close

Vorreiter auf dem Weg zur Smart Factory: Das Intelligent Dashboard im Werk Augsburg

Fujitsu Intelligent Dashboard
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Auf der HMI 2018 stand für uns ein The­ma im abso­lu­ten Mit­tel­punkt: Die Indus­trie 4.0. Unser Kol­le­ge Frank Blaim­ber­ger, Lei­ter des Fach­be­reichs Ser­vices & Tools bei Fuji­tsu, ver­riet uns in einem kur­zen State­ment etwas über den Zusam­men­hang von Indus­trie 4.0 und Smart Fac­to­ries – und wie das Werk Augs­burg ein Vor­rei­ter auf dem Weg zu einer sol­chen Smart Fac­to­ry ist. Dazu woll­ten wir mehr wis­sen und haben Frank nun ein paar wei­te­re Fra­gen zum Fuji­tsu Intel­li­gent Dash­board gestellt, dem Herz­stück der Smart Fac­to­ry Augs­burg.

Frank Blaimberger - Interview zum Intelligent Dashboard
Frank Blaim­ber­ger

Hallo Frank, vielen Dank für Deine Zeit. Was ist das Intelligent Dashboard?

Immer mehr Maschi­nen und Fer­ti­gungs­ein­rich­tun­gen wer­den mit­ein­an­der ver­netzt. Pro­du­zie­ren­de Unter­neh­men kön­nen die dadurch ent­ste­hen­den Men­gen an Daten oft nicht mehr sinn­voll aus­wer­ten und über­wa­chen. Des­halb möch­ten wir unse­ren Part­nern und Kun­den dabei hel­fen, ihre Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se anschau­li­cher und effi­zi­en­ter zu gestal­ten. Das Intel­li­gent Dash­board visua­li­siert dafür alle Pro­duk­ti­ons­schrit­te und zeigt Pro­ble­me und Unre­gel­mä­ßig­kei­ten annä­hernd in Echt­zeit auf, für jede Rol­le oder Funk­ti­on im Unter­neh­men. Es ermög­licht eine „Root Cau­se Ana­ly­sis“ von Pro­ble­men und Stö­run­gen und gibt mit Hil­fe der Tech­no­lo­gie Smart Ana­ly­tics – die auf Künst­li­cher Intel­li­genz (KI) basiert – Emp­feh­lun­gen. Unse­re Kun­den und Part­ner kön­nen so ihre Fer­ti­gung sowohl trans­pa­ren­ter gestal­ten als auch Kos­ten und Durch­lauf­zei­ten deut­lich redu­zie­ren.

Warum ist das Dashboard für den Einsatz in der Produktion generell sinnvoll?

Die Ant­wort ist ein­fach: um schnel­ler und kos­ten­güns­ti­ger pro­du­zie­ren zu kön­nen. In der Pro­duk­ti­on ist ein Dash­board eh uner­läss­lich, gleich wel­cher Art. Das Intel­li­gent Dash­board ist dann ein wei­te­rer Schritt zur Smart Fac­to­ry. Die Fer­ti­gungs­pro­zes­se der Unter­neh­men wer­den immer kom­ple­xer. Wie behält man da die Über­sicht und reagiert auf Feh­ler und Stö­run­gen? Genau hier setzt das Intel­li­gent Dash­board an, indem es die Fer­ti­gung – qua­si wie einen digi­ta­len Zwil­ling – abbil­det und auf­zeigt, wo Ver­bes­se­rungs­po­ten­zia­le lie­gen.

Ihr nutzt das Intelligent Dashboard im Fujitsu Werk Augsburg. Welche Vorteile haben sich dort am deutlichsten bemerkbar gemacht?

Das Intel­li­gent Dash­board ist für uns eine zen­tra­le Stel­le zur Visua­li­sie­rung aller rele­van­ten Daten und Steue­rungs­grö­ßen. Die unter­schied­li­chen Funk­tio­nen wer­den zusam­men­ge­führt, auf­be­rei­tet und an einer ein­zi­gen Stel­le sicht­bar gemacht – einem „Sin­gle Point of Truth“. Aus­ser­dem füh­ren die neu­en Ana­ly­se­funk­tio­nen und vor­aus­lau­fen­de Trend­aus­sa­gen zu kür­ze­ren Reak­ti­ons­zei­ten und hel­fen, Still­stand­zei­ten oder Aus­fäl­le zu redu­zie­ren.

Durch die offe­ne Platt­form­struk­tur wer­den dar­über hin­aus wei­ter­ge­hen­de Funk­tio­nen abge­bil­det, um bei­spiels­wei­se die Aus­wer­tun­gen von Maschi­nen­da­ten unter­schied­li­cher Pro­zes­se an nach­fol­gen­de Ver­ar­bei­tungs­schrit­te wei­ter­zu­lei­ten. Dort kön­nen sie dann ver­wen­det wer­den.

