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„Reine Anwesenheit ist kein Zeichen von Effizienz”: Vereinbarkeit von Familie und Beruf – Mütter bei Fujitsu

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Die Fami­lie und den Beruf unter einen Hut zu bekom­men, fällt nicht immer leicht. Das gilt für Väter eben­so wie für Müt­ter und auch für den Arbeit­ge­ber. Für weib­li­che Füh­rungs­kräf­te gestal­tet sich der Spa­gat zwi­schen Kind und Beruf oft beson­ders kom­pli­ziert – auch San­dra stand vor die­ser Her­aus­for­de­rung. Als Mut­ter von zwei Kin­dern im Alter von drei und acht Jah­ren managt San­dra ihren Job in der Per­so­nal­ab­tei­lung in einer Füh­rungs­po­si­ti­on mit Erfolg und wir sehen San­dra als gutes Bei­spiel dafür, dass Frau „trotz” Eltern­zeit erfolg­reich sein kann. Ste­fa­nie hin­ge­gen nutz­te ihre „Pau­se” für eine Wei­ter­bil­dung. Bei­de Müt­ter erzäh­len uns ihre Erfah­run­gen und ver­ra­ten uns, war­um sie sich an man­cher Stel­le mehr Aner­ken­nung für ihre Leis­tung als berufs­tä­ti­ge Mut­ter wünschen.

Für San­dra hängt der Erfolg der Kom­bi­na­ti­on „Mut­ter” und „Füh­rungs­kraft” maß­geb­lich von zwei Fak­to­ren ab: von den eige­nen Prio­ri­tä­ten und von einem fle­xi­blen und ver­ständ­nis­vol­len Chef. In San­dras Team arbei­ten meh­re­re Müt­ter und nicht nur sie arbei­ten in Teil­zeit. Ohne die Unter­stüt­zung „von oben” jedoch lässt sich beruf­li­cher Erfolg und Fami­lie kaum ver­ein­ba­ren, da ist sich San­dra sicher.

Man soll­te sehr genau über­le­gen, was man nach der Eltern­zeit will und wie für einen selbst eine gute Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf aus­se­hen kann, bezie­hungs­wei­se wel­che Prio­ri­tä­ten man hat. Außer­dem ist natür­lich auch eine ver­ständ­nis­vol­le Füh­rungs­kraft sehr wich­tig. Sie muss akzep­tie­ren, dass man zu „unge­wöhn­li­chen” Zei­ten das Büro ver­lässt und auch bei der Ter­min­pla­nung zum Bei­spiel von Mee­tings Rück­sicht neh­men. Ich muss sagen, mei­ne Füh­rungs­kraft unter­stützt mich hier sehr und das ist für mei­nen Erfolg sehr wichtig.

Zusätz­lich ver­schafft Fuji­tsu sei­nen Mit­ar­bei­tern die Mög­lich­keit, zeit- und orts­fle­xi­bel zu arbei­ten und ver­mit­telt außer­dem Kita-Plät­ze in der Nähe des Office. So las­sen sich Fami­lie und Beruf noch bes­ser ver­ein­ba­ren und auch San­dra nutz­te die­se Chance:

Die Ein­rich­tung ist toll. Und so nah am Office, dass der Zeit­ver­lust mini­mal ist. Schon gut, dass der Mün­che­ner Fuji­tsu-Stand­ort hier mitt­ler­wei­le 20 Plät­ze anbie­tet, zumal es in Mün­chen so schwer ist, über­haupt einen Platz zu bekommen.

Beitrag_bearbeiten_‹_Fujitsu_Aktuell_—_WordPressDa San­dra selbst ein Team von Mit­ar­bei­tern lei­tet, beschäf­tigt sie sich oft mit einer Fra­ge: Wie las­sen sich die vor­han­de­nen Poten­tia­le best­mög­lich nut­zen? Eine fle­xi­ble Zeit­ein­tei­lung darf in ihren Augen nicht zu einer Über­for­de­rung füh­ren. Erreicht man die­ses Ziel, arbei­ten Müt­ter mit einer hohen Zufrie­den­heit und einer eben­so hohen Pro­duk­ti­vi­tät. San­dra sieht die­se Erfah­rung aus zwei Blick­win­keln: Sie kennt die Situa­ti­on sowohl als Mut­ter als auch als Füh­rungs­kraft und sie weiß, in wel­chem Dilem­ma Müt­ter oft­mals stecken.

