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Smarte Mobilität im Fokus – mit Sektor- und Technologiekopplung erfolgreich in die Zukunft

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Ein Bei­trag von Jens Bei­er und Anja Rothe.

Mobi­li­tät ist eines der wich­tigs­ten mensch­li­chen Grund­be­dürf­nis­se. Für smar­te, digi­tal getrie­be­ne Mobi­li­täts­kon­zep­te reicht es jedoch nicht mehr aus, ein­zel­ne Sek­to­ren und Tech­no­lo­gien iso­liert zu betrach­ten. Mobi­li­tät, IT und Fer­ti­gung soll­ten heu­te Hand in Hand gehen, um durch­gän­gi­ge und ganz­heit­li­che Lösun­gen zu gewähr­leis­ten. Fuji­tsu bie­tet hier­für durch­dach­te und zukunfts­fä­hi­ge Technologien.

Ende 2020 …

…hat­te die „Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on” der Mobi­li­tät Hoch­kon­junk­tur. Omni­prä­sen­te The­men waren dabei auch immer wie­der „Öko­sys­te­me” sowie „Sek­tor- und Tech­no­lo­gie­kopp­lung”. Wo ste­hen wir also der­zeit in der „digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on” eines so wich­ti­gen mensch­li­chen Grund­be­dürf­nis­ses wie der Mobi­li­tät? Um die­ser Stand­ort­be­stim­mung nach­zu­ge­hen, aber auch einen Aus­blick in die Zukunft zu geben, habe ich mit Anja Rothe, Busi­ness Deve­lo­p­ment Mana­ger Auto­mo­ti­ve & Mobi­li­ty bei Fuji­tsu, gespro­chen.

Jens Bei­er: Anja, in Zei­ten stark ein­ge­schränk­ter Mobi­li­tät – ob Urlaub, Arbeit oder pri­va­te Tref­fen – befas­sen sich die bei­den meist gese­he­nen Fuji­tsu Acti­va­te Now Bei­trä­ge auf You­Tube mit Mobi­li­tät: zum einen die Key­note von Jörn Nit­sch­mann und Tamy Ribei­ro und dicht gefolgt Dei­ne Key­note zusam­men mit Ste­fa­nie Horn. Wel­ches Feed­back hast Du dazu bekom­men? Was hat die Zuhörer*innen gera­de an die­sem The­ma und zu die­ser Zeit am meis­ten bewegt?

Eingeschränkte Mobilität durch die Pandemie – wie reagieren die Bürger*innen darauf?

Anja Rothe: Ganz klar: Die Covid-19-Pan­de­mie hat die Mobi­li­tät rund um den Glo­bus dis­rup­tiv gestört, und die­se Aus­wir­kun­gen wer­den auch mit­tel­fris­tig noch deut­lich spür­bar sein. Unse­re Mobi­li­täts­öko­sys­te­me muss­ten und müs­sen sich mit neu­en Nut­zer­prä­fe­ren­zen, Tech­no­lo­gien und Vor­schrif­ten auseinandersetzen.

Die Men­schen mach­ten die eige­ne Gesund­heit seit dem letz­ten Jahr natür­lich wie­der zu einer der höchs­ten Prio­ri­tä­ten – so beweg­te und frus­trier­te vor allem, dass vie­le lang­jäh­ri­ge Gewohn­hei­ten und Vor­lie­ben geän­dert wer­den muss­ten, um Infek­tio­nen zu ver­mei­den. Für den Mobi­li­täts­sek­tor hat­te das zur Kon­se­quenz, dass Fahr­ten all­ge­mein erst ein­mal extrem stark redu­ziert und Ver­kehrs­mit­tel bevor­zugt wur­den, die als siche­rer und hygie­ni­scher wahr­ge­nom­men wer­den. Sprich das eige­ne Auto wur­de wie­der viel gefrag­ter, wäh­rend „Shared Mobi­li­ty” sowie Öffent­li­cher Per­so­nen­nah­ver­kehr (ÖPNV) einen dra­ma­ti­schen Rück­gang erleb­te. Im März und April 2020 brach bei­spiels­wei­se die Zahl der Fahr­gäs­te von Bus und Bahn in vie­len deut­schen Städ­ten und Gemein­den um bis zu 90 Pro­zent ein. Wei­te­re Stu­di­en bele­gen, dass auch die „neue” Mobi­li­tät wie das „Ride-hai­ling” in den ers­ten Mona­ten der Covid-19-Kri­se um ca. 60–70 Pro­zent weni­ger Nutzer*innen welt­weit hatte.

