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„Fachbereiche müssen ihre Hausaufgaben machen” – Interview zum DSAG Jahreskongress mit Perry Fett

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Das Mot­to des DSAG Jah­res­kon­gress vom 20. bis 22. Sep­tem­ber im Nürn­berg­Con­ven­ti­on Cen­ter klingt ver­lo­ckend: Busi­ness Trans­for­ma­ti­on aus der Steck­do­se. In einem Inter­view erklärt uns Per­ry Fett, Bereichs­lei­ter Cross App­li­ca­ti­ons, Fuji­tsu, war­um sich die Rei­se in die Digi­ta­li­sie­rung eben doch nicht so ein­fach gestal­tet und was Unter­neh­men tun kön­nen und müs­sen, um den Weg erfolg­reich zu meis­tern. Die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on „aus­zu­sit­zen” und abzu­war­ten, erweist sich jeden­falls als kei­ne gute Opti­on. Vor allem nicht für die Fach­be­rei­che der Unter­neh­men. Auch sie müs­sen ihre „Haus­auf­ga­ben machen”, wie unser Kol­le­ge sagt.

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Guten Tag Herr Fett, vielen Dank dass Sie sich Zeit für dieses Interview nehmen. Als erstes möchten wir auf das Motto des DSAG Jahreskongress eingehen: Business Transformation aus der Steckdose. Ist es wirklich so einfach?

Perry FettLiest man man­che Pres­se­be­rich­te zu die­sem The­ma, könn­te man fast auf die­sen Gedan­ken kom­men – denn hin­ter die­ser Theo­rie steckt eine ein­fa­che For­mel: Unter­neh­men sol­len Soft­ware-as-a-Ser­vices-Lösun­gen ein­füh­ren und schon sei der Kun­de in der digi­ta­li­sier­ten Welt ange­kom­men.

Aber: Um den Erfolg einer sol­chen Lösung sicher­zu­stel­len, soll­te man sich sehr viel Zeit neh­men, um sei­ne bestehen­den Geschäfts­pro­zes­se zu ana­ly­sie­ren und zu opti­mie­ren. In vie­len Unter­neh­men ist gar nicht bekannt, wie die aktu­el­len Geschäfts­pro­zes­se aus­se­hen. Solch eine Situa­ti­on gilt als denk­bar schlech­te Aus­gangs­la­ge für zukünf­ti­ge Ver­än­de­run­gen.

Auch das Ziel der Digi­ta­li­sie­rung steht nicht immer fest – es bleibt offen. Auch hier müs­sen die Geschäfts­be­rei­che unter der Füh­rung des Manage­ments fest­le­gen, wohin die Rei­se gehen soll und wel­che Mehr­wer­te sie dem Unter­neh­men letzt­end­lich bringt.

Was genau bedeutet das zunächst für die Fachbereiche? Etwa die Hände in den Schoß legen und abwarten, was das Management vorgibt?

Nein. Die Fach­be­rei­che müs­sen die anste­hen­den Ver­än­de­run­gen vor­be­rei­ten. Mit ande­ren Wor­ten: sie müs­sen ihre Haus­auf­ga­ben machen und unter ande­rem Trans­pa­renz über die heu­ti­gen wirk­lich genutz­ten Geschäfts­pro­zes­se schaf­fen. Wir erle­ben es häu­fig, dass in Unter­neh­men nur die Doku­men­ta­tio­nen vor­lie­gen, die bei der Ein­füh­rung neu­er Pro­zes­se vor eini­gen Jah­ren erstellt wur­den. Sie sind des­halb teil­wei­se schon kom­plett über­holt.

Im zwei­ten Schritt soll­ten die Fach­be­rei­che unter­su­chen, wie star­re Pro­zes­se modu­la­ri­siert wer­den kön­nen, um mehr Fle­xi­bi­li­tät zu schaf­fen – und damit eine soli­de Basis für die spä­te­re Digi­ta­li­sie­rung.

