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Magisch und anders – „Christmas” in Tokio: Mit Fujitsu und Susann für ein Jahr nach Tokio, Japan

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

globalRen­tie­re, Lich­ter­ket­ten, schief ste­hen­de Weih­nachts­bäu­me und natür­lich Geschen­ke – jedes Jahr freu­en wir uns auf die besinn­li­che Zeit kurz vor dem Jah­res­wech­sel, auf Plätz­chen und vor allem dar­auf, ande­ren eine Freu­de zu berei­ten. Unse­re Kol­le­gin Susann erlebt die Vor­weih­nachts­zeit gera­de in Tokio. Vor eini­ger Zeit tausch­te Sie Ihren Schreib­tisch in Mün­chen gegen ein Groß­raum­bü­ro im Shi­o­do­me City Cen­ter, mit­ten in der japa­ni­schen Haupt­stadt. Tokio hat sich nach Hal­lo­ween über Nacht in ein „Weih­nachts­wun­der­land” ver­wan­delt. Den­noch blei­ben die Tage vom 24. bis 26. Dezem­ber in Japan ganz nor­ma­le Arbeitstage.

Weih­nach­ten ist hier als Fami­li­en­fest bezie­hungs­wei­se reli­giö­ser Fei­er­tag über­haupt kein The­ma und trotz­dem sieht man über­all Weih­nachts­bäu­me, kann Weih­nachts­kar­ten kau­fen und wird von Weih­nachts­lie­dern nur so beschallt.

Japan fei­ert Weih­nach­ten, aber im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes und mit einem ganz ande­ren Hin­ter­grund als die Men­schen in Euro­pa oder in den USA: die Reli­gi­on spielt an Weih­nach­ten im asia­ti­schen Raum kei­ne Rol­le. Den­noch genie­ßen die Japa­ner ihre Weih­nachts­zeit mit all ihren Lich­tern und Süßig­kei­ten eben­so wie wir in Euro­pa. Susann emp­fin­det die­ses Weih­nach­ten als „selt­sam” für die Japa­ner selbst, „schön und span­nend” und die Ver­wand­lung der Metro­po­le als „beein­dru­ckend”.

Lichtermeer

Obwohl in die­sem Land nie­mand die­ses Fest ab dem 24. Dezem­ber zele­briert, gibt es ab dem Tag nach Hal­lo­ween auf den Stra­ßen Tokios kein ande­res The­ma als „Christ­mas”. Über Nacht ver­wan­deln sich, wie durch Magie, die einst oran­ge­far­be­nen Kür­bis-Cafés in ein Weih­nachts­wun­der­land. Die gesam­te Stadt erscheint als ein Lich­ter­meer. Das ist wirk­lich beein­dru­ckend. Mich ver­setzt das in vor­weih­nacht­li­che Stim­mung und ich freue mich umso mehr auf die Zeit im Kreis mei­ner Familie.

Sil­ves­ter rückt die Fami­lie in den Mittelpunkt

TannenbaumAuch Weih­nachts­märk­te gehö­ren auf den Stra­ßen Tokios zum Fest dazu. In ganz Tokio exis­tie­ren nach Susanns Ein­schät­zung drei bis fünf klei­ne deut­sche Weih­nachts­märk­te mit Nürn­ber­ger Brat­würst­chen, Sauer­kraut und ori­gi­nal Hes­si­schem Apfel­glüh­wein – zu einem ent­spre­chend höhe­ren Preis. Die Bezeich­nung „klein” steht an die­ser Stel­le für einen Markt mit drei bis sie­ben Stän­den. Weih­nach­ten bleibt auch in Tokio zum Jah­res­en­de hin ein vor­herr­schen­des The­ma, obwohl die Japa­ner seit Jahr­hun­der­ten den Jah­res­wech­sel selbst als wich­tigs­ten Fami­li­en- und Fei­er­tag im gan­zen Jahr mit ganz eige­nen Bräu­chen feiern.

Obwohl die Tage vom 24. bis 26. Dezem­ber in Tokio als ganz nor­ma­le Werk­ta­ge gel­ten, nut­ze die jün­ge­re japa­ni­sche Genera­ti­on Weih­nach­ten gern als Vor­wand, um Par­tys zu fei­ern und der Ein­fluss der west­li­chen Welt ist für Susann in Tokio nicht zu über­se­hen. Am meis­ten pro­fi­tie­re davon zwar die Wer­be­in­dus­trie, aber auch die Japa­ner genie­ßen ihr „Christ­mas” und tau­schen eben­so gern Geschen­ke aus wie wir. Um die Weih­nachts­tra­di­ti­on in Japan bes­ser zu ver­ste­hen, star­te­te Susann eine klei­ne Recher­che und frag­te ihre Kol­le­gen. Ledig­lich einer von fünf feie­re tat­säch­lich kein Weih­nach­ten. Mit ech­ten Weih­nachts­bäu­men deko­rie­ren die Japa­ner ihre Woh­nun­gen trotz­dem sel­ten – aus Platzgründen.

Es gibt hier zwar sel­ten ech­te Weih­nachts­bäu­me, aber ger­ne haben auch die Japa­ner einen klei­nen Kunst­baum zur Deko­ra­ti­on in der Woh­nung ste­hen, je nach­dem wie es der Platz zulässt. Japa­ni­sche Woh­nun­gen sind sehr klein, da kommt es auch mal vor, dass der Baum nur auf einem Bild an der Wand hängt – was die Nut­zung von Platz angeht, da ist man hier sehr kreativ!

Susann genießt die­se irgend­wie magi­sche Zeit, wenn auch mit ande­rem Hin­ter­grund. In Tokio ste­hen besinn­li­che Tage in einem beein­dru­cken­den Weih­nachts­wun­der­land eben­so im Vor­der­grund wie bei uns. Tra­di­tio­nell gilt für die Japa­ner an Sil­ves­ter das, was für uns an Weih­nach­ten in den Mit­tel­punkt rückt – die Zeit mit der Fami­lie. Auch auf Susann war­tet ein beson­de­res Weih­nachts­ge­schenk, das uns den Grund­ge­dan­ken des Weih­nachts­fes­tes noch ein­mal näher bringt und auf das sie sich ganz beson­ders freut: ihre Familie.

Wir dan­ken Susann für ein span­nen­des Jahr und für die vie­len tol­len Ein­drü­cke aus Japan. Wir wün­schen unse­rer Kol­le­gin bereits an die­ser Stel­le eine wun­der­schö­ne, besinn­li­che Weih­nachts­zeit zu Hau­se und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Alle Bei­trä­ge unse­rer Kol­le­gin fin­den Sie unter dem Schlag­wort „Rei­se­ta­ge­buch Japan”.

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