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„Die heutige Zusammensetzung der PRIMEFLEX-Familie ist nicht in Stein gemeißelt” – Interview mit Gernot Fels

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Durch die IT-Welt geis­tern vie­le Begrif­fe, die manch­mal zwar nicht gleich klin­gen, aber ein und das­sel­be mei­nen. „Inte­grier­te Sys­te­me” und „PRIMEFLEX” zum Bei­spiel gehö­ren zusam­men. Ger­not Fels, Princi­pal Pro­duct Mar­ke­ting Mana­ger, Fuji­tsu, erklärt uns in einem Inter­view, was hin­ter den ein­zel­nen Begrif­fen steckt und stellt uns die PRI­ME­FLEX-Fami­lie vor. Außer­dem fin­det er eine span­nen­de Ant­wort auf die Fra­ge, war­um sich die Rol­le des Rechen­zen­trums im Zuge der fort­schrei­ten­den Digi­ta­li­sie­rung voll­kom­men neu defi­niert, wel­che Rol­le „Inte­grier­te Sys­te­me” in der Zukunft spie­len, obwohl sie für Fuji­tsu kein Neu­land sind, und wie­so ein Rechen­zen­trum auf den zwei­ten Blick doch eine gan­ze Men­ge mit einem „alten” Com­pu­ter­spiel-Klas­si­ker zu tun hat. Ken­nen Sie es noch? Das Spiel mit den Blö­cken, die ein­fach nicht inein­an­der pas­sen wol­len und am Ende das gan­ze Sys­tem zum Absturz brin­gen? Fügen Sie mit uns und unse­rem Kol­le­gen Ger­not Fels das Puz­zle zusammen.

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Hal­lo Herr Fels, vie­len Dank dass Sie sich die Zeit für die­ses Inter­view neh­men. Fan­gen wir mit einer unge­wöhn­li­chen Fra­ge an. Was haben ein Rechen­zen­trum und ein Tetris-Spiel Ihrer Mei­nung nach gemeinsam?

In bei­den Fäl­len steht man vor einer ähn­li­chen Auf­ga­be: es geht dar­um, vie­le Puz­zle­stü­cke sinn­voll zusam­men­zu­bau­en. Wer schon ein­mal ein Puz­zle zusam­men­ge­baut hat, weiß wie lan­ge es dau­ert, bis man die rich­ti­gen Stü­cke gefun­den hat, die nun tat­säch­lich zusam­men­pas­sen. Man weiß, wie vie­le unnö­ti­ge Ver­su­che manch­mal unter­nom­men wur­den, die alle nicht zum Ziel führ­ten. Und wenn es dar­um geht, eine Rechen­zen­trums­in­fra­struk­tur auf­zu­bau­en, ist die Situa­ti­on eine ähnliche. 

Vor wel­chen Her­aus­for­de­run­gen steht also der Kun­de in der heu­ti­gen Zeit mit sei­nem Rechenzentrum?

Die Geschäfts­be­rei­che for­dern stets neue Ser­vices und erwar­ten, dass die­se mög­lichst schnell und rei­bungs­los von der IT-Abtei­lung bereit­ge­stellt wer­den. Außer­dem ste­hen immer wie­der Moder­ni­sie­run­gen an, die man eben­so schnell abwi­ckeln möch­te. In aller Regel ist aber die Ein­füh­rung die­ser neu­en Ser­vices glei­cher­ma­ßen mit der Ein­füh­rung einer neu­en, zusätz­li­chen IT-Infra­struk­tur ver­bun­den. Und eine eben sol­che Infra­struk­tur gestal­tet sich alles ande­re als ein­fach. Sie besteht aus phy­si­ka­li­schen und vir­tu­el­len Server‑, Spei­cher- und Netz­werk­res­sour­cen. Auf den Ser­vern lau­fen Betriebs­sys­te­me, Appli­ka­tio­nen und gege­be­nen­falls wei­te­re Soft­ware. Man benö­tigt eine Manage­ment-Schicht, um dies alles unter Kon­trol­le zu behalten.

