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Die Digitale Transformation im Mittelpunkt: IT-Business meets Science 2016

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

„Herz­lich Will­kom­men zur IT-Busi­ness meets Sci­ence!“ Das blau-wei­ße Schild am Ein­gang der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Darm­stadt war nicht zu über­se­hen und lud am 13.10. zu einem Tref­fen vol­ler span­nen­der Vor­trä­ge, guter Dis­kus­sio­nen und vie­ler Mög­lich­kei­ten zum netz­wer­ken ein. Die IT-Busi­ness meets Sci­ence, die die­ses Jahr bereits zum fünf­ten Mal statt­fand, stand unter dem Mot­to „Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on und digi­ta­le Geschäfts­mo­del­le“. Dem Kon­zept der Ver­an­stal­tung fol­gend wur­de das The­ma aus ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven betrach­tet – Wis­sen­schaft traf auf Pra­xis. Durch den Aus­tausch kön­nen bei­de Sei­ten die eige­ne Per­spek­ti­ve hin­ter­fra­gen, von­ein­an­der ler­nen und pro­fi­tie­ren, wie Prof. Dr. Peter Bux­mann (TU Darm­stadt) bereits im Vor­feld der Ver­an­stal­tung beton­te.

Volles Haus mit rund 150 Besuchern

Herzlich Willkommen zur IT-Business meets Science
Herz­lich Will­kom­men zur IT-Busi­ness meets Science

Die gemein­sam vom Lehr­stuhl Wirt­schafts­in­for­ma­tik der TU Darm­stadt und der Fuji­tsu TDS GmbH orga­ni­sier­te Ver­an­stal­tung erfreut sich wach­sen­der Beliebt­heit. So war der Hösaal Uhren­turm in die­sem Jahr mit etwa 150 Besu­chern gut gefüllt. Das viel­fäl­ti­ge Publi­kum – Stu­den­ten, Wis­sen­schaft­ler und Ver­tre­ter der Wirt­schaft, zeig­te, wel­che Stel­len­wert das The­ma Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on einnimmt. 

Vor vol­lem Haus begann die dies­jäh­ri­ge IT-Busi­ness meets Sci­ence nach der Begrü­ßung durch Prof. Dr. Peter Bux­mann und Andre­as Thie­me (Fuji­tsu) mit dem Vor­trag von Panos Mey­er (Twit­ter). In „The Power and the Pro­blem of Now – Live ist das neue Geil!“ blick­te er aus der Per­spek­ti­ve des Mikro­blog­ging­diens­tes auf die Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on. Er zeig­te dabei auf unter­halt­sa­me Art und Wei­se, wie Unter­neh­men die Digi­ta­li­sie­rung nut­zen können.

Ein ein­drucks­vol­les Bei­spiel war die Art und Wei­se, wie Vol­vo Anfang 2015 Twit­ter nutz­te, um die Mar­ken­be­kannt­heit zu stei­gern. Im Gegen­satz zu sei­nen Mit­be­wer­bern warb das Unter­neh­men nicht wäh­rend des Super­bowls, dem Fina­le der US-ame­ri­ka­ni­schen Ame­ri­can-Foot­ball-Pro­fi­li­ga, im Fern­se­hen. Statt­des­sen hat­te der Auto­her­stel­ler die Nut­zer von Twit­ter auf­ge­ru­fen, wäh­rend der Wer­be­pau­sen mit einem bestimm­ten Hash­tag zu twee­ten und Per­so­nen zu nomi­nie­ren, die ein Auto gewin­nen soll­ten. Die Bot­schaft dahin­ter: Vol­vo kon­zen­triert sich auf die Men­schen, nicht auf eine Mar­ke­ting-Bot­schaft, wie es die Kon­kur­renz tut. Die Digi­ta­li­sie­rung spiel­te hier eine wich­ti­ge Rol­le für die Umset­zung der Idee.