Führt Ihr auch „Was wäre, wenn”-Analysen durch?

In der aktu­el­len Imple­men­tie­rung haben wir auf die Simu­la­ti­ons­funk­ti­on vor­erst ver­zich­tet und nut­zen vor allem die Funk­tio­nen zur Über­wa­chung der Pro­duk­ti­on. Aber im nächs­ten Schritt wol­len wir dann durch Simu­la­ti­ons­sze­na­ri­en Opti­mie­rungs­po­ten­zia­le iden­ti­fi­zie­ren. Dabei wird dann durch Künst­li­che Intel­li­genz das Ver­hal­ten der ein­zel­nen Kom­po­nen­ten z. B. einer Fer­ti­gungs­li­nie erfasst und nach­ge­bil­det. Will man sei­ne Fer­ti­gung nun opti­mie­ren, kann man mit Hil­fe des digi­ta­len Zwil­lings der Pro­duk­ti­on „Was wäre, wenn“-Sze­na­ri­en durch­spie­len.

Was der­zeit noch Zukunfts­mu­sik ist, aber auf jeden Fall ein Ziel: Ein adap­ti­ver digi­ta­ler Zwil­ling, der sich auf­grund ver­än­der­ter Daten in der Pro­duk­ti­on auto­ma­tisch an die Rea­li­tät anpasst.

Welche Funktionen findest Du persönlich am spannendsten?

Den größ­ten Mehr­wert bie­tet wohl die über­ge­ord­ne­te Manage­ment-Ansicht, die die gesam­te Fir­ma mit all ihren Aspek­ten und Stand­or­ten abbil­det. Hier wer­den Pro­ble­me und Unstim­mig­kei­ten im Betriebs­ab­lauf auf­ge­zeigt und es ist sehr ein­fach, damit die Ursa­che zu iden­ti­fi­zie­ren. Auf Wunsch kann die­se Ursa­chen­ana­ly­se von künst­li­cher Intel­li­genz und einer Sprach­as­sis­tenz „Anna“ unter­stützt wer­den. Sie kann Lösungs­op­tio­nen auf­zei­gen; bei­spiels­wei­se, wel­cher Exper­te vor Ort ist und die Ursa­che des Pro­blems behe­ben kann.

Das Intelligent Dashboard verarbeitet Daten aus Sensoren, die in der Fertigung eingebunden sind. Wann und ab welcher Unternehmensgröße lohnt sich der Einsatz des Dashboards?

Will man sei­ne Pro­duk­ti­on wirk­lich trans­pa­rent gestal­ten, dann macht es für die meis­ten Unter­neh­men Sinn, die Maschi­nen und Gerä­te mit Sen­so­ren aus­zu­stat­ten. Durch die wei­ter­ge­lei­te­ten Daten weiß man immer, was aktu­ell pas­siert. Ein klei­ner Hand­werks­be­trieb wird das Intel­li­gent Dash­board mit sei­nen vie­len Mög­lich­kei­ten viel­leicht eher nicht benö­ti­gen – aber aus unse­rer Sicht ist der Mehr­wert für fast jeden Mit­tel­ständ­ler und erst recht für gro­ße Unter­neh­men deut­lich vor­han­den.

Was ist Dein Fazit nach 5 Monaten Intelligent Dashboard im Augsburger Werk?

Bereits nach die­ser rela­tiv kur­zen Lauf­zeit ist erkenn­bar, dass z. B. auf­grund der über­sicht­li­chen Dar­stel­lung über­grei­fen­de Dis­kus­sio­nen zu ver­schie­de­nen Pro­jek­ten geführt wer­den kön­nen. Durch die­se Dis­kus­sio­nen kön­nen wir dann Pro­zes­se ver­bes­sern und eine höhe­re Agi­li­tät im Tages­ge­schäft rea­li­sie­ren.

In den nächs­ten Mona­ten wer­den wir sicher­lich noch die eine oder ande­re Funk­ti­on ein­set­zen, die anfangs noch nicht ange­dacht war, die sich im Lau­fe der Zeit jedoch als sinn­voll erwie­sen hat. Glück­li­cher­wei­se erlaubt das offe­ne Platt­form­kon­zept genau sol­che Anpas­sun­gen ohne Pro­ble­me – das Sys­tem kann also mit den Anfor­de­run­gen mit­wach­sen.

Vielen Dank für das Interview, Frank!

Sie möch­ten noch mehr über das Intel­li­gent Dash­board erfah­ren? Dann ist die Auf­zeich­nung unse­res Webi­nars das Rich­ti­ge für Sie: Intel­li­gent Dash­board: Die Zukunft der Pro­duk­ti­ons­steue­rung!

Schlagwörter: , , , ,

Story Page