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So lassen Sie die intelligente Fabrik Wirklichkeit werden

So lassen Sie die intelligente Fabrik Wirklichkeit werden
Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Stellen Sie sich eine tra­di­tionelle Fab­rik vor. Es ist wahrschein­lich ein riesiges Gebäude, ver­steckt in ein­er ruhi­gen Ecke eines Indus­triege­bi­etes. Diese Fab­rik ist jedoch oft­mals vom Rest des Unternehmens isoliert, nicht nur geo­graphisch, son­dern auch hin­sichtlich ihrer Betrieb­sabläufe. In jün­ger­er Zeit kommt eine Iso­la­tion der Betrieb­stech­nik und des IT-Net­zw­erkes dazu.

Mit­tler­weile stellen immer mehr Unternehmen dieses Mod­ell in Frage. In einem unsicheren Wirtschaft­skli­ma müssen sowohl die Effizienz als auch der Durch­satz ein­er Pro­duk­tion­sstätte hoch sein. Zudem sind die Ver­brauch­er mehr denn je an der Herkun­ft und der Nach­haltigkeit ihrer Einkäufe inter­essiert. Auch die Verknüp­fung von Pro­duk­ten und Dien­stleis­tun­gen wird immer präsen­ter und eine mögliche neue Ein­nah­me­quelle. Das alles ist nicht möglich, wenn die Fab­rik isoliert vom Rest des Unternehmens bleibt.

In ein­er kür­zlich von uns durchge­führten Umfrage zeigen sich die Gründe deut­lich. 58 % der Her­steller haben angesichts des derzeit­i­gen wirtschaftlichen Drucks die Kosten als größtes Hin­der­nis für Ini­tia­tiv­en für intel­li­gente Fab­riken genan­nt. Zudem haben 56 % der bish­er durchge­führten Pro­jek­te noch keine Ren­dite erzeugt – was weit­ere Pro­jek­te erschw­eren kön­nte.

In diesem Beitrag möcht­en wir Ihnen heute drei Möglichkeit­en aufzeigen, wie Sie mit Hil­fe neuer Tech­nolo­gien sin­nvollen Nutzen aus ein­er intel­li­gen­ten Fab­rik ziehen kön­nen.

1. Integrieren, nicht isolieren – für den Kunden

Eine intel­li­gente Fab­rik bietet die Möglichkeit völ­lig neuer Dien­stleis­tun­gen für Ihre Kun­den. In unser­er Umfrage war das auch für 62 % der Haupt­grund für die Dig­i­tal­isierung ein­er Fab­rik. Generell gibt es einen wach­senden Trend zur Per­son­al­isierung, da sich immer mehr Kun­den den­jeni­gen Her­stellern zuwen­den, die Artikel so liefern kön­nen, wie sie es wün­schen. Der Schlüs­sel hin zur Los­größe 1 sind die Kon­nek­tiv­ität und Effizienz ein­er Fab­rik. Rund die Hälfte aller Her­steller (47 %) ver­fol­gt bere­its Pro­jek­te für intel­li­gente Fab­riken, um eine effizien­tere Anpas­sung ihrer Pro­duk­te an die Kun­den­wün­sche zu ermöglichen.

Wie Kon­nek­tiv­ität dazu beitra­gen kann, ein Alle­in­stel­lungsmerk­mal eines Pro­duk­tes lebendig wer­den zu lassen, zeigt Jim Beam. Hier wird jedes Fass Whisky über mehrere Jahre hin­weg sorgfältig gereift. Mit Hil­fe des Inter­net of Things ver­fol­gt das Unternehmen nicht nur die Pro­duk­tion jedes einzel­nen Fass­es. Vielmehr macht es diese Geschichte auch für seine Ver­brauch­er lebendig. Im B2B-Bere­ich liegt der Wet­tbe­werb­svorteil eines Her­stellers oft im Ser­vice-Aspekt. So kön­nen der Kun­den­di­enst, der Außen­di­enst oder sog­ar die Art der Liefer­ung von Waren für einen Kauf entschei­dend sein. Oft gibt auch der weit­er­führende Ser­vice nach dem Kauf den Auss­chlag.

