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Keine Zentralheizung, aber jede Menge Wärme: Mit Fujitsu und Susann für ein Jahr nach Tokio, Japan

Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten

Was in Deutsch­land kaum vor­stell­bar scheint, gilt in Japan in älte­ren Gebäu­den als nor­mal: Sie besit­zen kei­ne Zen­tral­hei­zung. Wenn wir im Win­ter frie­ren, dre­hen wir in der gesam­ten Woh­nung ein­fach die Hei­zung auf. Für gemüt­li­che Stun­den fachen wir den Kamin an oder wir ver­ste­cken uns zusätz­lich noch unter einer kusche­li­gen Decke. Ein Haus ohne Zen­tral­hei­zung – bei uns undenk­bar, in Japan kei­ne Sel­ten­heit. Um sich warm zu hal­ten, grei­fen die Japa­ner auf „Insel­lö­sun­gen” zurück und auch unse­re Kol­le­gin Susann hat sich von einer die­ser Inseln „infi­zie­ren” las­sen. Für ein Jahr tauscht sie ihren Schreib­tisch in Mün­chen gegen ein Groß­raum­bü­ro in Tokio und zu Hau­se ent­spannt, arbei­tet und isst Susann täg­lich an ihrem wär­men­den „Kotatsu”.

Hin­ter dem „Kotatsu” steckt eine ein­fa­che, aber genia­le Idee und die Geschich­te des beheiz­ten Tisches geht auf eine lan­ge Tra­di­ti­on in Japan zurück. Ein­stö­cki­ge Häu­ser ver­füg­ten frü­her über eine als Gru­be ange­leg­te Feu­er­stel­le und die Bewoh­ner heiz­ten mit Holz­koh­le. Über das Loch stell­te man im Lau­fe der Zeit einen Tisch. Die­se Grund­form des „Kotatsu” hat sich bis heu­te gehal­ten – bis auf das Feu­er. Moder­ne „Kotatsu” ver­fü­gen über ein elek­tri­sches Heiz­ele­ment unter der Tisch­plat­te – auch der von Susann.

Wie man von der japa­ni­schen Kul­tur weiß, sit­zen die Fami­li­en an fla­chen Tischen am Boden. Dies natür­lich auch im Win­ter. Und da die älte­ren Gebäu­de in Japan kei­ne zen­tra­le Hei­zung vor­wei­sen, wer­den eben die ver­schie­de­nen Ele­men­te der Woh­nung „beheizt”. In frü­he­ren Zei­ten hat man die Wär­me unter dem Tisch mit Glut aus einem Feu­er erzeugt. Heu­te ist es ein­fa­cher – ich ste­cke ein­fach den Ste­cker in die Steckdose.

Nie­mand muss am Ende frieren

Susanns_Kotatsu_querZu einem rich­ti­gen „Kotatsu” gehört auch eine am Tisch ange­brach­te Decke. So bleibt die Wär­me unter dem Tisch und wer an beson­ders kal­ten Tagen friert, kann sich ein­fach dar­un­ter kuscheln. Für Susann hat die­se japa­ni­sche Heiz­va­ri­an­te den Pra­xis­test defi­ni­tiv bestan­den. „Wär­men­de Insel­lö­sun­gen” gehö­ren für die Japa­ner zum All­tag, beheiz­te Decken, Schu­he und eine Viel­zahl von elek­tri­schen Heiz­kör­pern und Wär­me­ele­men­ten fül­len in Elek­tro­märk­ten teils gan­ze Eta­gen. Von den beheiz­ten Klo­bril­len aller­dings zeigt sich Susann noch nicht gänz­lich über­zeugt. Den „Kotatsu” jedoch beschreibt unse­re Kol­le­gin als „einen Traum für die kal­ten Win­ter­ta­ge, wenn man sowie­so nicht auf­ste­hen mag” und für ihre Rück­kehr nach Deutsch­land hat sie sich den ganz beson­de­ren Tisch eben­falls schon vorgemerkt.

Man kann sich dazu auch pas­sen­de Sitz­ele­men­te kau­fen, die einem das Sit­zen oder auch Lie­gen noch ein­mal ange­neh­mer machen. Am Ende hat man eine Lie­ge­wie­se für die gan­ze Fami­lie und nie­mand muss frieren.

Für Susann bleibt der „Kotatsu” der schöns­te Platz in Japan an einem kal­ten Win­ter­tag. Auch wir hal­ten uns schließ­lich bei fros­ti­gen Tem­pe­ra­tu­ren lie­ber an einem war­men, kusche­li­gen Ort auf. Zwar kön­nen wir uns eine Woh­nung oder ein Haus ohne Zen­tral­hei­zung und Iso­lie­rung kaum vor­stel­len, aber zusätz­li­che Wär­me­quel­len wie zum Bei­spiel ein Kamin ver­lei­hen auch in Deutsch­land jedem klir­rend kal­ten Tag behag­li­che Gemüt­lich­keit. Susann jeden­falls möch­te ihren „Kotatsu” nicht mehr mis­sen – weder in Tokio noch zu Hause.

Alle Bei­trä­ge von Susann fin­den Sie unter dem Schlag­wort „Rei­se­ta­ge­buch Japan”.

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