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Zeit des Umbruchs – die COVID-19-Pandemie und ihre Folgen

Zeit des Umbruchs – die COVID-19-Pandemie und ihre Folgen
Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Der Umgang mit den Fol­gen der COVID-19-Pan­de­mie ist eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen für Unter­neh­men in die­ser Genera­ti­on.

Nicht nur von unse­ren Kund*innen, auch von mei­nen Kolleg*innen bei Fuji­tsu höre ich immer wie­der, dass selbst eine lan­ge Kar­rie­re — mit all ihren Höhen und Tie­fen — sie nicht auf die­se Situa­ti­on vor­be­rei­tet hat. Noch nie zuvor wur­den so vie­le Pro­zes­se und Struk­tu­ren, die unse­ren All­tag und unse­re Unter­neh­men über lan­ge Zeit hin­weg bestimmt haben und damit stets vor­her­seh­bar waren, von einem auf den ande­ren Tag der­art auf den Kopf gestellt.

Es war, als wären wir ohne Vor­war­nung an einem völ­lig neu­en Ort auf­ge­wacht. Plötz­lich gal­ten ande­re Anfor­de­run­gen und Prä­mis­sen, auf die wir reagie­ren muss­ten. Din­ge, die uns bis­her eher am Ran­de beschäf­tigt hat­ten, tra­ten schlag­ar­tig in den Mit­tel­punkt. Pro­zess­an­pas­sun­gen und Ver­än­de­run­gen, für die wir eigent­lich eine Pla­nungs- und Vor­be­rei­tungs­zeit vor­ge­se­hen hat­ten, muss­ten augen­blick­lich umge­setzt wer­den. Gefragt waren dabei Prag­ma­tis­mus und zügi­ges Han­deln.

Geprägt haben die Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen welt­weit dabei in den letz­ten Wochen und Mona­ten drei gene­rel­le Trends:

  • Beschleu­ni­gung der Digi­ta­li­sie­rung
  • Ver­la­ge­rung des geschäft­li­chen Schwer­punkts von Effi­zi­enz hin zu Resi­li­enz
  • Beto­nung des Men­schen und sei­nes Wohl­be­fin­dens

Digitale Technik als Keimzelle des Wandels

Die enor­me Beschleu­ni­gung der Digi­ta­li­sie­rung ist sicher einer der Aspek­te, der für vie­le von uns sehr deut­lich zuta­ge getre­ten ist. Seit Beginn der Pan­de­mie wirkt unser beruf­li­cher und pri­va­ter All­tag wie ein Teil eines glo­ba­len sozia­len Expe­ri­ments, bei dem es dar­um geht, das Leben und Arbei­ten zumeist ohne phy­si­schen Kon­takt zu bestrei­ten.

Eine deutliche Tendenz zum HomeofficeAls Reak­ti­on dar­auf sind vie­le Unter­neh­men auf Home­of­fice-Kon­zep­te umge­schwenkt. Trotz anfäng­li­cher Zwei­fel und Unsi­cher­heit pla­nen vie­le davon bereits, an die­sen „neu­en” Arbeits­mo­del­len fest­zu­hal­ten – und die bis­her genutz­ten Büro­flä­chen zu redu­zie­ren. Es wird eine dau­er­haf­te Ver­la­ge­rung hin zum Home­of­fice geben. Davon sind wir über­zeugt und das zei­gen auch die prak­ti­schen Erfah­run­gen der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit, über die wir in unse­rem Blog berich­ten.

Für vie­le ist die digi­ta­le Tech­nik über die letz­ten Wochen und Mona­te selbst­ver­ständ­lich gewor­den. Und da es kei­nen fest defi­nier­ten Arbeits­stand­ort mehr gibt, erfin­den sich vie­le Unter­neh­men neu: Sie ent­wi­ckeln nicht nur neue Wege, ihre Mitarbeiter*innen anzu­lei­ten und zu moti­vie­ren, son­dern auch neue Mög­lich­kei­ten, ihren Kund*innen einen opti­ma­len Ser­vice zu bie­ten. Dazu muss jeder Aspekt der Geschäfts­tä­tig­keit neu gedacht wer­den.