Für vie­le Unter­neh­men lässt sich die­se kom­ple­xe Ana­ly­se im Tages­ge­schäft aller­dings nur schwer bis gar nicht bewäl­ti­gen. Für zukünf­ti­ge Ver­bes­se­run­gen und Opti­mie­run­gen bleibt sie aber not­wen­dig. Oft hilft es, wenn ein exter­ner Part­ner stan­dar­di­sier­te Metho­den anwen­det, die Unter­neh­men mit moder­nen Soft­ware­lö­sun­gen unter­stüt­zen.

Fujitsu entwickelte dazu das Vorgehensmodell „Process/4”. Was zeichnet dieses Modell aus und welchen Mehrwert bietet es Unternehmen, die ihren Weg in die Digitalisierung vorbereiten wollen?

Vor allem setzt das Modell dort an, wo der Kun­de heu­te steht. „Process/4” besteht aus ver­schie­de­nen Metho­den-Bau­stei­nen, mit denen Geschäfts­pro­zes­se und Sys­tem­land­schaf­ten sys­te­ma­tisch ana­ly­siert wer­den kön­nen. Die Metho­dik „Busi­ness Pro­cess mining” nimmt die Pro­zes­se so auf, wie sie das Unter­neh­men wirk­lich lebt und stellt sie trans­pa­rent dar. Mit die­ser Basis schafft „Process/4” eine Arbeits­grund­la­ge und Fach­be­rei­che kön­nen iden­ti­fi­zie­ren, wel­che Busi­ness Pro­zes­se sich bereits heu­te als inef­fi­zi­ent erwei­sen. Oder wel­che als nicht trans­for­ma­ti­ons­fä­hig gel­ten.

Mit der Auf­nah­me der Sys­tem­land­schaf­ten schafft „Process/4” Trans­pa­renz über die ein­ge­setz­te Soft­ware und Hard­ware und es las­sen sich Ver­än­de­run­gen iden­ti­fi­zie­ren, die eine Moder­ni­sie­rung der Sys­tem­land­schaf­ten mög­lich machen. Dies sind nur eini­ge Bei­spie­le der stan­dar­di­sier­ten Vor­ge­hens­me­tho­den, die wir bei „Process/4” anwen­den.

Wir fassen die Vorteile dieser Methodik noch einmal zusammen. Erstens: der Kunde muss sein Vorgehensmodell nicht selbst entwickeln. Dadurch spart er Zeit und Ressourcen. Zweitens profitiert er von der Consulting-Erfahrung von Fujitsu. Wir führen den Kunden individuell durch diesen Prozess, zeigen als neutraler Berater detailliert auf, wo die Verbesserungspotenziale liegen. Zudem unterstützen wir bei der schnellstmöglichen Umsetzung.

Ja, genau. Damit sind unse­re Kun­den gut vor­be­rei­tet, die nächs­te Stu­fe der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on zu meis­tern. Bestimmt trifft das Mot­to des DSAG Jah­res­kon­gress auch irgend­wann zu: Busi­ness Trans­for­ma­ti­on aus der Steck­do­se.

Herr Fett, vie­len Dank für die­ses Inter­view!

Mehr zu „Process/4” prä­sen­tie­ren wir Ihnen auf dem DSAG Jah­res­kon­gress vom 20. bis 22. Sep­tem­ber im Nürn­berg­Con­ven­ti­on Cen­ter. Hin­ter der DSAG steckt die Inter­es­sen­ver­tre­tung für SAP-Anwen­der mit über 55.000 Mit­glie­dern aus über 3.000 Unter­neh­men aus Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz. Auf dem DSAG Jah­res­kon­gress ste­hen somit alle für SAP-Anwen­der rele­van­ten The­men auf der Agen­da. Besu­chen Sie uns an unse­rem Stand in Hal­le 12, Stand Nr. 1.5. Mehr Infor­ma­tio­nen über den Kon­gress sowie ein aus­führ­li­ches Pro­gramm erhal­ten Sie auch auf der Inter­net­sei­te des Ver­an­stal­ters – wir freu­en uns auf Ihren Besuch!

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