Die Teil­neh­mer waren begeis­tert von solch prak­ti­schen Beispielen: 

Die Macht von Twit­ter und die Mög­lich­keit der intel­li­gen­ten Nut­zung im Rah­men der Wer­bung, wie am Bei­spiel von Vol­vo auf­ge­zeigt, hat­te ich so nicht erwartet.

Perspektivwechsel: Von der Wirtschaft zur Wissenschaft

Prof. Dr. Dr. h.c. Johannes Buchmann
Prof. Dr. Dr. h.c. Johan­nes Buchmann

Der nächs­te Vor­trag von Prof. Dr. Dr. h.c. Johan­nes Buch­mann, Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Darm­stadt, voll­zog dann den Per­spek­tiv­wech­sel. Als einer der welt­weit füh­ren­den IT-Sicher­heits­ex­per­ten spiel­te für ihn die Fra­ge der Sicher­heit eine wich­ti­ge Rol­le. In „Lang­fris­ti­ge Cyber­si­cher­heit“ beschäf­tig­te sich  der Darm­städ­ter Pro­fes­sor für Infor­ma­tik und Mathe­ma­tik (Spe­zi­al­ge­biet Kryp­to­gra­phie und Com­pu­ter­al­ge­bra) mit dem wis­sen­schaft­li­chen Blick auf die Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on. Im Fokus stand dabei die Kryp­to­gra­phie – wie las­sen sich Daten sicher ver­schlüs­seln? Wie kön­nen neue Ver­fah­ren ent­wi­ckelt wer­den, die auch die Rech­ner der Zukunft nicht kna­cken kön­nen? Er blieb dabei nicht nur bei theo­re­ti­schen Über­le­gun­gen, son­dern ging auch auf eine mög­li­che Imple­men­tie­rung ein. Eben­falls mach­te er sich Gedan­ken, wie digi­ta­le Signa­tu­ren siche­rer gemacht wer­den kön­nen, um die Inte­gri­tät wich­ti­ger Doku­men­te wie z.B. aus ELSTER oder einer Genom­da­ten­bank zu gewährleisten.

Das Thema der zweiten „Halbzeit”: Digitale Geschäftsmodelle

Nach einer kur­zen Pau­se star­te­te Dr. Hol­ger Schmidt vom Focus Maga­zin in den zwei­ten Block. Der stu­dier­te Volks­wirt und Chef­kor­re­spon­dent des Focus Maga­zins befasst sich bereits seit gerau­mer Zeit mit digi­ta­len Geschäfts­mo­del­len und brach­te somit erneut die Per­spek­ti­ve der Wirt­schaft ein. Er zeig­te in sei­nem Vor­trag „Geschäfts­mo­del­le der digi­ta­len Öko­no­mie“ zunächst die bis­he­ri­ge Ent­wick­lung von Web 1.0 über Social Media bis hin zum Inter­net der Din­ge auf. Dies war, so Schmidt, nur für einen klei­nen Teil der Unter­neh­men mit einem ent­spre­chen­den Geschäfts­mo­dell rele­vant. Die in den nächs­ten Jah­ren fol­gen­de Digi­ta­li­sie­rung von Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen wird jedoch alle Unter­neh­men betreffen.

