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Hybride Speicher für Sekundärdaten

Hybride Speicher für Sekundärdaten
Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Unser Kol­le­ge Frank Reichart stand speicherguide.de für das Sto­rage-Maga­zin 01–2019 Rede und Ant­wort rund um das The­ma Hybri­de Spei­cher für Sekun­där­da­ten. Wir freu­en uns, Ihnen das kom­plet­te span­nen­de Inter­view auch hier in Fuji­tsu Aktu­ell prä­sen­tie­ren zu können:


Aus dem Son­der­druck zu Sto­rage-Maga­zin 01–2019

Sekun­där­da­ten sind unstruk­tu­riert und bean­spru­chen sehr viel Spei­cher­platz. Für KMUs lau­tet die Emp­feh­lung: hybri­de Spei­cher mit nied­ri­gen Kos­ten pro TByte und eine Tie­ring-Tech­no­lo­gie zu eta­blie­ren. Wir spra­chen mit Frank Reichart, Seni­or Direc­tor Pro­duct Mar­ke­ting Sto­rage Solu­ti­ons bei Fuji­tsu, über die »Pro­ble­me« mit Sekundärdaten.

Laut Fujitsu gehören Sekundärdaten in Unternehmen zu den größten Herausforderungen. Wie definieren Sie Sekundärdaten und was genau ist das Problem?

Sekun­där­da­ten ent­ste­hen nicht in geschäfts­kri­ti­schen Anwen­dun­gen und wer­den auch nicht täg­lich genutzt. In der Regel sind es Daten, die nicht in Daten­ban­ken ent­ste­hen oder von Daten­ban­ken ver­wal­tet wer­den – und die daher unstruk­tu­riert sind. Typi­sche Bei­spie­le sind Datei­en wie Doku­men­te, Fotos oder Vide­os. Sie wer­den im Gegen­satz zu Pri­mär­da­ten nur ab und zu ver­wen­det oder nur für alle Fäl­le auf­be­wahrt, bei­spiels­wei­se in Archi­ven. Oder sie wer­den gesam­melt, um zu einem spä­te­ren Zeit­punkt in Trend­ana­ly­sen aus­ge­wer­tet zu werden.

Das Pro­blem dabei ist, dass sie wesent­lich mehr Spei­cher­platz bean­spru­chen als Pri­mär­da­ten. Durch die zuneh­men­de Digi­ta­li­sie­rung gibt es zudem immer mehr Daten­quel­len – etwa im Inter­net-of-Things, bei dem bei­spiels­wei­se Maschi­nen, Autos, Flug­zeu­ge, Smart-Home-Lösun­gen und zahl­lo­se wei­te­re »Din­ge« mit­tels Sen­so­ren eine Viel­zahl von Daten gene­rie­ren. Eini­ge die­ser Daten müs­sen sofort ver­ar­bei­tet wer­den, ande­re gewin­nen erst über einen län­ge­ren Zeit­raum kumu­liert oder zu einem spä­te­ren Zeit­punkt an Wert. Das Pro­blem der effi­zi­en­ten Daten­hal­tung ver­schärft sich zusätz­lich, da es häu­fig erfor­der­lich ist, die­se Daten online ver­füg­bar zu machen. Sie müs­sen bei­spiels­wei­se für die Ver­wen­dung durch Busi­ness-Ana­ly­tics-Tools und zuneh­mend auch für Machi­ne-Lear­ning oder Künst­li­che-Intel­li­genz-Sys­te­me stän­dig ver­füg­bar sein. Eine Aus­la­ge­rung auf den kos­ten­güns­tigs­ten Spei­cher, näm­lich Tape, ist somit nicht mög­lich. Die Fol­ge: Die Sto­rage-Kos­ten kön­nen explodieren.

Frank Reichart
Frank Reichart

Was empfehlen Sie mittelständischen Unternehmen? Wie unterscheiden sich Primär- und Sekundärspeicher?

