close

Die Plug-and-Play-Fabrik als europäische Antwort für eine zukunftsweisende Maskenproduktion

XYZ001-Headerbild 2
Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Wie Fuji­tsu ein euro­päi­sches Groß­pro­jekt zur Her­stel­lung qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger Schutz­mas­ken unterstützt.

XYZ001 von der Team Fiech­ter AG ist ein Start-up der beson­de­ren Art. Das Unter­neh­men mit Sitz im schwei­ze­ri­schen Heer­brugg hat eine kla­re Visi­on: Die Abhän­gig­keit von asia­ti­schen Hersteller*innen und Lie­fer­ket­ten von Mund-Nasen-Bede­ckun­gen zu ver­rin­gern. So pro­du­ziert XYZ001 an ver­schie­de­nen euro­päi­schen Stand­or­ten FFP2-Schutz­mas­ken mit Top-Qua­li­tät, zu plan­ba­ren Prei­sen und unter beson­ders fai­ren Bedin­gun­gen – und zwar nach Industrie‑4.0‑Gesichtspunkten durch­gän­gig ver­netzt, auto­ma­ti­siert und digi­ta­li­siert. Nur so lässt sich die Wett­be­werbs­fä­hig­keit gegen­über den asia­ti­schen Anbieter*innen lang­fris­tig sichern. Mit an Bord in dem euro­päi­schen Groß­pro­jekt ist Fuji­tsu. Wir lie­fern als IT-Part­ner ein durch­dach­tes, ganz­heit­li­ches Lösungs­pa­ket im Rah­men unse­rer Con­nec­ted Services.

XYZ001 bie­tet ein inno­va­ti­ves, zukunfts­träch­ti­ges Geschäfts­mo­dell, das den nega­ti­ven Effek­ten glo­ba­ler Wert­schöp­fungs­ket­ten eine prak­ti­ka­ble und belast­ba­re Lösung ent­ge­gen­ge­setzt: Im Mit­tel­punkt steht dabei eine smar­te, dezen­tra­le Pro­duk­ti­on, die Mas­ken euro­pa­weit dort fer­tigt, wo sie gebraucht wer­den – näm­lich nah an den Verbraucher*innen. Die­ses Modell garan­tiert nicht nur maxi­ma­le Qua­li­täts- und Ver­sor­gungs­si­cher­heit. Es ermög­licht auch, Schutz­mas­ken zu wett­be­werbs­fä­hi­gen Prei­sen zu pro­du­zie­ren, weil es ohne Zwischenhändler*innen aus­kommt und Logis­tik­auf­wän­de ver­rin­gert. Zudem über­zeugt das Kon­zept durch ein Maxi­mum an Nach­hal­tig­keit: Es mini­miert den öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck und stärkt oben­drein die loka­le Wert­schöp­fung an den euro­päi­schen Pro­duk­ti­ons­stand­or­ten. Dies demons­triert ein­drucks­voll die Ver­ein­bar­keit von unter­neh­me­ri­schem Erfolg und gesell­schaft­li­cher Verantwortung.

„In der Pan­de­mie ret­ten Atem­schutz­mas­ken Men­schen­le­ben. Aber der welt­wei­te Markt hier­für weist Sys­tem­feh­ler auf. Er ist geprägt von teil­wei­se frag­wür­di­gen Geschäfts­prak­ti­ken der Händler*innen, oft­mals men­schen­ver­ach­ten­den Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen in Über­see und CO2-inten­si­ven Trans­port­ket­ten. Die Kor­rup­ti­ons­skan­da­le der jüngs­ten Zeit sind nur die Spit­ze des Eis­bergs. Das Beschaf­fungs­sys­tem ist vie­ler­orts kor­rupt und garan­tiert zudem kei­ne Ver­sor­gungs­si­cher­heit. Unser Geschäfts­mo­dell ist die euro­päi­sche Ant­wort dar­auf”, beschreibt Oli­ver Fiech­ter, Grün­der und Inha­ber von XYZ001, sei­ne inno­va­ti­ve Idee.

Oliver Fiechter, Gründer und Inhaber von XYZ001
Oli­ver Fiech­ter möch­te mit sei­nem Start-up die Mas­ken­pro­duk­ti­on ver­bes­sern. Bild­nach­weis: Katha­ri­na Lüscher
 

Dezentral, mobil und durchgängig vernetzt fertigen

Die Blau­pau­se des Pro­jek­tes ist das Sach­buch „Die Wirt­schaft sind wir!”, das Fiech­ter 2012 publi­ziert hat. In dem Buch ent­wi­ckelt und beschreibt Fiech­ter sein Kon­zept der Öko­no­mie 3.0, in der die Orga­ni­sa­ti­on als Koope­ra­ti­ons­netz­werk statt­fin­det. Das im Netz­werk ver­an­ker­te Unter­neh­men kon­zen­triert sich auf sei­ne Kern­kom­pe­ten­zen, also auf die Din­ge, die es am bes­ten kann bezie­hungs­wei­se auf die Din­ge, die es deut­lich bil­li­ger als die Kon­kur­renz anbie­ten kann. Die Kon­zen­tra­ti­on auf die­se Fähig­kei­ten sichert der Orga­ni­sa­ti­on, dass sie im Ver­gleich zur Kon­kur­renz eine Wert­schöp­fung bil­li­ger und bes­ser anbie­ten kann.