Beim Auf­bau einer sol­chen Infra­struk­tur besteht nun die Her­aus­for­de­rung dar­in, aus einer Viel­zahl von Mög­lich­kei­ten die rich­ti­ge Kom­bi­na­ti­on von Kom­po­nen­ten aus­zu­wäh­len, die am Ende des Tages zu einem lauf­fä­hi­gen Ergeb­nis führt. Doch oft­mals lässt das Ende des Tages lan­ge auf sich war­ten. Wenn die Kom­po­nen­ten erst ein­mal aus­ge­wählt sind, müs­sen sie inte­griert wer­den. Danach sind umfang­rei­che Tests von Nöten, um die Kom­pa­ti­bi­li­tät der Kom­po­nen­ten unter Beweis zu stel­len. In aller Regel ver­läuft dies nicht reibungslos.

Das Ergeb­nis: Geplan­te Pro­jekt­lauf­zei­ten wer­den über­schrit­ten, die benö­tig­ten Ser­vices kön­nen erst viel spä­ter bereit­ge­stellt wer­den und das schlägt sich natür­lich auch in den Kos­ten nieder.

Mit der „heu­ti­gen Zeit” mei­nen wir vor allem die fort­schrei­ten­de Digi­ta­li­sie­rung – wel­che Risi­ken erge­ben sich für ein Rechen­zen­trum, wenn alles um uns her­um digi­tal wird?

Auf Grund der fort­schrei­ten­den Digi­ta­li­sie­rung bekommt das Rechen­zen­trum einen völ­lig neu­en Stel­len­wert. Wäh­rend in der Ver­gan­gen­heit der Schwer­punkt auf Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­rung lag, ent­wi­ckelt sich das Rechen­zen­trum immer mehr zu einem Motor für Inno­va­ti­on und zum Rück­grat für das Unter­neh­men, wel­ches die ent­schei­den­de Rol­le für Wachs­tum und Erfolg spielt. Im Umkehr­schluss bedeu­tet dies aber auch, dass ein nicht funk­tio­nie­ren­des Rechen­zen­trum zu einem spür­bar beein­träch­tig­ten Geschäfts­er­folg füh­ren kann.

Um die­sen Her­aus­for­de­run­gen und Risi­ken zu begeg­nen, wur­de FUJITSU Inte­gra­ted Sys­tem PRIMEFLEX ent­wi­ckelt. Was steckt hin­ter die­sem Begriff?

PRIMEFLEX ist der Mar­ken­na­me für Inte­grier­te Sys­te­me von Fuji­tsu. Unter einem inte­grier­ten Sys­tem ver­ste­hen wir eine vor­de­fi­nier­te, vor­in­te­grier­te und vor­ge­tes­te­te Kom­bi­na­ti­on von Kom­po­nen­ten, die für Rechen­zen­trums­in­fra­struk­tu­ren erfor­der­lich sind. Das heißt, dass fast alle der zuvor genann­ten Akti­vi­tä­ten im Rah­men eines Rechen­zen­trums­pro­jek­tes ent­fal­len kön­nen, da die­se Akti­vi­tä­ten bereits vor Pro­jekt­start von Fuji­tsu durch­ge­führt wurden.

Wel­che Vor­tei­le erge­ben sich für den Kun­den daraus?

Die Vor­tei­le für unse­re Kun­den lie­gen auf der Hand: Die Ein­füh­rung neu­er Infra­struk­tu­ren gestal­tet sich ein­fa­cher und schnel­ler. Die Risi­ken, dass man viel­leicht doch noch ein blau­es Wun­der erlebt und etwas nicht funk­tio­niert, sind abso­lut mini­miert und das schlägt sich natür­lich wie­der­um posi­tiv auf die Kos­ten nie­der. Und man soll­te dabei nicht ver­ges­sen, dass sich all die­se Aspek­te posi­tiv auf das Gemüt der IT-Ver­ant­wort­li­chen aus­wir­ken, deren Team sich so weit­aus mehr um ande­re stra­te­gi­sche und wich­ti­ge Din­ge küm­mern kann. 

Kön­nen Sie das anhand eines kon­kre­ten Fall­bei­spiels ein­mal für uns erläutern?

Neh­men wir zum Bei­spiel eines unse­rer hyper­kon­ver­gen­ten PRI­ME­FLEX-Sys­te­me: PRIMEFLEX for VMware EVO:RAIL. Die­ses Sys­tem ist bereits in weni­ger als fünf­zehn Minu­ten nach dem ers­ten Ein­schal­ten lauf­fä­hig. Sicher kön­nen die­se fünf­zehn Minu­ten nicht gene­rell für alle PRI­ME­FLEX-Sys­te­me genannt wer­den. Bei ande­ren PRI­ME­FLEX-Sys­te­men sind es viel­leicht 45 Minu­ten oder weni­ge Stun­den, nach denen der Betrieb begin­nen kann. Wenn man dies aber mit den übli­chen Pro­jekt­lauf­zei­ten von vier bis sechs oder noch mehr Mona­ten ver­gleicht, so ist der Unter­schied doch deut­lich erkennbar.