Hol­ger Schmidt zeig­te anhand kon­kre­ter Bei­spie­le, wie die neu­en digi­ta­len Tech­no­lo­gien eben­so digi­ta­le Märk­te schaf­fen. Das betrifft nicht nur die Pro­duk­ti­on, wie zum Bei­spiel bei einem Sport­schuh­her­stel­ler, der wie­der in Deutsch­land pro­du­ziert, da durch Robo­ter die Her­stel­lung hier inzwi­schen güns­ti­ger ist als in Asi­en. Die Digi­ta­li­sie­rung erstreckt sich eben­falls in den Bereich der Logis­tik. So gibt es schon heu­te Züge, die dank Big Data und Sen­so­ren nie aus­fal­len, da poten­ti­ell defek­te Tei­le früh­zei­tig aus­ge­tauscht wer­den. Der Dienst­leis­ter Uber, der online Fahr­gäs­te an Miet­wa­gen­fah­rer und Pri­vat­leu­te ver­mit­telt, war ein wei­te­res Bei­spiel eines Unter­neh­mens mit einem digi­ta­len Geschäfts­mo­dell. Den Abschluss des Vor­tra­ges von Hol­ger Schmidt bil­de­te eine Fra­ge, die für alle Anwe­sen­den von hoher Rele­vanz war: „Ist Deutsch­land auf die digi­ta­le Öko­no­mie vor­be­rei­tet?“. Einen ers­ten Hin­weis konn­ten die Ergeb­nis­se eini­ger ent­spre­chen­der Befra­gun­gen geben, die Schmidt vorstellte.

Das wichtigste an der Digitalisierung: Den Menschen in den Mittelpunkt stellen

Lutz Mache (Google)
Lutz Mache (Goog­le)

Bevor sich auch der zwei­te Vor­trags­block dem Ende zuneig­te, stand ein wei­te­res Mal ein digi­ta­les Geschäfts­mo­dell im Mit­tel­punkt: Das von Goog­le. Lutz Mache, als Public Poli­cy and Government Rela­ti­ons Ana­lyst bei Goog­le tätigkonn­te dabei aus ers­ter Hand berich­ten. In sei­nem Vor­trag  „Der Nut­zer steht an ers­ter Stel­le – alles Wei­te­re folgt von selbst“ zeig­te er am kon­kre­ten Bei­spiel, wie Goog­le den Nut­zer in den Mit­tel­punkt stellt. Das Unter­neh­men folgt dabei dem Grund­satz, dass von einem Geschäfts­mo­dell nicht pri­mär das Unter­neh­men pro­fi­tie­ren soll­te, son­dern in ers­ter Linie der Nut­zer. Ist das gege­ben, erhält der Nut­zer eine opti­ma­le und ein­zig­ar­ti­ge Erfah­rung und lässt sich auf das Geschäfts­mo­dell ein.

Die IT-Business meets Science – eine rundum gelungener Tag

Den Abschluss des Tages bil­de­te nach die­sen vier span­nen­den Vor­trä­gen ein Get-tog­e­ther in ange­neh­mer Atmo­sphä­re. Es wur­den neue Kon­tak­te geknüpft, Dis­kus­sio­nen geführt und immer wie­der über das zen­tra­le The­ma der IT-Busi­ness meets Sci­ence gespro­chen: Was bedeu­tet die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on für uns, für die Wis­sen­schaft und für die Pra­xis? Am Ende waren sich alle einig: Es war eine tol­le Gele­gen­heit, die ver­schie­de­nen Per­spek­ti­ven auf die Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on zusam­men zu brin­gen und zum Nach­den­ken anzu­re­gen. Das fan­den auch die Besucher:

Sehr inter­es­san­te Ver­an­stal­tung und hilf­rei­che Vor­trä­ge. Kom­me im nächs­ten Jahr ger­ne wieder.

Die posi­ti­ven Rück­mel­dun­gen beschränk­ten sich nicht nur auf per­sön­li­che Gesprä­che. Auch die aus­ge­füll­ten Feed­back-Fra­ge­bö­gen spre­chen eine deut­li­che Spra­che: Für das For­mat, den Mehr­wert, die Ver­an­stal­tung im all­ge­mei­nen und vie­le wei­te­re Kate­go­rien gab es Spit­zen­no­ten von ’sehr gut’ bis ‘gut’. Wir bedan­ken uns herz­lich bei allen Teil­neh­mern für ihr Inter­es­se und ihre Begeis­te­rung – und freu­en uns auf die IT-Busi­ness meets Sci­ence 2017.

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