Weil vie­le Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se heu­te und in Zukunft deut­lich weni­ger als bis­her durch die Anwe­sen­heit an einem bestimm­ten, fest defi­nier­ten Arbeits­platz geprägt sein wer­den, sei es in einem Laden­lo­kal, einem Büro oder einer Bil­dungs­ein­rich­tung, muss­ten Unter­neh­men „digi­ta­le Erfah­run­gen“ schaf­fen. Kurz gesagt: Die „erzwun­ge­ne” Beschleu­ni­gung der Digi­ta­li­sie­rung hat Unter­neh­men und ihren Beschäf­tig­ten auch neue Mög­lich­kei­ten eröff­net und vie­les grund­le­gend ver­än­dert, sodass wir die Aus­wir­kun­gen in allen Berei­chen unse­res Lebens spü­ren – vom mobi­len Arbei­ten über die Gesund­heits­für­sor­ge bis hin zu Lebens­mit­tel­ver­sor­gung und Trans­port.

Ein der­art schnel­ler Wan­del ist aber auch immer mit Her­aus­for­de­run­gen ver­bun­den. So geht es nicht nur dar­um zu gewähr­leis­ten, dass die Men­schen remo­te arbei­ten kön­nen. Es muss zudem garan­tiert sein, dass ihre pri­va­ten Daten geschützt sind. Das ist ein wich­ti­ger Aspekt, der in der Hek­tik der Kri­se leicht aus den Augen ver­lo­ren wird. Zudem gilt es zu ver­mei­den, dass unse­re neu­en digi­ta­len Struk­tu­ren eben­so anfäl­lig für exter­ne Ein­flüs­se sind wie ihre anlo­gen Pen­dants.

Unternehmen der Zukunft sind resilient

Der nächs­te Trend, den wir beob­ach­ten, ist die Ver­la­ge­rung des geschäft­li­chen Schwer­punkts weg von einer immer höhe­ren Effi­zi­enz in Rich­tung Resi­li­enz. Denn vie­len Unter­neh­men hat die Pan­de­mie vor allem eines ver­deut­licht: Es ist nicht die Effi­zi­enz, die sie im Fall des Fal­les vor Stö­run­gen und Unter­bre­chun­gen des Betriebs­ab­laufs schützt. Infol­ge die­ser Erkennt­nis kon­zen­trie­ren sich die Entscheidungsträger*innen nun ver­mehrt dar­auf, ihr Unter­neh­men oder ihre Orga­ni­sa­ti­on so wider­stands­fä­hig wie mög­lich gegen­über äuße­ren Ein­flüs­sen und uner­war­te­ten Ereig­nis­sen zu machen.

Ein Großteil der betroffenen Firmen beginnt nun, über dezentrale, nachfrageorientierte Modelle nachzudenken

Da sich vor allem die zen­tra­li­sier­ten glo­ba­len Lie­fer­ket­ten als beson­ders anfäl­lig erwie­sen haben, beginnt ein Groß­teil der betrof­fe­nen Fir­men nun, über dezen­tra­le, nach­fra­ge­ori­en­tier­te Model­le nach­zu­den­ken, die sie stär­ker mit ihren Endkund*innen ver­bin­den. Eine Trend­wen­de, die auf­grund der engen tech­no­lo­gi­schen Ver­flech­tung von Pro­duk­ti­ons- und Ver­triebs­pro­zes­sen über kurz oder lang dazu füh­ren wird, dass sich neu­ar­ti­ge digi­ta­le End-to-End-Öko­sys­te­me her­aus­bil­den.

Im Zuge des Bemü­hens um eine stär­ke­re Resi­li­enz erwar­ten wir außer­dem eine ver­mehr­te Nut­zung bezie­hungs­wei­se schnel­le­re Ein­füh­rung von künst­li­cher Intel­li­genz der nächs­ten Genera­ti­on (KI) und Auto­ma­ti­sie­rungs­tech­no­lo­gien. In einer Situa­ti­on, die unse­re Vor­stel­lung von Arbeit und den Rol­len, die die Men­schen dar­in spie­len, stark beein­flusst, müs­sen wir uns Gedan­ken dar­über machen, wie wir die­se neu­ar­ti­gen daten­ge­trie­be­nen Tech­no­lo­gien effek­tiv, robust und sicher ein­set­zen kön­nen.