Was macht eine PRI­ME­FLEX-Infra­struk­tur zu einer Beson­de­ren? Wo lie­gen die Stär­ken des Systems?

Zunächst ein­mal soll­te erwähnt wer­den, dass Inte­grier­te Sys­te­me für Fuji­tsu kein Neu­land sind. Wir haben bereits im Jah­re 2002 unser ers­tes Inte­grier­tes Sys­tem aus­ge­lie­fert, also lan­ge bevor der Begriff „Inte­grier­tes Sys­tem” im Markt bekannt wur­de. Wir haben danach suk­zes­si­ve unse­ren inter­nen Pro­zess opti­miert, sei es im Pro­dukt­ma­nage­ment, in der Qua­li­täts­si­che­rung, der Pro­duk­ti­on oder im Support.

Wir bie­ten rea­dy-to-run Sys­te­me, die bereits vor­in­stal­liert zum Kun­den aus­ge­lie­fert wer­den, wie auch Refe­renz­ar­chi­tek­tu­ren, die bis zu einem gewis­sen Grad an spe­zi­el­le Kun­den­be­dürf­nis­se ange­passt wer­den kön­nen. Bei Bedarf kön­nen Refe­renz­ar­chi­tek­tu­ren mit oder ohne Anpas­sung auch vor­in­stal­liert aus­ge­lie­fert wer­den. Ansons­ten erleich­tern die stan­dard­mä­ßig aus­ge­lie­fer­ten Kon­fi­gu­ra­ti­on- und Instal­la­ti­ons­be­schrei­bun­gen die Einführung.

In jüngs­ter Ver­gan­gen­heit machen ver­stärkt hyper­kon­ver­gen­te Sys­te­me auf sich auf­merk­sam, die einen wesent­li­chen Schritt in Rich­tung soft­ware-defi­nier­tes Rechen­zen­trum dar­stel­len. Die PRI­ME­FLEX-Fami­lie beinhal­tet bereits heu­te sowohl tra­di­tio­nel­le Inte­grier­te Sys­te­me, wie auch hyper­kon­ver­gen­te Sys­te­me, um für unter­schied­li­che Anwen­dungs­fäl­le das Rich­ti­ge zu bieten.

PRI­ME­FLEX-Sys­te­me set­zen sich aus Kom­po­nen­ten von Fuji­tsu und unse­rer Tech­no­lo­gie­part­ner zusam­men, sind in einer Viel­zahl von Pro­jek­ten, wie auch in der Fuji­tsu-eige­nen Cloud erprobt.

Es soll­te aber auch erwähnt wer­den, dass PRIMEFLEX durch attrak­ti­ve Ser­vices über alle Pha­sen des Pro­dukt­le­bens­zy­klus hin­weg beglei­tet wird: ange­fan­gen von der Bera­tung, über die Unter­stüt­zung bei Design und Sit­zung, die Inbe­trieb­nah­me vor Ort, die Inte­gra­ti­on in die exis­tie­ren­de Pro­duk­tiv­um­ge­bung, ein Lifecy­cle Manage­ment und eine gesamt­heit­li­che War­tung mit einem Sin­gle Point of Con­ta­ct im Pro­blem­fall. Und soll­te der Kun­de einen kom­pe­ten­ten Part­ner benö­ti­gen, der auch den Betrieb der Rechen­zen­trums­in­fra­struk­tur über­nimmt, dann ist sicher auch Fuji­tsu mit sei­nen über 150 Rechen­zen­tren in 20 Län­dern die ers­te Wahl. Und soll­te es Bud­get­re­strik­tio­nen geben, so kön­nen wir mit attrak­ti­ven Finan­zie­rungs­op­tio­nen helfen.

Wel­che Berei­che, die in Ihren Augen auch für die Zukunft eine bedeu­ten­de Rol­le spie­len, deckt die PRI­ME­FLEX-Fami­lie ab?

