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Reiseboom in der japanischen „Golden Week”: Mit Fujitsu und Susann für ein Jahr nach Tokio, Japan

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Es macht einen Unter­schied, ob wir als Tou­rist und frei von jeg­li­chen Ver­pflich­tun­gen ein frem­des Land erkun­den, oder ob wir für einen begrenz­ten Zeit­raum dort leben und arbei­ten – wie Susann. Für ein Jahr tauscht sie ihren Schreib­tisch am Fuji­tsu Stand­ort Mün­chen gegen ein Groß­raum­bü­ro im Shi­o­do­me City Cen­ter mit­ten in Tokio und jetzt wag­te unse­re Kol­le­gin das Aben­teu­er „Urlaub”. Wir nen­nen die Aus­zeit an die­ser Stel­le bewusst Aben­teu­er, da die Japa­ner eine grund­sätz­lich ande­re Ein­stel­lung zu die­sem The­ma mit in den Betrieb brin­gen. Susann jeden­falls tat das, was ein Mit­ar­bei­ter in Tokio ihrem Ein­druck nach nie tun wür­de: Sie gönn­te sich eine drei­wö­chi­ge Pause.

Sich Urlaub zu neh­men, um ein­mal abzu­schal­ten gehört bei uns in Deutsch­land zum nor­ma­len Arbeits­all­tag. In Japan ver­tre­ten die Kol­le­gen eine grund­sätz­lich ande­re Auf­fas­sung, die Susann erstaunt und auch ein biss­chen nach­denk­lich stimmt. Wir alle ken­nen die Gedan­ken, die uns von einer Arbeits­pau­se unter Umstän­den abhal­ten kön­nen und die vie­le vor ihrem Urlaubs­an­tritt in die Waag­scha­le wer­fen: „Wenn mein Kol­le­ge im Office ist, muss ich auch da sein” oder „ich bin zu beschäf­tigt und kann jetzt nicht feh­len”. Für Susann über­wog die Vor­freu­de, immer­hin gab es auch außer­halb der Gren­zen Tokios für unse­re Kol­le­gin viel zu ent­de­cken. Die­ser auf­re­gen­den Zeit ent­ge­gen­fie­bernd reich­te sie ihren Urlaubs­an­trag ein und trat die­sen auch tat­säch­lich an – ihre japa­ni­schen Kol­le­gen staun­ten nicht schlecht.

Von bis zu 30 ver­füg­ba­ren Urlaubs­ta­gen wer­den hier in Japan durch­schnitt­lich nur zehn genom­men. Mir tun mei­ne Kol­le­gen da wirk­lich leid, die aus Über­zeu­gung sagen, dass sie maxi­mal einen Tag im Monat Urlaub neh­men, denn die zehn Tage sind auf das gan­ze Jahr ver­teilt. Für die Japa­ner selbst ist die­ses Ver­hal­ten aller­dings so nor­mal, dass es ein­fach nicht in Fra­ge gestellt wird – und bis zu einem gewis­sen Grad ist jeder selbst für sein Glück verantwortlich.

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Urlaub – Susann genoss ihre Zeit als „Tou­rist” in Japan in vol­len Zügen

Grund­sätz­lich rei­sen auch Japa­ner gern und für eine Woche im Jahr gehen alle „Sala­ry-men” in Urlaub, ganz Japan geht auf Rei­sen. Sowohl der 3. („Ver­fas­sungs­tag”) als auch der 4. („Tag des Grü­nens”) und 5. Mai („Kin­der­tag”) gel­ten in Japan als Fei­er­tag und bei­na­he alle Arbeit­neh­mer ver­su­chen in die­ser Zeit Brü­cken­ta­ge zu ergat­tern. Vie­le Unter­neh­men pas­sen sich dem tra­di­tio­nel­len Tenor an und schlie­ßen ihren Betrieb für die ver­blei­ben­den Werk­ta­ge ganz. In der „Gol­den Week” errei­chen die Prei­se für Flü­ge und Hotels durch­schnitt­lich einen Jah­res­höchst­wert. Rei­sen in die typi­schen Urlaubs­ge­bie­te zur „Gol­den Week” pla­nen die Japa­ner teils Jah­re im Vor­aus. Auf das Wet­ter kön­nen sich die Urlau­ber zu die­ser Jah­res­zeit in der Regel ver­las­sen und Anfang Mai heißt es dann über­all auf die Ent­span­nung fer­tig los.

Kei­ne Zug­ver­spä­tung inner­halb von drei Wochen – Susann reis­te auf Schienen

Ent­spannt und span­nend zugleich gestal­te­te sich auch die Urlaubs­zeit für Susann, nicht zuletzt weil die Zuver­läs­sig­keit des „Japan-Rail­pass” den Rei­se­spaß deut­lich anhob. Lus­ti­ge Ver­un­glimp­fun­gen des Rei­se­mit­tels auf Schie­nen ken­nen wir alle und jeder von uns hat schon ein­mal auf einen ver­spä­te­ten Zug gewar­tet. Susann nicht, als pünkt­lich, zuver­läs­sig, sau­ber und ange­nehm beschreibt unse­re Kol­le­gin die Rei­se­be­din­gun­gen durch das Land.

Susann_Post_11_2Was mich jedoch in mei­nen Urlaub beson­ders posi­tiv über­rascht hat, ist die Zuver­läs­sig­keit von Bus und Bahn. Auf die öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel ist bei uns nicht immer Ver­lass und ab und zu begeg­nen einem ver­schmutz­te Abtei­le oder unfreund­li­ches Per­so­nal. Hier exis­tiert das kom­plet­te Gegen­teil. Inner­halb von drei Wochen kam kein Zug zu spät. Obwohl die Tickets hier eher ein biss­chen teu­rer sind, macht der Japan-Rail­pass den Rei­se­spaß für uns Tou­ris­ten doch noch erschwing­lich. Nicht nur das Rei­sen selbst, son­dern auch alle Unter­künf­te waren sau­ber und wir wur­den über­all freund­lich auf­ge­nom­men. Damit kann ich Japan als Rei­se­land guten Gewis­sens empfehlen.

Angst vor Sprach­bar­rie­ren brau­chen Tou­ris­ten in Japan nach Susann nicht haben. Eng­lisch soll­te man kön­nen, japa­nisch selbst ver­langt dort kei­ner. Zur Not klappt die Ver­stän­di­gung viel­leicht auch mit Hän­den und Füßen, Hil­fe fand unse­re Kol­le­gin auf ihrer Tour aber überall:

Es gibt immer jeman­den, der einen zumin­dest ver­steht und ger­ne hilft.

Uns bleibt nur zu sagen: schön, dass Du wie­der da bist, Susann. Wir freu­en uns jetzt schon auf wei­te­re span­nen­de Ein­drü­cke. Sie möch­ten wis­sen, was unse­re Kol­le­gin bis­her erlebt hat oder war­um eine neue „Smart Woh­nung” zunächst ein­mal für einen gehö­ri­gen Schre­cken sorg­te? Kein Pro­blem, alle Bei­trä­ge von Susann fin­den Sie unter dem Schlag­wort „Rei­se­ta­ge­buch Japan”.

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