Auf Pri­mär­da­ten wird häu­fig zuge­grif­fen und die obers­te Prio­ri­tät dabei sind kur­ze Zugriffs­zei­ten. Hier­für eig­nen sich schnel­le Flash-Spei­cher, also Solid-Sta­te-Disks (SSDs). Bei Sekun­där­da­ten ist das Ziel, gro­ße Daten­men­gen kos­ten­güns­tig zu spei­chern, wäh­rend die Zugriffs­zei­ten kei­ne gro­ße Bedeu­tung haben. Hier eig­nen sich Fest­plat­ten mit einer hohen Kapa­zi­tät und nied­ri­gen Kos­ten pro TByte. Ein hybri­des Sto­rage-Sys­tem, das es erlaubt, SSDs und Fest­plat­ten in einem Sys­tem zu kom­bi­nie­ren, ist daher für Mit­tel­ständ­ler meis­tens die bes­te Lösung.

»Es ist nur eine Fra­ge der Zeit, bis der Mit­tel­stand PBy­te-Dimen­sio­nen erreicht.«
Frank Reichart, Seni­or Direc­tor, Glo­bal Pro­duct Mar­ke­ting Sto­rage, Fujitsu

Wie sieht aus Ihrer Sicht eine sinnvolle Speicherstruktur für Primär- und Sekundärdaten aus? Inwieweit lassen sich Sekundärdaten, Backup und Archivierung kombinieren?

Eine sinn­vol­le Spei­cher­struk­tur sind hybri­de Sto­rage-Sys­te­me in Kom­bi­na­ti­on mit einer intel­li­gen­ten Auto-Tie­ring-Soft­ware. Sie sorgt dafür, dass Daten je nach Zugriffs­häu­fig­keit und Geschwin­dig­keits­an­for­de­run­gen, auf dem rich­ti­gen Medi­um gespei­chert wer­den. Damit wird kon­ti­nu­ier­lich für die rich­ti­ge Balan­ce zwi-schen Zugriffs­ge­schwin­dig­keit, Kapa­zi­tät und Kos­ten gesorgt. Bei Sekun­där­da­ten, auf die nur sehr sel­ten zuge­grif­fen wird, kön­nen auch Cloud-Spei­cher eine sinn­vol­le Alter­na­ti­ve sein. In die­sem Fall spie­len die Latenz­zei­ten des dazwi­schen­lie­gen­den Netz­wer­kes kei­ne Rol­le und auch die Über­tra­gungs­kos­ten hal­ten sich in Grenzen.

Vie­le Cloud-Pro­vi­der bie­ten zwar güns­ti­ge Kos­ten pro Kapa­zi­tät, ver­lan­gen aber Extra­ge­büh­ren für die Netz­werk­band­brei­te oder Nut­zung. IT-Ver­ant­wort­li­che müs­sen daher bereits im Vor­feld bei der Aus­wahl der pas­sen­den Lösung auf die Gesamt­kos­ten ach­ten. Grund­vor­aus­set­zun­gen für die effi­zi­en­te Nut­zung von Spei­cher­ka­pa­zi­tä­ten in der Cloud sind eine kla­re Tren­nung von Pri­mär- und Sekun­där­da­ten sowie ein ver­gleichs­wei­se hoher Anteil von Sekun­där­da­ten, auf die wenig zugrif­fen wird.

Back­up und Archi­vie­rung haben jeweils eine völ­lig ande­re Ziel­set­zung als das Spei­chern von Sekun­där­da­ten. Die­se Kate­go­rien soll­ten auf kei­nen Fall ver­mischt wer­den. Bei Back­ups geht es dar­um, ver­schie­de­ne zeit­li­che Ver­sio­nen von Daten für einen kür­ze­ren Zeit­raum abzu­spei­chern (Tage, weni­ge Wochen), um bei Daten­ver­lust oder ‑Kor­rup­ti­on (Daten nicht mehr les­bar, frei­wil­lig oder mut­wil­lig gelöscht oder ver­än­dert) die Daten schnell wie­der her­stel­len zu kön­nen. Bei Archi­ven geht es – meist aus recht­li­chen Grün­den – dar­um, Ori­gi­nal­do­ku­men­te oder Daten in einer end­gül­ti­gen Ver­si­on lan­ge aufzubewahren.

Fujitsu DX60S4: Hybrides Speichersystem für KMUs.
Fuji­tsu DX60S4: Hybri­des Spei­cher­sys­tem für KMUs.

