close

Der etwas einfachere Weg zu mehr Transparenz in der Fertigung

Der etwas einfachere Weg zu mehr Transparenz in der Fertigung
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Seit 2011 gibt es ihn schon, den Begriff Indus­trie 4.0. Es wer­den immer wie­der alle mög­li­chen Aspek­te die­ser vier­ten indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on genannt. Sei es in Form von

  • ver­netz­ten, aber ansons­ten auto­no­men „Cyber Phy­si­cal Sys­tems”,
  • dem viel beschwo­re­nem „Digi­tal Twin” oder
  • in Form neu­er Geschäftsmodelle
  • und vie­les mehr.

Die Digitalisierung der klassischen Fertigung

Allen Ansät­zen liegt am Ende die Digi­ta­li­sie­rung der klas­si­schen Fer­ti­gung (des „Shopf­loo­rs”) zu Grun­de. Das heißt: Im Kern die Anbin­dung der Maschi­nen­welt (Ope­ra­tio­nal Tech­no­lo­gie, „OT“) an die IT-Welt.

Die Idee dabei ist, in einem ers­ten Schritt über digi­ta­le Daten ein kla­re­res Bild der Pro­duk­ti­on und der Lie­fer­ket­ten zu errei­chen. Die­se so neu gewon­ne­ne Daten­ba­sis kann man dann nicht nur bes­ser visua­li­sie­ren, son­dern auch mit Smart Ana­ly­tics (wie bei­spiels­wei­se KI) ana­ly­sie­ren. Dabei las­sen sich neue Erkennt­nis­se gewin­nen, um oben skiz­zier­te Zie­le im Industrie‑4.0‑Umfeld zu erreichen.

Das hört sich auf dem Papier alles sehr über­zeu­gend an, ist aber in der prak­ti­schen Umset­zung alles ande­re als tri­vi­al. Ich will an die­ser Stel­le nicht auf alle Digi­ta­li­sie­rungthe­men ein­ge­hen. Dazu wür­den  bei­spiels­wei­se Sicher­heit und Schutz der lau­fen­den Pro­duk­ti­on vor Bedro­hun­gen aus der IT-Welt oder die Her­aus­for­de­run­gen beim Skil­lauf­bau der Mit­ar­bei­ter gehören.

Viel­mehr bin ich der Mei­nung, dass es vie­le Unter­neh­men gibt, die aus ganz bana­len Erwä­gun­gen her­aus die Schlüs­sel­fra­ge stellen:

Wieviel muss ich in die Anbindung meiner Maschinen an die IT-Welt investieren und was habe ich konkret davon?

Hier geht es im Kern um die Balan­ce zwi­schen Auf­wand und Nut­zen. Die Her­aus­for­de­rung besteht für vie­le Unter­neh­men dar­in, dass es nicht hin­rei­chend klar ist, wel­che kon­kre­ten Ergeb­nis­se man bei einer Digi­ta­li­sie­rung erzie­len kann. Eben­falls unklar ist, wie hoch das Risi­ko­in­vest­ment ist, wel­ches ich bereit bin, in mei­ne Fer­ti­gung zu tätigen.

Die Digi­ta­li­sie­rungs­hür­den sind nicht unerheblich.

  • Vie­le Maschi­nen sind schon älter und nicht aus­rei­chend mit Sen­so­rik aus­ge­stat­tet. Ein Aus­tausch mit neue­ren Maschi­nen ist nicht rea­lis­tisch.
  • Dort wo eine Nach­rüs­tung mög­lich ist, ist die­se sehr teu­er.
  • Oft gibt es Maschi­nen für die glei­chen Arbeits­vor­gän­ge aber von ver­schie­de­nen Her­stel­lern. Damit unter­schei­den sich die digi­ta­len For­ma­te erheblich.

Doch genau hier eröff­nen sich neue Mög­lich­kei­ten, deut­lich preis­wer­ter und damit risi­ko­är­mer in die Digi­ta­li­sie­rung zu star­ten. Statt zu ver­su­chen, auf­wän­dig die digi­ta­len Mög­lich­kei­ten aller Maschi­nen ein­zeln zu erschlie­ßen, kann man sich – zumin­dest für den Anfang – auf exter­ne und sehr ein­fa­che Sen­so­rik konzentrieren.

Der etwas einfachere Weg zu mehr Transparenz in der Fertigung - Contentbild 1

Warum externe Sensorik eine gute Alternative ist

Exter­ne Sen­so­rik hat den Vor­teil, dass man sie instal­lie­ren und in Betrieb neh­men kann, ohne die nor­ma­le Pro­duk­ti­on zu ändern. Zusätz­lich lässt sie sich flä­chen­de­ckend über einem hete­ro­ge­nen Maschi­nen­park instal­lie­ren. So kann die Digi­ta­li­sie­rung ent­lang der gesam­ten Pro­duk­ti­ons­li­nie sehr schnell vor­an­ge­trie­ben werden.

Ein­fa­che Sen­so­rik ermög­licht eine schnel­le und kos­ten­güns­ti­ge Gewin­nung digi­ta­ler Daten. Ein typi­scher Ver­tre­ter die­ser Klas­se sind Ener­gie­mess­ge­rä­te. Sie erlau­ben es, für jede Maschi­ne ele­men­ta­re Wer­te wir Span­nung, Strom­stär­ke und Pha­se zu mes­sen. Damit lässt sich schnell erken­nen, ob eine Maschi­ne in Betrieb ist oder nicht. Sogar ein­zel­ne Betriebs­zu­stän­de kann man auf die­se Wei­se sehr schnell unter­schei­den. Ein ande­res Bei­spiel sind Vibra­ti­ons­sen­so­ren, mit denen man zu ähn­li­chen oder teil­wei­se noch bes­se­ren Ein­schät­zun­gen zum Zustand einer Pro­duk­ti­ons­li­nie kom­men kann. Wich­tig ist es dabei, immer im Kopf zu haben, dass es nicht nur um die Erfas­sung ein­zel­ner Maschi­nen geht. Viel­mehr bekommt man mit die­sem Kon­zept sehr schnell einen Über­blick über den Gesamt­zu­stand einer Produktionslinie.

Ich will damit nicht sagen, dass man nicht auch auf ande­re digi­ta­le Daten einer Maschi­ne zugrei­fen soll, wenn die­se prin­zi­pi­ell zur Ver­fü­gung ste­hen. Aber eine exter­ne Sen­so­rik ist meis­tens die güns­ti­ge­re Alter­na­ti­ve. Sie greift oben­drein noch weni­ger inva­siv in den lau­fen­den Betrieb ein und bringt einen über­ra­schend hohen Erkenntnisgewinn.

War­um also nicht auf die­se sehr effek­ti­ve Art und Wei­se in die Digi­ta­li­sie­rung star­ten, preis­wert Erfah­run­gen sam­meln und die­se dann behut­sam in die rich­ti­ge Rich­tung weiterentwickeln?

Weitere Informationen

Haben Sie Appe­tit bekom­men? Dann spre­chen Sie uns an.

In einem nächs­ten Blog möch­te ich ger­ne dar­auf ein­ge­hen, wel­che Erkennt­nis­se man aus einem sol­chen Ansatz gewin­nen kann. Denn ohne Erkennt­nis­ge­winn lohnt sich die Digi­ta­li­sie­rung natür­lich nicht 🙂

Schlagwörter: , ,

Story Page