Die zen­tra­le Fra­ge des Feed­backs und der Gesprä­che im Freun­des- und Arbeits­kreis war daher auch, wie nach­hal­tig die Pan­de­mie unse­re Mobi­li­tät ver­än­dert und ob die gro­ße Beschleu­ni­gung der „zukünf­ti­gen” Mobi­li­tät zum lan­gen Still­stand kommt.

Liegt die erfolgsversprechende Zukunft der Mobilität in Scherben?

Jens Bei­er: Kann man – ein Jahr seit Beginn der Pan­de­mie – dar­auf bereits eine ein­deu­ti­ge Ant­wort zu geben?

Anja Rothe: Es scheint ganz so, dass die­ser ers­te Ein­druck des Still­stands getäuscht hat. Denn die Markt­be­ob­ach­tun­gen zei­gen, dass jüngs­te Trends wei­ter­hin einen posi­ti­ven Ein­fluss auf die Ent­wick­lung die­ser Mobi­li­tät haben:

Zum Bei­spiel wur­de vie­ler­orts mehr Raum für Fahr­rä­der und Rol­ler geschaf­fen, indem Städ­te Fahr­spu­ren für Autos neu defi­niert haben. Das kommt dem Kon­zept der mul­ti-moda­len Mobi­li­tät voll zugu­te. Oder staat­li­che Anrei­ze zur Unter­stüt­zung der Auto­mo­bil­in­dus­trie haben die Ent­wick­lung von Elek­tro­fahr­zeu­gen (EVs) wei­ter sti­mu­liert. Das kann ich schon heu­te auch im eige­nen Umfeld wahr­neh­men. Die Umstel­lung des Auto­baus und die Fahr­zeug­ver­käu­fe zuguns­ten von E‑Autos sind also in vol­lem Gan­ge. Auch durch­dach­te, „neue” Mobi­li­täts­an­ge­bo­te in Städ­ten wie Ber­lin wur­den in ihrer Ent­wick­lung nicht gestoppt, son­dern glück­li­cher­wei­se wei­ter­ge­trie­ben und ste­hen zur Ver­fü­gung. Zum einen weil man die posi­ti­ven Effek­te für den Kli­ma­wan­del wie mess­bar ver­bes­ser­te Luft­qua­li­tät in den Bal­lungs­zen­tren wahr­ge­nom­men hat und zum ande­ren auch weil wei­ter­hin an den strik­te­ren Rege­lun­gen zum CO2-Aus­stoß oder dem viel dis­ku­tier­ten Die­sel-Bann in Groß­städ­ten welt­weit fest­ge­hal­ten wird. Außer­dem wird natür­lich auch die Digi­ta­li­sie­rung der Arbeit einen gro­ßen Anteil des täg­li­chen Ver­kehrs – Pend­ler­ver­kehr und inlän­di­sche Dienst­rei­sen – nach­hal­tig verändern.

Fazit: Die Pan­de­mie hat uns sicher eine kur­ze Mobi­li­täts­pau­se ver­ord­net, die aber genutzt wur­de, um das neue „Nor­mal” unse­rer Mobi­li­tät zu schaffen.

Sektorkopplung als ganzheitliche Lösung

Jens Bei­er: Sek­tor­kopp­lung war für mich eines der span­nends­ten The­men der BITKOM Digi­tal Trans­for­ma­ti­on Week, bei der der Staats­se­kre­tär des BMWi, Andre­as Feicht, wert­vol­le Gedan­ken über die Zusam­men­hän­ge der Indus­trie­sek­to­ren Ener­gie, Mobi­li­tät und IT äußerte.