PRI­ME­FLEX-Sys­te­me wur­den für die Anwen­dungs­fäl­le ent­wi­ckelt, für die wir ent­spre­chen­den Bedarf bei unse­ren Kun­den iden­ti­fi­zie­ren konn­ten. Dies sind heu­te vor allem SAP- und Micro­soft-Umge­bun­gen, Ser­ver- und Desk­top-Vir­tua­li­sie­rung, Pri­va­te Cloud-Infra­struk­tu­ren, Lösun­gen für Hoch­ver­füg­bar­keit und Dis­as­ter Reco­very, sowie Big Data und High Per­for­mance Com­pu­ting. Die­se Anwen­dungs­be­rei­che haben aus unse­rer Sicht auch das Poten­zi­al, unse­ren Kun­den bei der Bewäl­ti­gung ihrer Her­aus­for­de­run­gen rund um das Rechen­zen­trum zu hel­fen. Durch­aus denk­bar sind natür­lich auch neue Anwendungsfelder.

Was brau­chen Rechen­zen­tren Ihrer Mei­nung nach, wenn Sie den Anfor­de­run­gen der Zukunft gerecht wer­den möchten?

Um den Anfor­de­run­gen der Zukunft gerecht zu wer­den, soll­te vor allem der Geschäfts­be­zug im Zen­trum der Betrach­tung ste­hen. Und unab­hän­gig davon, was für das Geschäft für wel­che Berei­che am wich­tigs­ten ist, sind Ent­schei­dun­gen zu tref­fen: was mache ich selbst in mei­nem Rechen­zen­trum mit wel­cher Tech­no­lo­gie? Wo grei­fe ich auf Inte­grier­te Sys­te­me eines Anbie­ters zurück, wo mache ich man­ches viel­leicht auch noch selbst, weil mei­ne Vor­stel­lun­gen so spe­zi­ell sind und ich zudem noch über die not­wen­di­gen Skills ver­fü­ge? Was las­se ich von einem Dienst­leis­ter erle­di­gen, wel­che Diens­te bezie­he ich aus der Cloud eines Clou­dan­bie­ters und so weiter.

Wich­tig ist dabei in allen Fäl­len, dass mir die ange­streb­te Lösung die Fle­xi­bi­li­tät bie­tet, schnell auf neue Anfor­de­run­gen reagie­ren zu kön­nen. Oft­mals wird die opti­ma­le Lösung für ein Unter­neh­men eine Misch­form die­ser Optio­nen, also ein hybri­der Ansatz, sein.

Fuji­tsu unter­stützt die­ses Vor­ge­hen mit sei­nem Busi­ness Centric Data Cen­ter Ansatz. Hier­bei wer­den die Geschäfts­zie­le klar in den Vor­der­grund gestellt und danach die vor­ge­nann­ten Mög­lich­kei­ten bezüg­lich Tech­no­lo­gie und Bezugs­weg abge­wo­gen, um das Kern­ge­schäft best­mög­lich zu unter­stüt­zen bezie­hungs­wei­se im Ide­al­fall sogar ent­schei­dend zu stär­ken. Das eige­ne Rechen­zen­trum kann den Unter­schied zum Mit­be­werb aus­ma­chen, und die­ses Bewusst­sein setzt sich immer mehr durch. Das wird von vie­len Kun­den bereits seit Jah­ren ver­folgt, wur­de aber oft­mals noch nicht kom­plett umge­setzt. Fuji­tsu hilft natür­lich ger­ne dabei.

Wagen wir eine klei­ne Pro­gno­se – auf wel­che Ver­än­de­run­gen dür­fen wir uns in der PRI­ME­FLEX-Fami­lie noch freuen?

Eines ist sicher: die PRI­ME­FLEX-Fami­lie in ihrer heu­ti­gen Zusam­men­set­zung ist nicht in Stein gemei­ßelt. Es wer­den neue Ange­bo­te hin­zu­kom­men. Ein offe­nes Geheim­nis ist die Ent­wick­lung von PRIMEFLEX for VMware EVO:RACK, ein hyper-kon­ver­gen­tes Ange­bot für Pri­va­te Cloud Infra­struk­tu­ren, das die mit PRIMEFLEX for VMware EVO:RAIL begon­ne­ne Rei­se fort­setzt. Sicher wird es auch in inno­va­ti­ven The­men­fel­dern wie Big Data den einen oder ande­ren Zuwachs geben. Mehr möch­te ich hier­zu aller­dings noch nicht ver­ra­ten. Ein wenig Span­nung soll­te schließ­lich noch bleiben. 

Herr Fels, vie­len Dank für die­ses Interview!

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