Software-as-a-Service bzw. Cloud Computing ist nach wie vor eines der „Hot Topics“ in der gesamtem IT-Branche. Während ungezählte News, Blogs, Artikel und Veröffentlichungen sich mit den Vor- und Nachteilen beschäftigen, die das SaaS-Modell für Nutzer mit sich bringt, wird die Perspektive der Anbieter oft vernachlässigt. In der Praxis ist einerseits zu beobachten, dass das Angebot an Software-as-a-Service-Lösungen immer mehr zunimmt – dass aber auch andererseits etablierte Hersteller Schwierigkeiten haben, neue Produkte im Markt zu etablieren (vgl. Hesseldahl 2013).

Mit einer Studie, die wir an der TU Darmstadt gemeinsam mit Unternehmen aus dem Software Cluster Rhein-Main-Neckar und im Rahmen der Kooperation mit der TDS AG (www.is.tu-darmstadt.de/tdsinstitut) durchgeführt haben, wollten wir erste Einblicke in dieses komplexe Thema gewinnen. Die Ergebnisse basieren auf einer Stichprobe von 45 Software-Herstellern, die an unserer Umfrage teilgenommen haben.

Zunächst ist festzuhalten, dass das Software-as-a-Service-Modell von den befragten Unternehmen durchaus für attraktiv gehalten wird. 71% der Befragten wollen mit ihren Unternehmen in Zukunft neue bzw. weitere Software-as-a-Service-Lösungen anbieten. Befragt nach Chancen und Risiken dieses Modells werden sowohl die Chancen als auch die Risiken als solche wahrgenommen. Die größten Chancen werden in möglichen Skaleneffekten, dem Erschließen von neuen Zielgruppen und neuen Anwendungstypen gesehen. Dem stehen als gravierendste Risiken die hohen Anfangsinvestitionen, ein komplexes Management von Partnern und Lieferanten sowie mögliche Leistungs- und Skalierungsprobleme entgegen.

Auffällig ist anhand der beiden Darstellungen, dass die Chancen im Allgemeinen als größer wahrgenommen werden als die Risiken. Diese erste Einschätzung bestätigt sich auch im Weiteren. Ein theoriegestütztes Modell, das wir überprüft haben, ergibt als vorläufiges Ergebnis, dass sich Softwareanbieter (fast) nur von Chancen leiten lassen, wenn sie die Entscheidung für neue SaaS-Angebote treffen. Die oben dargestellten Risiken werden zwar bestätigt und nachvollzogen, finden aber bei der Entscheidungsfindung keine Berücksichtigung.

Warum dies so ist, können wir auf Grundlage der vorhandenen Daten noch nicht erklären. Interessant ist es aber allemal, zumal die Adoptionsentscheidung für SaaS-Lösungen auf der Kundenseite zu einem sehr großen Teil (ca. 30%) von wahrgenommenen Risiken beeinflusst wird (vgl. Ackermann et al. 2012).

Referenzen

Hesseldahl, Arik (2013): SAP Cutting Back on Development of Business ByDesign – Arik Hesseldahl – Enterprise – AllThingsD. Online verfügbar unter http://allthingsd.com/20131019/sap-cutting-back-on-development-of-business-bydesign/, zuletzt geprüft am 28.10.2013.

Ackermann, Tobias; Widjaja, Thomas; Benlian, Alexander; Buxmann, Peter (2012): Perceived IT Security Risks of Cloud Computing: Conceptualization and Scale Development. In: ICIS 2012 Proceedings. Online verfügbar unter http://aisel.aisnet.org/icis2012/proceedings/ISSecurity/3.



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