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Gelebte Co-creation: starke Partnerschaften für den Arbeitsplatz der Zukunft

Gelebte Co-creation: starke Partnerschaften für den Arbeitsplatz der Zukunft
Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Der Arbeits­platz der Zukunft – was macht ihn aus? Wel­chen Anfor­de­run­gen muss er gewach­sen sein? Wir haben mit Heinz Wag­ner, Head of Future Work­place Offe­rings EMEIA bei Fuji­tsu, gespro­chen. In sei­ner täg­li­chen Arbeit beschäf­tigt er sich unter ande­rem mit der Iden­ti­fi­ka­ti­on und Ana­ly­se von markt­spe­zi­fi­schen Trends im Bereich Future Work­place-Lösun­gen – und ver­rät uns im Inter­view, was Co-crea­ti­on zum Arbeits­platz der Zukunft bei­tra­gen kann.

Hallo Heinz! Lass uns gleich mit einer ganz grundlegenden Frage starten: Was macht den Arbeitsplatz der Zukunft aus?

Auf die­se Fra­ge gibt es nicht DIE eine kur­ze Ant­wort, dazu sind die Anfor­de­run­gen ein­fach zu viel­fäl­tig. Auf jeden Fall steht der Nut­zer fest im Fokus des ganz­heit­lich gestal­te­ten Arbeits­plat­zes Clean­Desk 2.0.

Die aktu­ell und auch zukünf­tig wohl größ­te Her­aus­for­de­rung ist es, dass ein voll­stän­di­ger Büro-Arbeits­platz aus vie­len ein­zel­nen Kom­po­nen­ten besteht, die jeweils an den Mit­ar­bei­ter und sei­ne Auf­ga­ben ange­passt wer­den müs­sen. Meis­tens steht die IT im Vor­der­grund der Über­le­gun­gen. Doch was ist mit dem Schreib­tisch, auf dem die­se steht? Dem Licht, das der Nut­zer benö­tigt? Die Ver­ka­be­lung der ver­schie­de­nen Kom­po­nen­ten? Bis­her wur­den die ein­zel­nen Ele­men­te eines Arbeits­plat­zes oft­mals getrennt von­ein­an­der beschafft und die Auf­ga­be, die­se sinn­voll zusam­men zu füh­ren lag im schlech­tes­ten Fall beim Anwen­der selbst, der dann am Ende her­aus­fin­den muss­te, ob die Kom­po­nen­ten zusam­men über­haupt funk­tio­nie­ren.

Doch in der Zukunft müs­sen wir Arbeits­platz-Kon­zep­te ganz­heit­lich betrach­ten. Das her­kömm­li­che „Plug-and-Play“, also das nach­ge­la­ger­te Zusam­men­fü­gen der Kom­po­nen­ten, müs­sen wir durch ein vor­her von den Her­stel­lern geplan­tes inte­grier­tes Gesamt­sys­tem erset­zen. Nur so kann der Nut­zer das Sys­tem bar­rie­re­frei nut­zen.

Da kein Her­stel­ler, egal wie breit er auf­ge­stellt ist, die opti­ma­le Lösung für jede Her­aus­for­de­rung bie­ten kann, sind stra­te­gi­sche Part­ner­schaf­ten und Koope­ra­tio­nen mehr als sinn­voll. So arbei­ten wir von Fuji­tsu zum Bei­spiel in die­sem Bereich mit Haworth (Büro­mö­bel), Wald­mann (Beleuch­tung) und Schul­te Elek­tro­tech­nik / EVO­Li­ne (Ver­ka­be­lung, Elek­tri­fi­zie­rung) zusam­men.

Wie ist es zu dieser Zusammenarbeit gekommen?

Gelebte Co-creation: Interview mit Heinz Wagner zum Arbeitsplatz der Zukunft
Heinz Wag­ner, Head of Future Work­place Offe­rings EMEIA bei Fuji­tsu

Der Ursprung liegt im Ver­bund­for­schungs­pro­jekt Office 21®, zu dem wir seit 2006 gehö­ren. Unter Feder­füh­rung des Fraun­ho­fer-Insti­tuts für Arbeits­wirt­schaft und Orga­ni­sa­ti­on IAO ver­ei­nen sich hier rund 20 Pro­jekt­part­ner aus den unter­schied­lichs­ten Bran­chen, um gemein­sam die Anfor­de­run­gen an eine moder­ne Arbeits­in­fra­struk­tur zu erfor­schen. Dabei hat sich auch her­aus­ge­stellt: So ver­schie­den die betei­lig­ten Unter­neh­men sind – die gemein­sa­men Inter­es­sen ver­ei­nen uns. Man könn­te sagen: „Gemein­sam sind wir stark“ – und kön­nen damit unse­ren Kun­den in fast allen Belan­gen zufrie­den stel­len. Durch die­ses brei­te und belast­ba­re Öko­sys­tem kön­nen wir von Fuji­tsu nicht nur allein­ste­hen­de Lösun­gen anbie­ten, son­dern dem Kun­den gemein­sam mit unse­ren Part­nern auf ihn ange­pass­te Gesamt­kon­zep­te anbie­ten.

