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Mit dem Fujitsu Sales Graduate-Programm nach Japan

Mit dem Fujitsu Graduale-Programm nach Japan
Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Leben­dig, modern und bunt: Tokio ist für vie­le ein exo­ti­sches Traum­rei­se­ziel. Ben­ja Wenck nutz­te die Chan­ce, mit dem Fuji­tsu Sales Gra­dua­te-Pro­gramm meh­re­re Wochen in Tokio zu leben und zu arbei­ten. Wir haben sie gefragt, wie es ihr in Japan geht und was ihre beein­dru­ckends­te Erfah­rung war. 

Benja, Du lebst jetzt bereits seit einigen Wochen in Tokio. Wenn Du Dir ein Wort aussuchen könntest: Was ist der größte Unterschied zu Deinem Leben in Deutschland und warum?

Benja Wenck nimmt am Sales Graduale-Programm teil.

Die Work-Life-Balan­ce! Fle­xi­ble Arbeits­zei­ten, Gleit­zeit oder bezahl­te Krank­heits­ta­ge sind in Japan noch sel­ten. In Deutsch­land habe ich viel mehr Zeit für Sport und Hob­bies und es ist ein­fa­cher, neben dem Beruf Freund­schaf­ten zu pfle­gen. Hier in Japan gibt es aktu­ell aber auch neue Impul­se des inter­nen Future Workstyle-Teams in Rich­tung Work-Life-Balance.

Wie kommst Du mit der fremden Sprache und der Schrift zurecht?

Ich ler­ne seit etwa 6 Jah­ren aus per­sön­li­chem Inter­es­se Japa­nisch. In 2015 habe ich hier sogar die zweit­höchs­te Stu­fe des Japa­ne­se Lan­guage Pro­fi­ci­en­cy Test (JLPT N2) bestan­den und füh­le mich daher gar nicht ein­sam. Ins­be­son­de­re, weil vie­le Japa­ni­sche Kol­le­gen schnell auf­tau­en, wenn sie bemer­ken, dass sie sich fast wie gewohnt mit mir ver­stän­di­gen kön­nen. Die Sprach­hür­de zu Eng­lisch zu über­win­den, fällt vie­len schwer. Des­we­gen sind sie häu­fig umso erleich­ter­ter, dass sie auf ihr Japa­nisch zurück­grei­fen können.

Im Gegen­zug macht mir das Busi­ness-Japa­nisch inklu­si­ve der vie­len, neu­en Fach­be­grif­fe ein biss­chen zu schaf­fen. Doch, wenn ich ehr­lich bin, sind die Kol­le­gen immer bereit, es mir auch noch zum fünf­zigs­ten Mal auf unter­schied­li­che Wei­se zu erklä­ren. Die­se lie­bens­wür­di­ge Bereit­schaft hat mir schon oft sehr geholfen.

Dein Trainee-Programm besteht aus 4 Teilen. Kannst Du es uns kurz vorstellen?

Das Fuji­tsu Glo­bal Gra­dua­te Pro­gram­me gibt es in die­ser Ver­si­on seit 2017. Zunächst kann man sich zwi­schen einer Lauf­bahn in der IT, im Ser­vice oder eben im Sales entscheiden.

Wäh­rend des Sales-Pro­gramms lernst du dei­nen Arbeit­ge­ber, dei­ne Auf­ga­ben und Mög­lich­kei­ten zu 70% über on-the-job Trai­ning ken­nen. Dabei wirst du auch antei­lig zu 20% durch einen Men­tor und dei­nen Bud­dy unter­stützt. 10% umfas­sen die offi­zi­el­len Trai­nings­mo­du­le, die sich unter ande­rem um die Erlan­gung diver­ser Soft Skills wie Füh­rungs­stär­ke dre­hen. Als letz­ten Teil gibt es dann die inzwi­schen stark geför­der­te Mög­lich­keit, für bis zu zwei Mona­te ins Aus­land zu gehen.

Gene­rell han­delt es sich hier­bei um einen euro­päi­schen Ein­satz. Aus­nah­men kön­nen es dir ermög­li­chen, das japa­ni­sche Head­quar­ter ken­nen­zu­ler­nen oder ein Pro­jekt im Sili­con Val­ley zu absol­vie­ren. In bestimm­ten Fäl­len ist auch der Ein­satz in ande­ren Abtei­lun­gen mög­lich: Ich durf­te bei­spiels­wei­se auch für zwei Wochen ins Sales-Backoffice.

Wer oder was hat Dir auf Deinem Weg zum Auslandsaufenthalt geholfen?

Man braucht in Japan immer einen Gegen­part, der sich bereit­erklärt, dich auf­zu­neh­men. Die­ses Ver­trau­en in dei­ne Per­son ist häu­fig dar­auf auf­ge­baut, dass der Kol­le­ge eine Art Emp­feh­lung von jeman­dem bekommt, den er kennt – bei­spiels­wei­se von deut­schen Kollegen.

Größ­ter Dank gebührt mei­nen Kol­le­gen aus dem Busi­ness Deve­lo­p­ment und Manufacturing/Automotive, die für mich sowohl die Unter­pro­jek­te als auch die Men­to­ren mit­hil­fe von Japa­nisch­kennt­nis­sen und Netz­wer­ken orga­ni­sier­ten. Natür­lich sind auch die zustän­di­gen HR-Mit­ar­bei­ter aus dem Glo­bal Mobi­li­ty Team oder eben dem Talent Manage­ment zu erwäh­nen. Ohne all die­se Hil­fe und die Men­schen, die hin­ter mir stan­den, wäre das nicht mög­lich gewesen.