In der E‑Mobilität wird das Zusam­men­wir­ken also schon klar. Das Fahr­zeug wird oft als Ser­ver auf Rädern bezeich­net, das in einer digi­ta­li­sier­ten Umge­bung gefer­tigt wird. In punc­to Fer­ti­gung, Mobi­li­tät und IT – wie schätzt Du den Bei­trag ein, den Fuji­tsu hier in Koope­ra­tio­nen und inter­dis­zi­pli­nä­re Part­ner­schaf­ten ein­brin­gen kann?

Anja Rothe: Zunächst sind wir selbst Her­stel­ler der Digi­ta­len Infra­struk­tur: Ob Main­frame oder Note­book, ob Sto­rage-Sys­tem oder 5G-Tech­nik – wir ver­ste­hen Tech­no­lo­gien als Lösun­gen. Fuji­tsu ist aber auch einer der welt­wei­ten Top 10 IT-Ser­vice­pro­vi­der mit über 50 Jah­ren Erfah­rung in der Auto­mo­bil­in­dus­trie. Mit die­ser Kom­pe­tenz und Exper­ti­se leis­ten wir für das Fahr­zeug der Zukunft einen bedeu­ten­den Mehrwert.

Unse­re Kund*innen ent­wi­ckeln, fer­ti­gen und nut­zen ein Pro­dukt: das „Auto”, das sich über sei­nen Lebens­zy­klus hin­weg sowohl beim Her­stel­ler – ver­ant­wort­lich für Pro­dukt­haf­tung – als auch beim Mobi­li­täts­an­bie­ter – ver­ant­wort­lich für Ser­vice, Sicher­heit, Ver­si­che­rung, Betrieb, etc. – in eine Umge­bung inte­grie­ren muss.

Auf­grund die­ser Anfor­de­run­gen gene­riert sowohl die Ent­wick­lung als auch die Fer­ti­gung der Fahr­zeu­ge extrem hohe Men­gen von Daten – Ten­denz wei­ter stei­gend. Die Funk­tio­na­li­tä­ten wer­den immer kom­ple­xer und als Kon­se­quenz auch die Absi­che­rung und Pro­duk­ti­on der Fahr­zeu­ge. Wir unter­stüt­zen unse­re Kund*innen mit den rich­ti­gen Ana­ly­tics- und Big-Data-Lösun­gen. Dabei stei­gern wir die Effi­zi­enz ihrer Kern­kom­pe­ten­zen und Allein­stel­lungs­merk­ma­le – natür­lich immer unter Wah­rung der bekann­ten Produktqualität.

Jens Bei­er: Hast du dafür ein aktu­el­les Bei­spiel, um es kon­kre­ter zu machen?

Anja Rothe: Ein Bei­spiel ist die „Shopfloor”-Optimierung mit Smart Qua­li­ty Inspec­tion. Dabei han­delt es sich um ein Deep-Lear­ning-Frame­work zur Auto­ma­ti­sie­rung der Qua­li­täts­prü­fung inner­halb der Pro­duk­ti­on auf Basis von Künst­li­cher Intel­li­genz und/oder Analytics.

Dar­über hin­aus stellt Fuji­tsu für den Betrieb der Fahr­zeu­ge eine Digi­tal Twin Suite bereit.

Der Einsatz eines Mobility Digital Twin

Der Einsatz eines Mobility Digital TwinJens Bei­er: Das klingt total span­nend. Das Kon­zept des Digi­ta­len Zwil­lings an sich ist ja nicht wirk­lich neu. Aber wor­in bestehen die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen beim Mobi­li­ty Digi­tal Twin? Und was macht Fuji­tsu hier anders – und besser?

Anja Rothe: Unse­re Kund*innen kön­nen mit­hil­fe die­ser Platt­form Daten in Echt­zeit ver­wal­ten sowie ana­ly­sie­ren und damit das Poten­zi­al gro­ßer Daten­men­gen ziel­ge­rich­tet nut­zen. Mit den so gewon­ne­nen Infor­ma­tio­nen über Fahrer*in, Fahr­zeu­ge und sich ver­än­dern­de Ver­kehrs­si­tua­tio­nen kön­nen sämt­li­che Part­ner im Öko­sys­tem viel­fäl­ti­ge Mobi­li­täts-Appli­ka­tio­nen deut­lich ein­fa­cher aufbauen.