Auf die­ser Gedan­ken­ba­sis hat der erfin­de­ri­sche Schwei­zer Unter­neh­mer ein intel­li­gen­tes Geschäfts­mo­dell ent­wi­ckelt, das soge­nann­te Equip­ment-as-a-Ser­vice Modell (EaaS) für die Mas­ken­fer­ti­gung. Dar­in sind wich­ti­ge Prin­zi­pi­en ver­wirk­licht, wel­che die Zukunft der Pro­duk­ti­on bestim­men – näm­lich dezen­tra­le, mobi­le und durch­gän­gig ver­netz­te Pro­zess­ket­ten. Dabei steht der loka­le Aspekt im Vor­der­grund: Part­ner-Unter­neh­men kön­nen im Rah­men der „Pro­tec­ti­ve Mask Initia­ti­ve” ganz indi­vi­du­ell ihren Bedarf an FFP2-Mas­ken vor Ort pro­du­zie­ren. Grund­la­ge hier­für ist ein moder­nes Pay-per-Use-Modell. Die Fir­ma XYZ001 fun­giert dabei als Eigen­tü­mer der Pro­duk­ti­ons­li­ni­en und stellt den Sys­tem­part­nern die Anla­ge­gü­ter zur Verfügung.

Equipment-as-a-Service Modell
Equip­ment-as-a-Ser­vice Modell (EaaS) für die Maskenfertigung
 

Das Beson­de­re an dem Kon­zept: Der für die Mas­ken­pro­duk­ti­on benö­tig­te Shopf­loor lässt sich ganz fle­xi­bel über­all dort instal­lie­ren, wo ledig­lich drei Res­sour­cen zur Ver­fü­gung ste­hen – genü­gend Raum, ein Strom­an­schluss sowie eine W‑LAN-Ver­bin­dung. Dabei beglei­ten Service-Techniker*innen von XYZ001 die kom­plet­te, fer­ti­gungs­be­zo­ge­ne Wert­schöp­fungs­ket­te – von der Auf­stel­lung und dem Betrieb der Maschi­nen bis hin zu Schu­lun­gen und War­tung. Der Nach­schub an Roh­ma­te­ria­li­en und Ver­schleiß­tei­len läuft voll auto­ma­ti­siert und „just in time”. Eine wei­te­re Beson­der­heit: Partner*innen, die nicht für den Eigen­be­darf pro­du­zie­ren, pro­fi­tie­ren von einer gere­gel­ten Abnah­me zu fai­ren Fix­prei­sen. Zudem fließt ein Cent pro gefer­tig­ter Mas­ke in loka­le öko­lo­gi­sche und sozia­le Projekte.

800 Millionen Masken pro Jahr produzieren

Dabei hat Oli­ver Fiech­ter ein ehr­gei­zi­ges Ziel im Visier: Bis zum Herbst die­sen Jah­res sol­len bei XYZ001 euro­pa­weit 50 Maschi­nen in den Pro­duk­tiv­be­trieb gehen und rund 800 Mil­lio­nen Mas­ken pro Jahr fer­ti­gen. Um den Markt noch bes­ser bedie­nen zu kön­nen, setzt das Unter­neh­men mit sei­nen Partner*innen kon­se­quent auf einen inte­grier­ten Ansatz – von der haus­ei­ge­nen Fer­ti­gung von Roh­stof­fen bis zur Logis­tik und dem Ver­trieb der Mas­ken. Dies mani­fes­tiert sich in diver­sen Koope­ra­tio­nen, bei­spiels­wei­se mit loka­len Hersteller*innen von Meltblown-Vlies, dem wich­tigs­ten Roh­stoff für die Mas­ken­pro­duk­ti­on. Dar­über hin­aus arbei­tet XYZ001 mit kom­pe­ten­ten Maschinen-Anbieter*innen zusam­men. Dabei ist die Mas­ken­pro­duk­ti­on erst der Anfang. XYZ001 plant ein schnell wach­sen­des Port­fo­lio von Health­ca­re- und Hygie­ne-Pro­duk­ten, die nach dem glei­chen Modell im Sys­tem­ver­bund mit loka­len Partner*innen und Abnehmer*innen euro­pa­weit her­ge­stellt und ver­trie­ben werden.