Was würdest Du Bewerbern für dieses Programm empfehlen? Worauf sollten sie achten? 

Mein Tipp: Zeig, dass Du ein Team­play­er mit fri­schen Ideen, aber auch Koope­ra­ti­ons­be­reit­schaft bist, der offen für Neu­es ist. Ver­stell Dich aber nicht, denn auch das fällt auf. Sei ein­fach Du selbst, denn nur so wirst Du zukünf­tig Dei­nen Bei­trag zum Vor­an­kom­men des Unter­neh­mens voll­stän­dig leis­ten kön­nen und sel­ber am Ende mit dei­nem Beruf glück­lich sein. Ganz neben­bei: Du soll­test für das Sales-Pro­gramm eine star­ke Rei­se­be­reit­schaft auf­wei­sen, weil man wirk­lich viel unter­wegs ist.

Was war bisher Dein beeindruckendstes Erlebnis in Japan?

Trotz mei­ner Besu­che in der nahen Hafen­stadt Yoko­ha­ma, der Kirsch­blü­te oder sogar des ers­ten Anblicks vom Head­quar­ter im Shi­o­do­me City Cen­ter, lan­det auf Platz 1 der beein­dru­cken­den Erleb­nis­se mein Besuch bei Fuji­tsu Labo­ra­to­ries Ltd., einer Toch­ter­fir­ma der Fuji­tsu-Grup­pe. Dort wer­den For­schun­gen zu neu­en Tech­no­lo­gien in Berei­chen wie IoT oder AI ange­stellt und dort liegt auch das Fun­da­ment aller Fuji­tsu Pro­duk­te. Als Berufs­ein­stei­ge­rin war der Ein­blick in das rie­si­ge, teil­wei­se noch unver­öf­fent­lich­te Port­fo­lio der Fir­ma und in das Wis­sen der For­scher ein Augenöffner.

Tat­säch­lich fing mein Herz da wirk­lich Feu­er, nach­dem es bereits seit dem Fuji­tsu Forum im Novem­ber des Vor­jah­res geglüht hat­te. Doch in der kur­zen Zeit, die man an den Stän­den auf der Mes­se ver­bringt, kann man nie die Wei­te und Tie­fe eines The­mas oder einer Erfin­dung so erfas­sen wie in den Labo­ra­to­ri­en. Bis heu­te bedan­ke ich mich noch immer bei mei­nen japa­ni­schen Kol­le­gen, die es für eine gute Idee hiel­ten, mich dahin einzuladen.

Was würdest Du Deiner besten Freundin empfehlen, wenn sie überlegt, einen beruflichen Auslandsaufenthalt anzutreten?

Wenn Du ins Aus­land gehen möch­test, soll­test du dir gut über­le­gen, wel­che Ziel­re­gi­on und wel­che Art Pro­jekt dich und dei­ne Abtei­lung beruf­lich am wei­tes­ten vor­an­brin­gen könnten.

Mein per­sön­li­ches Ziel war es immer, als eine Art Brü­cke zwi­schen Deutsch­land und Japan zu fun­gie­ren. Beruf­lich woll­te ich mein Know-how und Netz­werk sowie mei­ne Sprach­fä­hig­keit ausbauen.

Infor­mie­re dich über dei­ne Mög­lich­kei­ten und arbei­te sehr eng mit dei­ner Abtei­lung, dei­nem Netz­werk und der HR zusam­men, um für dich per­sön­lich das bes­te Ergeb­nis aus die­sem Aus­lands­ein­satz zu erzie­len. Hier geht es letzt­lich um einen Grund­stein dei­ner wei­te­ren Karriere.

Wie lauten Deine Pläne für die Zeit nach Deiner Rückkehr aus Japan?

Nach Japan kommt zunächst ein­mal das Gra­dua­te-Modul „Deve­lo­ping Per­so­nal Impact“, bevor ich vor der Abtei­lung mei­ne Ergeb­nis­se aus dem Aus­lands­ein­satz in einem Web­cast prä­sen­tie­re. Glück­li­cher­wei­se bie­tet mir der Ein­satz in Japan genü­gend Mög­lich­kei­ten, mich im wei­te­ren Ver­lauf mei­ner Kar­rie­re inten­siv bei Fuji­tsu ein­brin­gen zu können.

Wenn Du die Zeit zurückdrehen könntest, würdest Du Dich wieder für das gleiche Trainee-Programm entscheiden? Wenn ja, warum? 

Basie­rend auf mei­ner Aus­bil­dung sowie der Unter­neh­mens­kul­tur wür­de ich mich wie­der für Fuji­tsu und die­ses Pro­gramm ent­schei­den. Der Wurf ins kal­te Was­ser, den man unwei­ger­lich als Berufs­ein­stei­ger erfährt, machen die Trai­nee-Kol­le­gen allein durch ihre Anwe­sen­heit wie­der wett. Man wird zwar als Trai­nee ange­stellt und bekommt eine gewis­se Unter­stüt­zung durch die Modu­le, doch man lernt hier nicht, als wäre man noch in der Schu­le. Als Mas­ter­ab­sol­ven­tin war eben das für mich aus­schlag­ge­bend. Statt­des­sen hat mir die Kom­bi­na­ti­on mit 70% On-the-Job-Trai­ning und dem Aus­lands­auf­ent­halt viel eher bei der Aneig­nung mei­nes Berufs geholfen.

Vielen Dank für das Interview und noch eine tolle Zeit in Japan, Benja!

Noch mehr Ein­bli­cke in das Aben­teu­er Japan erhal­ten Sie auch im Rei­se­ta­ge­buch unse­rer Kol­le­gin Susann, die ein gan­zes Jahr dort verbrachte. 

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