Informationstechnologie (IT) – Die Nervenbahnen des Unternehmens“ Eine Erfahrung, die ich als CIO in einem DAX-Konzern – wenn auch manchmal schmerzlich – gemacht habe.

Eine „rund-um-gesunde“ IT ist für Firmen ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg für interne und externe Kunden. In diesem Zusammenhang hat der CIO oder IT-Leiter als Spezialist ausgedient. CIOs müssen immer schneller reagieren und vorausschauend agieren: Die Technik wird mobiler, flexibler – und nicht selten unvorhersehbar genutzt. Vor allem anpassungsfähig und gestaltend muss die IT sein, wenn sich in Zeiten ständiger wirtschaftlicher Ungewissheit auch die Anforderungen der Business-User stetig verändern.

Damit steht ein CIO vor enormen Herausforderungen. Meistert er sie nicht, darf er sich bald wie ein Hausmeister mit begrenzten Kompetenzen um die Kern-Infrastruktur des Unternehmens kümmern.

Zustimmung hierzu gibt es auch von dem amerikanischen Beratungshaus Gartner, das in einer Prognose Trends ausgemacht hat: Volatilität, Vielfalt, Vielseitigkeit und Mobilität (vgl. http://www.cio.de/rolle-des-cio/2297063). Sie verlangen neue Wege des IT-Managements und eine veränderte Architektur.

Einen Trend möchte ich beispielhaft  veranschaulichen: Eine Architektur schaffen und sie auf künftige Aufgaben vorbereiten ist teuer. Mehrere konkurrierende Lösungen müssen zum Vergleich zur Verfügung stehen. Projekt-Budgets, Anbieter-Bindung aber auch begrenztes Wissen haben die heutigen System-Strukturen geformt, die in volatilen Zeiten an ihre Grenzen stoßen.

 

Denkanstoß für den CIO:

Modifizierbarkeit muss ein wesentliches Kennzeichen der Architektur werden. Homogene Systeme wie Großrechner, aber auch ERP-Lösungen und sogar SharePoint erlauben nur begrenzte Nutzungsszenarien. Künftig geht es darum, aus dem Berg von Unternehmensdaten schnell die gewünschten Informationen herauszufiltern und aufzubereiten. Ansätze sind Social Media, Such-Technologien, Wissensmanagement oder Business Intelligence. Die Bedeutung von Cloud Computing wächst, wenn die IT derart verschiedene Dienste bereithalten muss. IT-Management bedeutet daher, die Sammlung externer und interner Dienste zu managen, sie bei Bedarf einzuschalten oder auch schnell auszutauschen. Der CIO von morgen muss den Überblick in einer vielfältiger werdenden Infrastruktur bewahren, die verschiedenen Sourcing-Stränge zusammenhalten und die Effektivität der Technik und seiner Mannschaft steigern.

Der CIO darf nicht zum Hausmeister „verkommen“. Der CIO muss zum Enabler werden und mit der IT Business Innovationen ermöglichen. Er rechtfertigt nicht nur Kosten, sondern stiftet Mehrwerte in den Geschäftsbereichen. Der Integrationsgrad von Business und IT zeigt, wie sich Verantwortung in der IT einordnen lässt.

Wird der zukünftige CIO zum „Enabler“? oder wird er doch zum Hausmeister der IT von Morgen?

Auf Ihre Meinung bin ich gespannt und freue mich über Ihr Feedback.



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