globalRentiere, Lichterketten, schief stehende Weihnachtsbäume und natürlich Geschenke – jedes Jahr freuen wir uns auf die besinnliche Zeit kurz vor dem Jahreswechsel, auf Plätzchen und vor allem darauf, anderen eine Freude zu bereiten. Unsere Kollegin Susann erlebt die Vorweihnachtszeit gerade in Tokio. Vor einiger Zeit tauschte Sie Ihren Schreibtisch in München gegen ein Großraumbüro im Shiodome City Center, mitten in der japanischen Hauptstadt. Tokio hat sich nach Halloween über Nacht in ein „Weihnachtswunderland“ verwandelt. Dennoch bleiben die Tage vom 24. bis 26. Dezember in Japan ganz normale Arbeitstage.

Weihnachten ist hier als Familienfest beziehungsweise religiöser Feiertag überhaupt kein Thema und trotzdem sieht man überall Weihnachtsbäume, kann Weihnachtskarten kaufen und wird von Weihnachtsliedern nur so beschallt.

Japan feiert Weihnachten, aber im wahrsten Sinne des Wortes und mit einem ganz anderen Hintergrund als die Menschen in Europa oder in den USA: die Religion spielt an Weihnachten im asiatischen Raum keine Rolle. Dennoch genießen die Japaner ihre Weihnachtszeit mit all ihren Lichtern und Süßigkeiten ebenso wie wir in Europa. Susann empfindet dieses Weihnachten als „seltsam“ für die Japaner selbst, „schön und spannend“ und die Verwandlung der Metropole als „beeindruckend“.

Lichtermeer

Obwohl in diesem Land niemand dieses Fest ab dem 24. Dezember zelebriert, gibt es ab dem Tag nach Halloween auf den Straßen Tokios kein anderes Thema als „Christmas“. Über Nacht verwandeln sich, wie durch Magie, die einst orangefarbenen Kürbis-Cafés in ein Weihnachtswunderland. Die gesamte Stadt erscheint als ein Lichtermeer. Das ist wirklich beeindruckend. Mich versetzt das in vorweihnachtliche Stimmung und ich freue mich umso mehr auf die Zeit im Kreis meiner Familie.

Silvester rückt die Familie in den Mittelpunkt

TannenbaumAuch Weihnachtsmärkte gehören auf den Straßen Tokios zum Fest dazu. In ganz Tokio existieren nach Susanns Einschätzung drei bis fünf kleine deutsche Weihnachtsmärkte mit Nürnberger Bratwürstchen, Sauerkraut und original Hessischem Apfelglühwein – zu einem entsprechend höheren Preis. Die Bezeichnung „klein“ steht an dieser Stelle für einen Markt mit drei bis sieben Ständen. Weihnachten bleibt auch in Tokio zum Jahresende hin ein vorherrschendes Thema, obwohl die Japaner seit Jahrhunderten den Jahreswechsel selbst als wichtigsten Familien- und Feiertag im ganzen Jahr mit ganz eigenen Bräuchen feiern.

Obwohl die Tage vom 24. bis 26. Dezember in Tokio als ganz normale Werktage gelten, nutze die jüngere japanische Generation Weihnachten gern als Vorwand, um Partys zu feiern und der Einfluss der westlichen Welt ist für Susann in Tokio nicht zu übersehen. Am meisten profitiere davon zwar die Werbeindustrie, aber auch die Japaner genießen ihr „Christmas“ und tauschen ebenso gern Geschenke aus wie wir. Um die Weihnachtstradition in Japan besser zu verstehen, startete Susann eine kleine Recherche und fragte ihre Kollegen. Lediglich einer von fünf feiere tatsächlich kein Weihnachten. Mit echten Weihnachtsbäumen dekorieren die Japaner ihre Wohnungen trotzdem selten – aus Platzgründen.

Es gibt hier zwar selten echte Weihnachtsbäume, aber gerne haben auch die Japaner einen kleinen Kunstbaum zur Dekoration in der Wohnung stehen, je nachdem wie es der Platz zulässt. Japanische Wohnungen sind sehr klein, da kommt es auch mal vor, dass der Baum nur auf einem Bild an der Wand hängt – was die Nutzung von Platz angeht, da ist man hier sehr kreativ!

Susann genießt diese irgendwie magische Zeit, wenn auch mit anderem Hintergrund. In Tokio stehen besinnliche Tage in einem beeindruckenden Weihnachtswunderland ebenso im Vordergrund wie bei uns. Traditionell gilt für die Japaner an Silvester das, was für uns an Weihnachten in den Mittelpunkt rückt – die Zeit mit der Familie. Auch auf Susann wartet ein besonderes Weihnachtsgeschenk, das uns den Grundgedanken des Weihnachtsfestes noch einmal näher bringt und auf das sie sich ganz besonders freut: ihre Familie.

Wir danken Susann für ein spannendes Jahr und für die vielen tollen Eindrücke aus Japan. Wir wünschen unserer Kollegin bereits an dieser Stelle eine wunderschöne, besinnliche Weihnachtszeit zu Hause und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Alle Beiträge unserer Kollegin finden Sie unter dem Schlagwort „Reisetagebuch Japan„.



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