In bei­den Fällen ist die Kon­nek­tiv­ität zwis­chen dem Werk und der Zen­trale entschei­dend. Die Kun­den benöti­gen möglicher­weise detail­lierte Infor­ma­tio­nen über Ver­füg­barkeit und Logis­tik, um ihre Kaufentschei­dung zu tre­f­fen. Das Werk hinge­gen muss in der Lage sein, hochgr­a­dig spez­i­fis­che Bestel­lun­gen zu liefern. Richtig umge­set­zt bieten intel­li­gente Fab­riken her­vor­ra­gende Möglichkeit­en, die Beziehun­gen zwis­chen Her­stellern und ihren Kun­den weit­erzuen­twick­eln.

2. Die Effizienz der Fabrik steigern

Es gibt wohl keinen Her­steller, der bish­er nicht ver­sucht hat, seine Effizienz zu steigern. Auch in unser­er Umfrage zeigt sich das deut­lich: Mit guten 50 % ist die Verbesserung der Pro­duk­tqual­ität eines der häu­fig­sten inter­nen Ziele für die Dig­i­tal­isierung ein­er Fab­rik, gefol­gt von der Verbesserung der Anla­gen­nutzung (47 %).

In der hochtech­nis­chen Fer­ti­gung wer­den die notwendi­gen Kon­trollen oft von den men­schlichen Mitar­beit­ern durchge­führt. Das ist zeitaufwendig, teuer und gele­gentlich auch fehler­an­fäl­lig. Beson­ders bei Pro­duk­ten wie Wind­kraftan­la­gen, bei denen selb­st die kle­in­sten Abwe­ichun­gen katas­trophale Fol­gen haben kön­nen, ist diese Herange­hensweise beden­klich. Dabei ist es möglich, diese Prozesse zur Qual­ität­skon­trolle mit bildgeben­den Ver­fahren und dem Ein­satz maschinellen Ler­nens zu automa­tisieren. Zum Beispiel kann ein Algo­rith­mus Rönt­gen­bilder auswerten, Anom­alien erken­nen und Zeit sparen. Bei Siemens Game­sa hat dieser Ansatz dazu geführt, dass die Scanzeit­en um 60 % reduziert wur­den.

Neue Tech­nolo­gien kön­nen auch die Pro­duk­tiv­ität deut­lich steigern. Bish­er hat­ten Com­put­er Mühe, die Art von kom­bi­na­torischen Opti­mierung­sprob­le­men zu bewälti­gen, die in der Fer­ti­gung üblich sind. So stell­ten Berech­nun­gen der effizien­testen Routen für Robot­er­paare, die beim Lack­ieren eines Autos oder beim Schweißen einge­set­zt wer­den, eine große Her­aus­forderung dar. Mit­tler­weile sind jedoch Com­put­er­sys­teme ver­füg­bar, die Antworten auf Fra­gen wie diese in Echtzeit liefern und so den Durch­satz von Robot­er­sys­te­men max­imieren kön­nen. In ein­er unser­er eige­nen Fab­riken kon­nten wir dadurch die Fahrt­strecke für die Teileauf­nahme um bis zu 45 % reduzieren.

3. Nachvollziehbar und nachhaltig sein

Für die meis­ten Unternehmen ist es heute eine wichtige Auf­gabe, als ver­ant­wor­tungs­be­wusstes Unternehmen wahrgenom­men zu wer­den. Die Ver­brauch­er sind mehr denn je darauf bedacht, die Herkun­ft von Pro­duk­ten zu ken­nen und zahlen möglicher­weise sog­ar mehr für solche aus nach­halti­gen Quellen – auch im hart umkämpften Lebens­mit­tel­bere­ich. Die Rück­ver­fol­gbarkeit von Pro­duk­ten kann eben­falls wichtig sein, um geset­zliche Anforderun­gen zu erfüllen.

