­re­tisch mög­lich ist. Was sie wirk­lich wol­len, sind die Geschäfts­er­geb­nis­se, die durch Quan­ten­leis­tung erzielt wer­den kön­nen. Wenn wir uns die Umfra­ge­er­geb­nis­se anse­hen, stel­len wir fest, dass fast drei Vier­tel (71 %) der Geschäfts­füh­rer sagen, dass Leis­tun­gen im Bereich der Opti­mie­rung weit­aus rele­van­ter und rea­ler für ihre aktu­el­len Anfor­de­run­gen sind als Quan­ten­com­pu­ter an sich.

Beschäf­tig­te aus der Finanz­dienst­leis­tungs­bran­che sind am ehes­ten (44 %) der Mei­nung, dass das Kon­zept der Opti­mie­rung leicht auf die Bedürf­nis­se ihrer Unter­neh­men anwend­bar sein könnte.

Dies ist ein kla­res Argu­ment für Inves­ti­tio­nen in Opti­mie­rung, denn 61 % der Befrag­ten sind der Mei­nung, dass eine zuneh­men­de Ver­bes­se­rung der Risi­ko­be­wer­tung von Kun­den oder Finanz­in­stru­men­ten eine grund­le­gen­de Ver­än­de­rung dar­stel­len würde.

Worauf warten wir noch?

So klar wie die Nach­fra­ge nach Lösun­gen zur Pro­zess­op­ti­mie­rung auch ist, ist es auch die Frus­tra­ti­on über den Man­gel an bis­her ver­füg­ba­ren Lösungen.

Der Groß­teil der Befrag­ten (89 %) ist der Ansicht, dass die unzu­rei­chen­de Rechen­leis­tung der heu­ti­gen Tech­no­lo­gie ihr Geschäft dar­an hin­dert, die Vor­tei­le der kom­bi­na­to­ri­schen Opti­mie­rung voll aus­zu­schöp­fen, um Geschäfts­pro­zes­se zu revo­lu­tio­nie­ren. Sie sind auch nicht davon über­zeugt, dass ech­tes Quan­ten­com­pu­ting die Lösung ist.

Die Unter­neh­men sind ent­täuscht vom lang­sa­men Tem­po, mit dem sich die Tech­no­lo­gie ent­wi­ckelt. Die Stu­die zeigt, dass 50 % der Befrag­ten nicht erwar­ten, dass Quan­ten­com­pu­ter im nächs­ten Jahr­zehnt markt­fä­hig sein wer­den, und wei­te­re 9 % glau­ben, dass das nie pas­sie­ren wird.

Die­se Skep­sis wür­de erklä­ren, war­um sich fast zwei Drit­tel (65 %) aller Teil­neh­mer sofor­ti­ge Opti­mie­rungs­lö­sun­gen wün­schen statt expe­ri­men­tel­ler Quan­ten­tech­no­lo­gien irgend­wann in fer­ner Zukunft. Der Wunsch ist es, jetzt der Stärks­te unter den füh­ren­den Unter­neh­men in der Fer­ti­gung zu sein (80 %).

Quantum-inspirierte Optimierung steht vor der Tür

Der Bedarf an Opti­mie­rungs­lö­sun­gen ist groß und die Suche nach Ant­wor­ten ist inten­siv. So ist es viel­leicht nicht ver­wun­der­lich, dass sie­ben von zehn Unter­neh­men bereits das Poten­zi­al des Digi­tal Annea­ler dafür erken­nen, ihre Rei­se in eine Zukunft mit Quan­ten­com­pu­tern zu beschleunigen.

Neben dem Use Case zur Port­fo­lio-Opti­mie­rung mit der Nat­West Bank arbei­ten wir auch an ver­schie­de­nen ande­ren The­men, darunter:

  • Opti­mie­rungs­al­go­rith­men zur Ver­bes­se­rung des Cash-Manage­ments im ATM-Netzwerk
  • Kre­dit­ri­si­ko­be­wer­tung für Ban­ken und Ver­si­che­run­gen, z. B. zur Redu­zie­rung des Kre­dit­ri­si­kos durch eine ver­bes­ser­te Boni­täts­be­ur­tei­lung von Ein­zel­per­so­nen oder Unternehmen
  • Deri­vat­ge­schäf­te zur Opti­mie­rung des Zinsswaps
  • Opti­mie­rung der Geschäf­te, bei denen das Ter­min­pla­nungs­ma­nage­ment der­art kom­ple­xe Varia­blen beinhal­tet, dass es der­zeit nicht prak­ti­ka­bel ist, opti­mier­te Plä­ne zu erstel­len, die auf Echt­zeit­ver­än­de­run­gen der Umstän­de reagieren

All die­se Bei­spie­le (die in unse­rem White Paper näher erläu­tert wer­den) haben ein hohes Amor­ti­sa­ti­ons­po­ten­zi­al für Ban­ken und Ver­si­che­run­gen und kön­nen mit dem Fuji­tsu Digi­tal Annea­ler erreicht wer­den. Der Digi­tal Annea­ler ist eine Brü­cken­tech­no­lo­gie zur Quan­ten­tech­no­lo­gie, die in der Lage ist, hart­nä­cki­ge Pro­ble­me schnell zu lösen und damit den Unter­neh­men sofort trans­for­ma­ti­ve Vor­tei­le zu brin­gen. Ein Bei­spiel dafür ist das Pro­of-of-Con­cept-Pro­jekt im Bereich Kre­dit­port­fo­lio-Manage­ment, das Fuji­tsu gemein­sam mit dem main incu­ba­tor, der F&E‑Einheit der Com­merz­bank, erfolg­reich abge­schlos­sen hat. Mehr dazu erfah­ren Sie in unse­rer Pres­se­mel­dung: main incu­ba­tor nutzt Digi­tal Anne­aling-Tech­no­lo­gie zur Opti­mie­rung von Ver­brie­fungs­trans­ak­tio­nen.

Sie möch­ten mehr zu die­sem The­ma erfah­ren? Dann besu­chen Sie unse­re Web­sei­te zum FUJITSU Digi­tal Annea­ler

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