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Weder staubtrocken noch praxisfremd – „IS Theory Development” mit Prof. Dr. Ali Sunyaev im Interview

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten
IS Theory Development - mit Prof. Dr. Ali Sunyaev im Interview
Die Teil­neh­mer des Dok­to­rand­ensemi­nars „IS Theo­ry Deve­lop­ment” – Theo­ri­en nah an der Pra­xis

Wenn etwas prak­tisch funk­tio­nie­ren soll, muss zunächst die Theo­rie klar sein. Wir müs­sen wis­sen, was wir wann und wie zu tun haben, um ein Pro­jekt erfolg­reich zum Abschluss zu brin­gen. Mit die­sen Theo­ri­en beschäf­tig­ten sich rund 30 Dok­to­ran­din­nen und Dok­to­ran­den auf dem vom Anwen­der­ver­ein Fuji­tsu NEXT e.V. gespon­ser­ten Dok­to­rand­ensemi­nar „IS Theo­ry Deve­lop­ment” – und dabei ging es kei­nes­wegs um „staub­tro­cke­ne Gedan­ken­ge­rüs­te”. Nah an der Pra­xis, facet­ten­reich und viel­fäl­tig stell­ten die Teil­neh­mer ihre For­schungs­pro­jek­te aus den ver­schie­dens­ten Berei­chen vor. Prof. Dr. Ali Sun­ya­ev, Pate des Pro­jekts, ver­rät uns in einem Inter­view, wor­um es in Kas­sel genau ging und war­um Theo­rie und Pra­xis nur im Team funk­tio­nie­ren kön­nen.

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Fujitsu NEXT e.V. sponsert ein Doktorandenseminar mit dem Titel „IS Theory Development”. Sie sind im Wissenschaftlichen Beirat des Anwendervereins und Pate für dieses Projekt. Wann genau fand das Seminar wo statt und wer nahm daran teil?

Ali_Sunyaev_IS_Theory_Development_1024Unser Dok­to­rand­ensemi­nar „IS Theo­ry Deve­lop­ment” fand vom 26. Juli bis zum 28. Juli in den Räum­lich­kei­ten des Wis­sen­schaft­li­chen Zen­trums für Infor­ma­ti­ons­tech­nik-Gestal­tung (ITeG) der Uni­ver­si­tät Kas­sel statt. Die Teil­neh­mer waren in ers­ter Linie Dok­to­ran­din­nen und Dok­to­ran­den auf dem Gebiet der Wirt­schafts­in­for­ma­tik. Ins­ge­samt konn­ten wir ca. 30 Dok­to­ran­din­nen und Dok­to­ran­den, Gast­pro­fes­so­ren und wei­te­re Gäs­te von diver­sen Uni­ver­si­tä­ten aus ganz Deutsch­land, dar­un­ter Ham­burg, Mün­chen und Köln bei uns begrü­ßen.

Ganz beson­ders haben wir uns dar­über gefreut, dass wir mit Unter­stüt­zung des Fuji­tsu NEXT e.V. Prof. Dr. Supra­teek Sar­ker von der Uni­ver­si­ty of Vir­gi­nia für unser Semi­nar gewin­nen konn­ten. Prof. Sar­ker gehört zu den füh­ren­den Exper­ten auf dem Gebiet der qua­li­ta­ti­ven Theo­rie­ent­wick­lung und hat lang­jäh­ri­ge Erfah­rung als Review­er und Edi­tor hoch­ran­gi­ger Zeit­schrif­ten in der Wirt­schafts­in­for­ma­tik. Der­zeit ist er Edi­tor-in-Chief des Jour­nal of the Asso­cia­ti­on for Infor­ma­ti­on Sys­tems.

Der Titel des Seminars klingt nach staubtrockenen Gedankengerüsten. Doch wenn so viele junge Menschen sich dafür begeistern, ist das vermutlich nicht der Fall. Welchen Bezug zur IT-Praxis haben die Theory-Development-Forschungen?