 

Mit der ETERNUS DX-Serie deckt Fuji­tsu die Ent­ry- und Mid­ran­ge- bis hin zur Hig­hend-Klas­se ab. Mit einem durch­gän­gi­gen Fami­li­en­kon­zept soll der Betrieb und das Manage­ment bis zu Sys­tem-Upgrades ver­ein­heit­licht und ver­ein­facht wer­den. Die Pro­duk­te sind auf Ska­lier­bar­keit aus­ge­legt sowie für einen hybri­den Ein­satz von Fest­plat­ten und SSDs. Fuji­tsu ver­spricht ein fle­xi­bles, bedarfs­ge­rech­tes Wachs­tum und unter­stützt jeweils ein Upgrade zum nächst­grö­ße­ren DX-Modell.

Die DX-Serie umfasst aktu­ell sechs Modell­rei­hen und beginnt bei der 2U fla­chen DX60 S4 die mit Near­line-SAS-Plat­ten bis zu 576 TByte zur Ver­fü­gung stellt bzw. mit SSDs eine Kapa­zi­tät von maxi­mal 31 TByte.

Flagg­schiff wird die neu ange­kün­dig­te DX8900 S4 die es im Voll­aus­bau auf 10 Mil­lio­nen IOPS (SPC‑1) brin­gen soll. Das Sto­rage-Sys­tem lässt sich mit bis zu 18 TByte Arbeits­spei­cher bestü­cken und bie­tet zudem einen 300 TByte gro­ßen NVMe-basier­ten Cache.

 

Wie sieht hier die Lösungen von Fujitsu aus?

Mit der ETERNUS Sto­rage-Pro­dukt­fa­mi­lie bie­tet Fuji­tsu für jedes Sze­na­rio eine pas­sen­de Tech­no­lo­gie: ETERNUS AF All-Flash Sto­rage für den schnellst­mög­li­chen Zugriff auf Pri­mär­da­ten, ETERNUS DX Hybrid Sto­rage um die unter­schied­li­chen Anfor­de­run­gen für Pri­mär- und Sekun­där­da­ten in einem Sys­tem abzu­de­cken, ETERNUS CS Back­up App­li­an­ces für die schnel­le Wie­der­her­stel­lung von Daten und LT-Tape-Sys­te­me für die kos­ten­güns­ti­ge Langzeitarchivierung.

Das Datenwachstum plagt Unternehmen jeder Größe, vor allem unstrukturierte Daten wird ein anhaltend rasantes Wachstum vorhergesagt. Wie sehen Sie hier die Entwicklung in den kommenden Jahren. Worauf sollten sich Unternehmen und IT-Abteilungen einstellen?

Durch neue Daten­quel­len, die durch die Digi­ta­li­sie­rung ent­ste­hen, wird wei­ter­hin ein expo­nen­ti­ell anstei­gen­des Daten­wachs­tum statt­fin­den. Es ist nur eine Fra­ge der Zeit, bis auch im Mit­tel­stand PBy­te-Dimen­sio­nen erreicht wer­den. Spä­tes­tens dann wird man auch dort über einen Archi­tek­tur­wech­sel für Sekun­där­spei­cher nach­den­ken müs­sen. Dies wer­den Objekt-ori­en­tier­te und Soft­ware-defi­nier­te Sca­le-out-Sto­rage-Archi­tek­tu­ren sein, die heu­te erst in Nischen von sehr gro­ßen IT-Infra­struk­tu­ren vor­kom­men, etwa bei Ser­vice-Pro­vi­dern. Kurz- und mit­tel­fris­tig blei­ben aber die bewähr­ten klas­si­schen Sto­rage-Archi­tek­tu­ren die ers­te Wahl.

Mehr Infor­ma­tio­nen zur FUJITSU ETERNUS DX-Serie fin­den Sie hier: https://www.fujitsu.com/de/products/computing/storage/all-flash-hybrid

Das Inter­view kön­nen Sie auch als PDF hier her­un­ter­la­den: Exper­ten-Gespräch mit Frank Reichart, Fujitsu

 

*Ver­öf­fent­li­chung vom 08.04.2019 Sto­rage-Maga­zin 01/2019

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