Wirtschaftlich, robust und sicher

Jens Bei­er: Der Inte­gra­ti­on von Tech­no­lo­gien in neue Mobi­li­täts-Archi­tek­tu­ren kommt ohne Zwei­fel eine bedeu­ten­de Rol­le zu. Wirt­schaft­lich, robust und sicher soll es sein.

Anja Rothe: Rich­tig, Mobi­li­tät ist „mis­si­on cri­ti­cal”– dar­über besteht abso­lu­te Einig­keit. Dabei steht die Sicher­heit von Passagier*in, Fracht und Ver­kehrs­raum immer an obers­ter Stel­le. Von Bedeu­tung ist aber auch die funk­tio­na­le Sicher­heit der Fahr­zeu­ge – Stich­wort Soft­ware Updates. Fuji­tsu trägt hier mit Tech­no­lo­gien wie WP.29-konformem OTA (Over-the-Air) dazu bei, die not­wen­di­gen Daten aus den Rechen­zen­tren sicher in die Fahr­zeu­ge zu brin­gen, ob nun in Grid- oder Cloud-Archi­tek­tu­ren. Die Pro­zes­se rund um die Daten­si­cher­heit der Fahr­zeu­ge adres­siert unser Vehi­cle Secu­ri­ty Ope­ra­ti­ons Cen­ter (VSOC).

Außer­dem ver­fü­gen wir über ein Allein­stel­lungs­merk­mal, das uns deut­lich vom Wett­be­werb im Markt abhebt: Wir inte­grie­ren moderns­te Tech­no­lo­gien wie Block­chain, Künst­li­che Intel­li­genz und vor allem Quan­tum-inspi­rier­te Opti­mie­rung in die­se Szenarien.

Deut­lich wird dies zum Bei­spiel am Use Case „Auto­mo­ti­ve trifft Logis­tik – Sek­tor­kopp­lung at its best”. Fuji­tsu und Toyo­ta Sys­tems haben gemein­sam erfolg­reich in Japan die Opti­mie­rung von Lie­fer­ket­ten- und Logis­tik­netz­wer­ken demons­triert, die für die Unter­stüt­zung der Auto­mo­bil­pro­duk­ti­on uner­läss­lich sind. Dabei kam die Quan­tum-inspi­rier­te Com­pu­ting-Lösung von Fuji­tsu zur Anwen­dung. Die­se soll­te den kos­ten­ef­fi­zi­en­tes­ten Ansatz für ein Opti­mie­rungs­pro­blem in der Lie­fer­ket­te für Auto­mo­bil­tei­le ermit­teln. Und zwar unter der Berück­sich­ti­gung von Hun­der­ten von Zulie­fe­rern mit mehr als 3 Mil­lio­nen mög­li­chen Lie­fer­rou­ten zu Dut­zen­den von Fabri­ken. Letzt­lich konn­te eine opti­ma­le Rou­te ermit­telt wer­den, die ein Ein­spa­rungs­po­ten­ti­al der immens hohen Logis­tik­kos­ten um ca. 2 bis 5 % hat.

Smart Cities & Regions – Verpflichtung und Chance zugleich für lebenswertere & nachhaltige Städte

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Dann emp­feh­len wir Ihnen die Brea­k­out Ses­si­on auf unse­rem Event Fuji­tsu Acti­va­te Now: Dar­in erfah­ren Sie, wie wir in Koope­ra­ti­on mit dem Ham­bur­ger Hafen drei ver­netz­te Ver­kehrs­trä­ger in einer Stadt­um­ge­bung – Schiff, Schie­ne, Stra­ße – inte­griert haben. Gemein­sam mit unse­ren Kund*innen stel­len wir uns aktu­ell sol­chen Her­aus­for­de­run­gen.

Reimagine – Die Mobilität der Zukunft gemeinsam gestalten

…ist unser Cre­do. Wir den­ken heu­te die Mobi­li­tät neu und lie­fern dazu gleich die pas­sen­den Stra­te­gien, Tech­no­lo­gien und Lösun­gen. Mehr dazu lesen Sie hier.

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