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Prof. Dr. Ali Sun­y­ev (links) und Prof. Dr. Supra­teek Sar­ker

Kurt Lewin sag­te einst: „Es gibt nichts prak­ti­sche­res als eine gute Theo­rie“. Die­ses Mot­to hat uns durch das gesam­te Semi­nar gelei­tet. Dabei hat sich gezeigt dass alle durch die teil­neh­men­den Dok­to­ran­din­nen und Dok­to­ran­den vor­ge­stell­ten For­schungs­pro­jek­te einen star­ken Bezug zur Pra­xis haben und meis­tens durch ein ganz prak­ti­sches und real­welt­i­ches Pro­blem moti­viert sind. Span­nend dabei war für mich vor allem die Viel­fäl­tig­keit der vor­ge­stell­ten For­schungs­pro­jek­te.

Eines der For­schungs­pro­jek­te beschäf­tigt sich bei­spiels­wei­se mit der Ver­bes­se­rung der Akzep­tanz von Zer­ti­fi­ka­ten für Cloud-Diens­te, ein ande­res mit den Her­aus­for­de­run­gen der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on und wie­der ein ande­res mit Infor­ma­ti­ons­si­cher­heit im Kon­text von per­so­na­li­sier­ter Medi­zin. Ich den­ke, dass dies alles Pro­jek­te mit hoher prak­ti­scher Rele­vanz sind. 

Wie werden die IT-Praktiker, in diesem Fall die NEXT-Mitglieder, über die Ergebnisse des Seminars informiert?

Ins­ge­samt steht die Ent­wick­lung inno­va­ti­ver Lösungs­kon­zep­te in enger Koope­ra­ti­on mit der Pra­xis im Fokus aller vor­ge­stell­ten For­schungs­pro­jek­te. So haben unse­re Teil­neh­mer bspw. bereits wäh­rend des Semi­nars Über­le­gung dar­über ange­stellt und dis­ku­tiert, wie die von ihnen ent­wi­ckel­ten Theo­ri­en zur ganz­heit­li­chen Lösung der zugrun­de­lie­gen­den Pra­xis­pro­ble­me bei­tra­gen kön­nen. Dar­über hin­aus wer­den eini­ge unse­rer Teil­neh­mer die NEXT-Mit­glie­der über aus­ge­wähl­te For­schungs­pro­jek­te in Form von Vor­trä­gen infor­mie­ren.

In der Ver­gan­gen­heit konn­ten wir bereits den ein oder ande­ren Vor­trag in die­sem Rah­men bei den Fuji­tsu Arbeits­krei­sen orga­ni­sie­ren. Der nächs­te Vor­trag ist bereits geplant. Dort wird ein Teil­neh­mer des Semi­nars dem Arbeits­kreis „Anwen­dun­gen-Lösun­gen-Ser­vices” im Sep­tem­ber die­sen Jah­res sein aktu­el­les For­schungs­pro­jekt zum The­ma dyna­mi­sche Zer­ti­fi­zie­rung von Cloud-Diens­ten vor­stel­len.

Herr Sunyaev, vielen Dank für dieses Interview!

Am 26. und 27. Sep­tem­ber auf der Arbeits­kreis­ta­gung „Lösun­gen-Anwen­dun­gen-Ser­vices” berich­ten die Teil­neh­mer mit Vor­trä­gen über ihre Ergeb­nis­se. Wie lässt sich zum Bei­spiel die Akzep­tanz von Cloud-Zer­ti­fi­ka­ten erhö­hen? Als The­ma der Digi­ta­li­sie­rung gewinnt die Cloud im Zuge von Hybrid IT immer mehr an Bedeu­tung, die Sicher­heits­be­den­ken jedoch blei­ben. Wo betrei­ben die Anbie­ter ihre Rechen­zen­tren und arbei­ten sie mit ver­schlüs­sel­ten Daten? Als eines der Top The­men steht Sicher­heit ganz oben auf der Agen­da der Arbeits­kreis­ta­gung. Alle Ter­mi­ne des Anwen­der­ver­eins Fuji­tsu NEXT e.V. erhal­ten Sie auf der Inter­net­sei­te des Ver­eins eben­so wie in Fuji­tsu Aktu­ell regel­mä­ßig als Zusam­men­fas­sung – und hier gehts es direkt zur Tagung am 26. und 27. Sep­tem­ber in Düs­sel­dorf.

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