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Automatisierte Updates bei der Nutzung von Software-as-a-Service: Fluch oder Segen?

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Software-as-a-Service gewinnt zunehmend an Bedeutung. Nach aktuellsten Zahlen von IDC soll der Umsatz innerhalb der nächsten fünf Jahre von aktuell 28 Mrd. Dollar auf 76 Mrd. Dollar steigen (Schofield 2013). Während diverse Prognosen zum Thema Cloud Computing sich als zu euphorisch herausgestellt haben, spricht einiges dafür, dass die aktuelle Entwicklung nachhaltig ist und Software-as-a-Service (SaaS) in der Tat auf dem „Pfad der Erleuchtung“ unterwegs ist (siehe Gartner Hype-Cycle, Smith 2013). Seit 2012 bieten nicht nur 83% der neuen Softwareunternehmen SaaS-Lösungen an (Melgarejo 2012), sondern auch der Umsatz von etablierten Softwareherstellern mit SaaS steigt dramatisch an (PwC Technology Institute 2014) – um 60 % verglichen mit dem durchschnittlichen Wachstum von 5 % im Gesamtmarkt.

In einer aktuellen Studie, die wir am Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik | Software Business & Information Management der TU Darmstadt durchgeführt haben, haben wir uns deshalb mit den Nutzern von SaaS beschäftigt. In Experteninterviews mit insgesamt 13 Unternehmen wurden Aspekte abgefragt, die die Unternehmen als förderlich oder hinderlich für ihren Umgang mit SaaS empfanden. Ein sehr interessantes Ergebnis daraus ist in Abbildung 1 dargestellt.

Nutzung von Software-as-a-Service

Das Thema der automatisierten Updates („always up-to-date“) ist ein Aspekt, der von Cloud-Anbietern in der Regel als großer Vorteil angepriesen wird. Und in der Tat bestätigten einige unserer Gesprächspartner die Förderlichkeit dessen. Gerade für kleine Unternehmen ist das Durchführen von Upgrades und Updates mit großem Aufwand verbunden, der gerne vermieden wird. Ein Inhaber eines kleinen IT-Unternehmens mit fünf Mitarbeitern drückte es etwa so aus:

“Ich war begeistert davon! Ich bin deswegen unabhängig und muss mich nicht um Updates kümmern.“

Wie auch aus Abbildung 1 zu entnehmen ist, gibt es aber einen etwa genauso großen Anteil an Unternehmen, der automatisierte Updates als hinderlich empfindet. Dies hat vor allem zwei Gründe, die beispielhaft von zwei anderen Interviewpartnern wie folgt dargestellt wurden:

“Der Patch kommt, wenn er kommt. Man kann nicht sagen: Nein, nicht heute, sondern bitte morgen!” (CIO, Consulting-Branche)

“Ich habe mehrmals Probleme erlebt. […]. Sobald man ein bisschen mit der Software rumspielt und dann ein Update kommt, bricht alles oder Teile auseinander.” (CRM Admin, IT-Branche)

Einerseits sind es also Probleme, die nach Updates auftreten, andererseits das Timing und die mangelnde Kontrolle über Wartungsfenster bzw. Updates. Vor diesem Hintergrund sollten sich SaaS-Anbieter möglicherweise überlegen, das Thema der Updates nicht ins Zentrum ihrer Kommunikation zu rücken. Mechanismen, die Kunden mehr Kontrolle über das Timing von Updates einräumen, wären wünschenswert, sind aber schwierig umzusetzen. Immerhin ist einer der Kernaspekte des gesamten SaaS-Geschäftsmodell die Multimandantenfähigkeit – also die Tatsache, dass mehrere Kunden auf einer gemeinsamen zentralen Version arbeiten, die automatisch (oder zu definierten Zeitpunkten) auf dem neuesten Stand gehalten wird.

Referenzen

Melgarejo, P. 2012. „Worldwide Software 2012-2016 Forecast Summary,“ IDC, Framingham, MA, USA, pp. 1–202.

PwC Technology Institute. 2014. „PwC Global 100 Software Leaders. The Growing Importance of Apps and Services.“   Retrieved 2014-05-12, from http://www.pwc.com/gx/en/technology/assets/pwc-global-100-software-leaders-2014.pdf

Schofield, J. 2013. „Gartner’s 2013 Emerging Technologies Hype Cycle Focuses on Humans and Machines.“   Retrieved 2014-05-12, 2014, from http://www.zdnet.com/gartners-2013-emerging-technologies-hype-cycle-focuses-on-humans-and-machines-7000019564/

Smith, D. M. 2013. „Hype Cycle for Cloud Computing, 2013.“   Retrieved 2014-05-12, from https://www.gartner.com/doc/2573318?ref=ddisp

 

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