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Zeit für soziales Engagement: unsere Auszubildenden erzählen eine starke Geschichte, „AzubiSozial 2016” – Teil 2

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Jeden Tag tun wir vie­le Din­ge, über die wir nicht groß­ar­tig nach­den­ken. Wir kau­fen ein, wir lesen ein Buch, wir fah­ren Auto und wir gehen arbei­ten. Für Men­schen ohne Han­di­cap gehö­ren die­se Auf­ga­ben zum All­tag, für Men­schen mit Behin­de­rung bedeu­ten sie eine rie­si­ge Hür­de, die sich nicht immer über­win­den lässt. Oft genug müs­sen Betrof­fe­ne bereits vor der Auf­ga­be „Beruf” kapi­tu­lie­ren. Seit 25 Jah­ren arbei­tet Fuji­tsu mit der Lebens­hil­fe Donau-Ries eng zusam­men und Men­schen zu hel­fen, haben auch wir in unse­rem „Fuji­tsu Way” fest verankert.

Mit den Werk­stät­ten der Lebens­hil­fe Donau-Ries kön­nen Betrof­fe­ne einem Beruf nach­ge­hen und einen Teil ihres Lebens­un­ter­hal­tes selbst ver­die­nen. Für die Mit­ar­bei­ter der Werk­stät­ten bedeu­tet das viel mehr als eine ein­fa­che Arbeit. Etwas zu tun, stärkt das Selbst­ver­trau­en. War­um das so wich­tig ist und wie der All­tag der Betrof­fe­nen aus­sieht, erfah­ren die Aus­zu­bil­den­den von Fuji­tsu mit dem Pro­jekt „Azu­bi­So­zi­al 2016” im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes haut­nah – kom­men Sie doch ein­fach mit. Wir beglei­ten unse­re Aus­zu­bil­den­den ein zwei­tes Mal nach Nördlingen. 

Im ers­ten Teil berich­te­ten wir über ein beein­dru­cken­des „Tage­buch” und über eine Arbeit, die für die Mit­ar­bei­ter der Werk­stät­ten der Lebens­hil­fe viel mehr bedeu­tet als eine ein­fa­che Arbeit:

Die Mit­ar­bei­ter haben Spaß an der Arbeit und das sieht man ihnen auch an. Allein das Gefühl, gebraucht zu wer­den, erfüllt sie mit vol­ler Freude!

Die­ses beein­dru­cken­de Fazit zogen unse­re Aus­zu­bil­den­den aus ihrer Rei­se nach Nörd­lin­gen, sie sahen sich in den Werk­stät­ten, im Wohn­heim und in der Stadt selbst um. Sie spra­chen mit Werk­statt­lei­ter Micha­el Hes­selt und erhiel­ten Ein­bli­cke in die ein­zel­nen Abtei­lun­gen der Werk­stät­ten, die uns die Aus­zu­bil­den­den heu­te vor­stel­len. Alle Mit­ar­bei­ter dort erhal­ten Lohn, Urlaubs- und Weih­nachts­geld, eine Kran­ken- und Ren­ten­ver­si­che­rung, eine Lohn­fort­zah­lung im Krank­heits­fall und das in der Regel unbe­fris­te­te Arbeits­ver­hält­nis endet mit der Alters­ren­te. Men­schen mit einer Behin­de­rung erhal­ten so die Chan­ce auf ein gere­gel­tes Leben, mehr Selb­stän­dig­keit und vor allem mehr Selbst­ver­trau­en. Unse­re Aus­zu­bil­den­den hat das tief beein­druckt. So schil­dern sie ihre Erfahrungen:


Klein­tei­le-Abtei­lung

Kleinteile-Abteilung_svsIn die­ser Abtei­lung wer­den Auf­trä­ge wie Bei­packs (Win­dows Keys, Anlei­tun­gen und ESD-Bau­tei­le), unter ande­rem auch für Fuji­tsu, und klei­ne­re Arbei­ten wie das Kno­ten von Schnü­ren erle­digt. Teil­wei­se wer­den auch anspruchs­vol­le­re Arbei­ten, wie zum Bei­spiel Ste­cker auf Pla­ti­nen schrau­ben, aus­ge­führt. Die­se Arbei­ten erfor­dern ESD-Schutz­maß­nah­men. In der Grup­pe waren Mit­ar­bei­ter, die sehr fit waren, aber auch etwas weni­ger belast­ba­re Arbeit­neh­mer beschäftigt.

Auto-Abtei­lung

Auto-Abteilung_svsIn der Auto-Abtei­lung wer­den diver­se Klein­tei­le für Auto­mo­bil­fir­men gefer­tigt. Unse­re Haupt­auf­ga­be dort bestand dar­in, die Mit­ar­bei­ter zu unter­stüt­zen und ein Gefühl für deren Ein­schrän­kun­gen zu bekom­men. Sehr inter­es­sant war die Zusam­men­ar­beit mit einem Mit­ar­bei­ter, der sehr star­ke geis­ti­ge Pro­ble­me auf­wies, jedoch sei­ne Arbeit aufs Genau­es­te aus­füh­ren konnte.

Schrei­ne­rei

Schreinerei_svsHier stellt ein lus­ti­ges, bunt gemisch­tes Team alle mög­li­chen Sachen aus Holz her, ange­fan­gen vom Modell­bau­kas­ten von Nörd­lin­gen über Mus­ter­stü­cke von Fuß­bo­den­leis­ten bis hin zu gan­zen Gar­ten­zäu­nen. Da hier lei­der zur Zeit recht weni­ge Auf­trä­ge anfie­len, hat ein Teil des Teams Bei­packs für Fuji­tsu Note­books ein­ge­packt. Hier­bei konn­ten wir sehr vie­le lus­ti­ge Gesprä­che über alle mög­li­chen The­men füh­ren. Sehr gro­ßes Inter­es­se zeig­ten mei­ne Kol­le­gen auch an unse­rer Firma.

Recy­cling-Abtei­lung

Recycling_AbteilungIn die­ser Abtei­lung wer­den die Git­ter­bo­xen, die bei Fuji­tsu mit nicht mehr funk­tio­nie­ren­den PCs und Alt­ge­rä­ten gefüllt wer­den, in ihre Ein­zel­tei­le zer­legt und je nach Art des „Abfalls” ein­sor­tiert. Jeder Mit­ar­bei­ter darf sich frei nach Belie­ben ein Gerät aus der Box holen und dies in sei­ne Ein­zel­tei­le zer­le­gen. Die­se Tätig­keit erfor­dert eine hohe Eigen­leis­tung. Dadurch trai­nie­ren die Mit­ar­bei­ter hier täg­lich ihre Selb­stän­dig­keit. Unse­re Auf­ga­be bestand dar­in, den Hilfs­be­dürf­ti­gen zu hel­fen und mit ihnen zu reden. Auf den ers­ten Blick fiel über­haupt nicht auf, dass wir uns in einem Pfle­ge­heim befan­den, da vie­le in die­ser Abtei­lung ziem­lich selb­stän­dig arbei­ten konnten.


Wir möch­ten unse­ren Aus­zu­bil­den­den und der Lebens­hil­fe Donau-Ries an die­ser Stel­le für den Ein­blick und das Enga­ge­ment herz­lich dan­ken. Was für uns den All­tag dar­stellt und wor­über wir meist gar nicht nach­den­ken, bleibt für die Mit­ar­bei­ter der Werk­stät­ten etwas Beson­de­res: die Chan­ce auf ein gere­gel­tes Leben. Guy de Maupassant:

Es sind die Begeg­nun­gen mit Men­schen, die das Leben lebens­wert machen.

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