Ich habe die Erfah­rung gemacht, dass Müt­ter sehr fokus­siert und mit hoher Pro­duk­ti­vi­tät arbei­ten. Sie haben genau fest­ge­leg­te Zei­ten, in denen sie im Büro sind, weil Kin­der zum Bei­spiel vom Kin­der­gar­ten geholt wer­den müs­sen. Sie sind daher nicht so fle­xi­bel und kön­nen nicht „mal eben” län­ger blei­ben. Da Müt­ter das aber wis­sen, tei­len sie sich die Arbeits­zeit sehr gut ein und arbei­ten meist sehr effi­zi­ent. Rei­ne Anwe­sen­heit ist für mich dage­gen kein Zei­chen von Effizienz.

Nicht alle waren mit der „Umver­tei­lung” glücklich

Effi­zi­ent nutz­te auch Ste­fa­nie ihre Eltern­zeit. Sie arbei­tet im Bereich Ent­wick­lung von Lei­ter­plat­ten. Seit 2001 gehört sie dem Unter­neh­men an und im Jahr 2011 leg­te Ste­fa­nie wegen Schwan­ger­schaft und Eltern­zeit eine Pau­se ein. Eben­so wie für San­dra hängt der Erfolg des Wie­der­ein­stiegs vor allem von der Füh­rungs­kraft ab. Stefanie:

Vor mei­ner Schwan­ger­schaft hat­te ich Team­ver­ant­wor­tung und einen sehr for­dern­den Job. Durch mei­nen „Aus­fall” muss­ten Auf­ga­ben im Team umver­teilt wer­den und nicht alle waren glück­lich damit. Umso mehr haben sich dann alle gefreut, als ich wie­der gekom­men bin – auch ich selbst. Die Erfah­rung, etwas Abstand zu gewin­nen, hat die Sicht auf Vie­les rela­ti­viert. Das war wirk­lich eine gute und wich­ti­ge Erfah­rung für mich.

Für Ste­fa­nie begann mit der Zeit zu Hau­se gewis­ser­ma­ßen auch ein Neu­an­fang und sie kehr­te mit neu­en Auf­ga­ben in ihr Team zurück:

Die Eltern­zeit habe ich auch für eine Wei­ter­bil­dung genutzt und bin nach mei­ner Rück­kehr mit ande­ren Auf­ga­ben ins Team zurück­ge­kehrt. Der neue Fokus lag da eher auf Pro­jekt­ma­nage­ment und weni­ger auf  Team­füh­rung. Das hat ein­fach bes­ser zum Wie­der­eins­tig in Raten gepasst. Gestar­tet bin ich mit 16 Stun­den, habe dann lang­sam auf 20 erhöht und seit einem inter­nen Wech­sel arbei­te ich wie­der in Voll­zeit. Ob Eltern­zeit und Wie­der­eins­tig gut funk­tio­nie­ren, hängt in mei­nen Augen maß­geb­lich von der Füh­rungs­kraft ab – und ich hat­te Glück, bei mir lief das toll!

Eltern leis­ten jeden Tag einen dop­pel­ten Job – San­dra wünscht sich mehr Anerkennung

Bei­de Müt­ter zie­hen aus ihren Erfah­run­gen ein äußert posi­ti­ves Resü­mee. Nur Eines wünscht San­dra: Eltern bewe­gen sich gene­rell in einem stän­di­gen Span­nungs­feld zwi­schen Fami­lie und Beruf und leis­ten einen dop­pel­ten Job – jeden Tag. Für die­se Leis­tung wünscht sich San­dra an der ein oder ande­ren Stel­le mehr Wert­schät­zung und mit die­ser Ein­schät­zung steht sie garan­tiert nicht allei­ne da.

Im nächs­ten Bei­trag spre­chen wir mit einer Füh­rungs­kraft über das The­ma Eltern­zeit in einem span­nen­den Inter­view: Wo lie­gen die Schwer­punk­te? Was kann der Chef für sei­ne Mit­ar­bei­ter in die­ser Situa­ti­on tun? Wir freu­en uns jetzt schon auf ein Gespräch aus der „Chef-Per­spek­ti­ve” und dan­ken an die­ser Stel­le allen Betei­lig­ten, die uns ihre Geschich­te erzählt haben.

 

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