Wie sieht die Zusammenarbeit konkret aus?

Wir arbei­ten in drei Clus­tern mit unse­ren Part­nern zusam­men: In einer Ent­wick­lungs­part­ner­schaft, einer Mar­ke­ting-Part­ner­schaft und einer Ver­triebs­part­ner­schaft. Die Koope­ra­tio­nen erstre­cken sich dabei jeweils über das gesam­te Unter­neh­men. Die Zusam­men­ar­beit unter­schied­li­cher Berei­che wird geför­dert. Mit der Zeit haben sich natür­lich ein­zel­ne Exper­ten­teams her­aus­kris­tal­li­siert  – aber eigent­lich sind wir EIN Solu­ti­on Team. 

Ein Ergebnis der Partnerschaft ist der Clean Desk. Worum handelt es sich dabei?

Der Clean Desk 2.0 ist ein ganz­heit­li­ches Arbeits­platz­kon­zept, das auf den neus­ten Erkennt­nis­sen zu Ergo­no­mie, Hirn­for­schung und Medi­zin basiert und das den Men­schen in den Mit­tel­punkt stellt und per­fekt unter­stützt. Die ein­zel­nen Teil­kom­po­nen­ten (IT, Büro­mö­bel, Licht, Elek­trik) sind inte­griert und auf­ein­an­der abge­stimmt. Der Lösungs­an­satz ist uni­ver­sell – der Kun­de kann sämt­li­che mobi­le End­ge­rä­te mit jeweils nur einem Kabel anschlie­ßen. Auch für Desk­top-basier­te sta­tio­nä­re Arbeits­plät­ze ist die Lösung nutz­bar. Sei­ne vol­le Stär­ke zeigt der Clean Desk dann beim Acti­vi­ty Based Office. Hier las­sen sich viel­fäl­ti­ge Typen von Arbeits­plät­zen instal­lie­ren und über das modu­la­re Kon­zept mit nur einer klei­nen Anzahl Kom­po­nen­ten rea­li­sie­ren. Das redu­ziert die Kom­ple­xi­tät beim Kun­den und erhöht die Indi­vi­dua­li­tät beim Nut­zer glei­cher­ma­ßen.

Der Clean Desk besitzt eine gan­ze Rei­he Vor­tei­le:

  • Die neu­ar­ti­ge Dis­play-Posi­tio­nie­rung des Fuji­tsu Clean Desks ermög­licht es dem Betrach­ter, eine natür­li­che Lese­hal­tung ein­zu­neh­men. Die­se ist für Arme, Nacken und Augen ermü­dungs­frei­er und für ein wesent­lich ergo­no­mi­sche­res Arbei­ten opti­mal.
  • Auch die ergo­no­mi­sche Hal­tung wird nach Stun­den zur Belas­tung. Beim Fuji­tsu Clean Desk steht Ihnen die indi­vi­du­ells­te Varia­bi­li­tät in alle Rich­tun­gen offen und somit kön­nen vie­le ver­schie­de­ne Sze­na­ri­en und somit Hal­tun­gen stu­fen­los ein­ge­stellt wer­den.
  • Mit­ar­bei­ter mit einer Gleit­sicht­bril­le haben mit Stan­dard-Bild­schirm-Sze­na­ri­en oft­mals Pro­ble­me. Um im Nah­be­reich scharf durch die Bril­le zu sehen, bege­ben sie sich in eine Fehl­hal­tung. Durch die Mög­lich­keit, das Dis­play in die natür­li­che Lese­hal­tung her­an­zu­zie­hen, wird die­ses Pro­blem ver­mie­den.
  • Das mensch­li­che Gehirn ver­ar­bei­tet Bil­der seit Urzei­ten opti­miert für die jewei­li­ge Situa­ti­on, um effi­zi­ent Ent­schei­dun­gen fäl­len zu kön­nen. Wenn wir mit gera­dem Blick in die Fer­ne schau­en, ver­su­chen wir, das gro­ße Gan­ze zu erfas­sen. Erst der Blick nach unten ermög­licht das Wahr­neh­men von Details. Die­se vom Clean Desk unter­stüt­ze natür­li­che Lese­hal­tung ermög­licht es, nut­zungs­op­ti­miert zu arbei­ten. So wird die vol­le Leis­tungs­fä­hig­keit erreicht und der Mit­ar­bei­ter ermü­det deut­lich lang­sa­mer, obwohl er quan­ti­ta­tiv und qua­li­ta­tiv signi­fi­kant bes­ser wird.
  • Über zwei Drit­tel aller Mee­tings sind sol­che mit 2–4 Teil­neh­mern. Die­se ent­ste­hen zu fast 60% spon­tan. Meist fin­det sich dann aber kein Think­tank. Mit dem Clean Desk JUSTICE 2.0 haben Sie die Mög­lich­keit, den Arm um ca. 90 Grad zu schwen­ken und Kol­le­gen an Ihrem Arbeits­platz in eine Col­la­bo­ra­ti­on-Situa­ti­on mit Touch-Screen-Unter­stüt­zung zu brin­gen. Genau­so könn­ten Sie in Zukunft auch Ihre Kun­den mul­ti­me­di­al unter­stützt, zeit­ge­mäß uznd erfolg­reich bera­ten.