Fujitsus Rolle in dem Projekt

Als beson­ders wich­tig in dem Kon­zept erweist sich die durch­gän­gi­ge Ver­net­zung und Digi­ta­li­sie­rung der betei­lig­ten Kom­po­nen­ten. Daher sind sämt­li­che Maschi­nen an eine zen­tra­le Cloud-Umge­bung ange­schlos­sen. Über die­se wer­den alle rele­van­ten Daten ver­ar­bei­tet und an das ERP-Sys­tem über­tra­gen. Zudem stellt die Cloud wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen für die Systempartner*innen in einem Web­por­tal bereit. Für die IT-sei­ti­ge Umset­zung benö­tigt XYZ001 einen ver­läss­li­chen und kom­pe­ten­ten Dienst­leis­ter, der über genü­gend Erfah­rung und Exper­ti­se in der Kon­zep­ti­on und Bereit­stel­lung per­for­man­ter Cloud-Archi­tek­tu­ren ver­fügt. Daher hat der Mas­ken­pro­du­zent uns von Fuji­tsu ins Boot geholt. Unse­re Expert*innen haben auf Basis der Con­nec­ted Ser­vices eine ganz­heit­li­che Lösung ent­wi­ckelt, mit der sich die Daten­kom­mu­ni­ka­ti­on inner­halb der Cloud-Infra­struk­tur per­fekt abbil­den und steu­ern lässt.

Webbasiertes Dashboard visualisiert Datenkommunikation

So haben wir in der ers­ten Pha­se des Pro­jekts eine Vir­tu­al Pri­va­te Cloud (VPC) in Ama­zon Web Ser­vices (AWS) auf­ge­setzt. Zen­tra­les Ele­ment ist ein web­ba­sier­tes Dash­board. Die­ses dient als Dreh­schei­be für die Über­tra­gung von Maschi­nen­da­ten und die Kom­mu­ni­ka­ti­on zum ERP-Sys­tem. Zudem wer­den über das Dash­board ein­wand­freie Tei­le und Aus­schuss­da­ten visua­li­siert. In die Gesamt­lö­sung inte­griert sind eben­so eine grund­le­gen­de Benut­zer­ver­wal­tung mit Berech­ti­gungs­kon­zept sowie die siche­re Auf­be­wah­rung von Maschi­nen­da­ten im Cloud-Spei­cher. Dabei war die Zusam­men­ar­beit der bei­den Part­ner in der ers­ten Pha­se von einer hohen Effi­zi­enz geprägt, was sich in der kur­zen Pro­jekt­zeit bemerk­bar mach­te. Nach­dem das Pro­jekt im März gestar­tet ist, kann die Lösung bereits im Mai in den Pro­duk­tiv­be­trieb gehen und in vol­lem Umfang genutzt werden.

In der zwei­ten Pha­se ist dar­über hin­aus geplant, gemein­sam den Gesamt­pro­zess zu opti­mie­ren und die IT-Sicher­heit auf ein neu­es Niveau zu heben. Zudem soll das Dash­board dahin­ge­hend erwei­tert wer­den, dass auch die Anlagenbetreiber*innen ihre indi­vi­du­el­len Daten ein­se­hen kön­nen. Und nicht zuletzt wer­den wir in naher Zukunft auch den kom­plet­ten Betrieb der Cloud-Umge­bung sowie den Sup­port übernehmen.

Mit Fujitsu das Digitalisierungspotenzial effizient nutzen

„Fuji­tsu fun­giert in dem Pro­jekt als wert­vol­ler und unver­zicht­ba­rer IT-Part­ner, der mit durch­dach­ten Tech­no­lo­gien, hoher fach­li­cher Kom­pe­tenz und exzel­len­ter Bera­tungs­qua­li­tät über­zeugt. Wir pro­fi­tie­ren dadurch von allen erfor­der­li­chen IT-Res­sour­cen, die wir für die trans­pa­ren­te Abbil­dung der Maschi­nen­da­ten-Flüs­se in der Cloud-Umge­bung benö­ti­gen. Nur so kön­nen wir das hohe Poten­zi­al der Digi­ta­li­sie­rung effi­zi­ent nut­zen und durch­gän­gig ver­netz­te Wert­schöp­fungs­ket­ten im Sin­ne von Indus­trie 4.0 imple­men­tie­ren. Dadurch kom­men wir unse­rem Ziel näher, Schutz­mas­ken in bestän­di­ger Qua­li­tät und kon­stant hoher Stück­zahl für den gesam­ten euro­päi­schen Markt flä­chen­de­ckend, kos­ten­güns­tig und nach­hal­tig bereit­zu­stel­len”, resü­miert Oli­ver Fiechter.

Schlagwörter: , , ,

Story Page