In diesem Bere­ich entwick­elt sich Blockchain zu einem leis­tungs­fähi­gen Instru­ment, um den Weg der Pro­duk­te von den Rohstof­fen bis zum End­pro­dukt zurück­zu­ver­fol­gen. Dadurch, dass die Blockchain unverän­der­lich ist, kön­nen die gespe­icherten Infor­ma­tio­nen an keinem Punkt der Liefer­kette manip­uliert wer­den. Im Fall von Lebens­mit­teln kann der Kunde so den Weg sein­er Mahlzeit­en vom Bauern­hof bis auf den Teller nachver­fol­gen. Er kann jed­erzeit prüfen, ob Pro­duk­te wie Fleisch, Soja und Man­deln ethisch und nach­haltig erzeugt wur­den.

Der Business Case ist entscheidend

Auch wenn den meis­ten Unternehmen klar sein wird, welche langfristi­gen Vorteile intel­li­gente Fab­riken bieten, ste­hen viele unter dem Druck, eine schnelle Ren­dite zu erzie­len. Daher ist es entschei­dend, den Busi­ness Case von Anfang an deut­lich zu for­mulieren und die für das Unternehmen tat­säch­lich wichtig­sten – und wertvoll­sten – Anwen­dungs­fälle zu iden­ti­fizieren.

Für einige Fer­ti­gung­sun­ternehmen kön­nte das die Pilotierung ein­er intel­li­gen­ten Lösung sein, die nach dieser Phase in größerem Umfang skaliert und an weit­eren Stan­dorten einge­set­zt wer­den kann. Bei anderen hinge­gen ste­hen kleine zusät­zliche Investi­tio­nen im Vorder­grund, um die bere­its vorhan­de­nen Sys­teme opti­mal zu nutzen. Zum Beispiel kön­nten so OT- und IT-Sys­teme sowie Daten­sätze, die bish­er nicht ver­bun­den sind, auf Soft­ware-Ebene bess­er inte­gri­ert wer­den und zu ein­er erhe­blichen Effizienz- oder Qual­itätssteigerun­gen der Pro­duk­te führen.

In jedem Fall ist eine sorgfältige Pla­nung der Schlüs­sel. Die Ein­beziehung extern­er Fach­leute, die nicht nur das Poten­zial neuer Tech­nolo­gien, son­dern auch die Fer­ti­gungsin­dus­trie selb­st ver­ste­hen, kann den entschei­den­den Unter­schied machen.

Intelligente Fabriken Wirklichkeit werden lassen

Die Schaf­fung ein­er intel­li­gen­ten Fab­rik ist keine leichte Auf­gabe. In wirtschaftlich schwieri­gen Zeit­en kann es ver­lock­end sein, Investi­tio­nen zu verzögern, um die Kosten neuer Tech­nolo­gien aufzuschieben – und die möglichen Kom­p­lika­tio­nen bei der Ein­führung neuer Lösun­gen zu ver­mei­den. Doch die Entwick­lung intel­li­gen­ter Fab­riken erlaubt eine enorme Steigerung der Wet­tbe­werb­s­fähigkeit eines Her­stellers: von ein­er effizien­teren Pro­duk­tion bis hin zur Erfül­lung der steigen­den Erwartun­gen der Kun­den auf der ganzen Welt.

Die Zeit für intel­li­gente Fab­riken ist gekom­men – und wird der Schlüs­sel zum Erfolg sein. Lesen Sie unseren voll­ständi­gen Bericht über die Her­aus­forderun­gen und Chan­cen der intel­li­gen­ten Fab­rik: The Chal­lenges and Oppor­tu­ni­ties of the Smart Fac­to­ry

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