Ein noch sehr neu­es Pro­jekt ist der Smart Desk. Hier stam­men die Bild­schir­me mit ihren Hal­te­run­gen, die Port-Repli­ka­to­ren und die sons­ti­ge Peri­phe­rie von Fuji­tsu. Von Haworth kom­men die Büro­ti­sche dazu, von Schul­te die Steck­do­sen­leis­ten und die Strom­netz­ver­sor­gung. Wald­mann schließ­lich bringt sein Fach­wis­sen für intel­li­gen­te Licht­kon­zep­te ein. Die­ses Pro­jekt ist aktu­ell aber noch in der Ent­wick­lung.

Ein wei­te­res, gutes Bei­spiel für die Koope­ra­ti­on ist unser Ansatz, zen­tra­le Kom­po­nen­ten im Büro zu „smar­ti­sie­ren“ – wie zum Bei­spiel die Büro­le­uch­ten-Infra­struk­tur. Dort, wo heu­te eine Leuch­te hängt oder steht, ist auch immer bereits eine Infra­struk­tur vor­han­den. Die Licht­tech­nik stammt bei unse­rem Ansatz dann von Wald­mann – doch die dort erzeug­ten Daten­ber­ge wer­den zukünf­tig an Fuji­tsu über­ge­ben und über unser Edge Device an ein Smart Office Dash­board wei­ter­ge­lei­tet. Die­se Daten kann man schließ­lich für das Gebäu­de Manage­ment struk­tu­rie­ren, ana­ly­sie­ren und über KI in Gebäu­de-Steue­rungs­im­pul­se wei­ter­ver­ar­bei­ten.

Aus der Partnerschaft ist ebenfalls eine Veranstaltungsreihe entstanden. Kannst du uns dazu etwas erzählen?

Ja, natür­lich ger­ne! Bei den CLU3+ Work­shops haben die Teil­neh­mer Gele­gen­heit, sich an nur einem Nach­mit­tag zu den Trends der Arbeits­platz­ge­stal­tung auf den aktu­el­len Stand zu brin­gen. So stan­den zum Bei­spiel im letz­ten Jahr in Düs­sel­dorf, Mün­chen, Stutt­gart und Karls­ru­he die neu­es­ten wis­sen­schaft­li­chen und prak­ti­schen Erkennt­nis­se, inter­dis­zi­pli­nä­re Ansät­ze für die Arbeits­platz­ge­stal­tung oder auch Best Prac­ti­ces aus Unter­neh­men auf der Agen­da. Natür­lich stel­len wir dort auch unse­re inno­va­ti­ven Kon­zep­te und Lösun­gen für den Arbeits­platz der Zukunft vor.

CLU3+ - Treffpunkt Arbeitsplatz der Zukunft iDie bis­he­ri­gen Events der Rei­he sind wirk­lich erfolg­reich und wir erhal­ten neben einer stark wach­sen­den Teil­neh­mer­zahl durch­ge­hend posi­ti­ve Rück­mel­dun­gen. Aktu­ell sind wir in der Pla­nung für eine inter­na­tio­na­le Serie von CLU3+ Events – unter ande­rem in Paris, Salz­burg und Kopen­ha­gen. Wir freu­en uns rie­sig dar­auf – und natür­lich auch auf die wei­te­re Zusam­men­ar­beit mit unse­ren Part­nern, die sich immer wie­der von neu­em als extrem kom­pe­tent und sehr wert­voll her­aus­stel­len. Das ist ein­fach geleb­te Co-crea­ti­on!

Vielen Dank für das Interview, Heinz!

Sie möch­ten ein­mal bei einer Ver­an­stal­tung live dabei sein? Die­ses Jahr fin­den noch ins­ge­samt vier Trend-Work­shops statt. Die nächs­te Ver­an­stal­tung ist am 10. Okto­ber in Chem­nitz. Wei­te­re Ter­mi­ne sind am 16. Okto­ber in Schorn­dorf bei Stutt­gart, am 21. Novem­ber in Inns­bruck und am 26. Novem­ber in Basel

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