So wer­den sich neue For­men – auch unter­neh­mens­über­grei­fen­de – der Zusam­men­ar­beit ent­wi­ckeln, in denen vie­le Unter­neh­men ihre Lie­fer­ket­ten und Betriebs­pro­zes­se, die Art und Wei­se, wie sie mit­ein­an­der ver­bun­den sind und sogar ihre Erfolgs­kri­te­ri­en über­den­ken und neu defi­nie­ren wer­den.

Im Zentrum des Wandels steht der Mensch

Der jedoch wich­tigs­te Trend, den wir beob­ach­ten, ist die Besin­nung auf den Men­schen und des­sen Wohl­erge­hen. Jedes Unter­neh­men, jede Orga­ni­sa­ti­on hat eine Für­sor­ge­pflicht gegen­über ihren Mitarbeiter*innen, ihren Kund*innen und Partner*innen. Und natür­lich auch gegen­über den Gemein­den bzw. Städ­ten, in denen sie ange­sie­delt sind. Es reicht nicht, ein­fach nur so schnell wie mög­lich eine Home­of­fice-Rege­lung auf die Bei­ne zu stel­len. Unter­neh­men sind ver­pflich­tet, Mecha­nis­men und Maß­nah­men zu schaf­fen, um für eine aus­ge­wo­ge­ne Work-Life-Balan­ce ihrer Mit­ar­bei­ten­den zu sor­gen – auch dann, wenn sie von ihren Wohn­zim­mern oder Küchen­ti­schen aus arbei­ten.

Im Zentrum des Wandels steht der MenschEine Her­aus­for­de­rung. Denn die Arbeit im Home­of­fice ver­än­dert die Men­schen und ihr Ver­hal­ten. Statt als Kol­lek­tiv begin­nen sie zuneh­mend als Indi­vi­du­en mit eige­nen inter­nen wie exter­nen Netz­wer­ken zu han­deln. In dem Maße also, in dem Unter­neh­men ihren Mitarbeiter*innen Mit­tel und Mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung stel­len, mit deren Hil­fe sie auto­nom arbei­ten kön­nen, müs­sen sich die Ver­ant­wort­li­chen auch Gedan­ken dar­über machen, wie sie ihre Mitarbeiter*innen unter die­sen neu­en Bedin­gun­gen anlei­ten und moti­vie­ren kön­nen und wie und wel­che For­men der Kom­mu­ni­ka­ti­on inner­halb der Teams, aber auch des gan­zen Unter­neh­mens erfolg­reich sein kön­nen.

Um jeden ein­zel­nen Mit­ar­bei­ten­den und die viel­fäl­ti­gen Inter­es­sens­grup­pen für sich zu gewin­nen, wird der Sinn und Zweck eines Unter­neh­mens – die Visi­on – immer wich­ti­ger. Das ver­deut­licht auch unse­re jüngs­te glo­ba­le Umfra­ge, in der die befrag­ten Entscheidungsträger*innen beton­ten, wie wich­tig es ist, eine gemein­sa­me Visi­on zu tei­len. Die Kri­se ver­deut­licht damit wie­der ein­mal mehr, dass Ver­trau­ens­wür­dig­keit in der heu­ti­gen Zeit ele­men­tar für Erfolg und nach­hal­ti­ges Wachs­tum ist.

Nichts ist so beständig, wie der Wandel

COVID-19 ver­än­dert auch wei­ter­hin unse­re wirt­schaft­li­che und gesell­schaft­li­che Land­schaft. Die Erho­lung wird ein lang­wie­ri­ger Pro­zess sein und weit­aus mehr als den Ein­satz digi­ta­ler Tech­no­lo­gie for­dern.

Die Pan­de­mie hat Unter­neh­men welt­weit dazu gezwun­gen, sich inner­halb kür­zes­ter Zeit neu zu erfin­den. Ange­fan­gen bei der Art und Wei­se, wie sie ihre Mitarbeiter*innen und Pro­zes­se orga­ni­sie­ren, über die Aus­rich­tung ihres Busi­ness bis hin zu ihrer Selbst­wahr­neh­mung und den damit ver­bun­de­nen Erfolgs­kri­te­ri­en sowie deren Bedeu­tung für ver­schie­de­ne Inter­es­sens­grup­pen.

Um in die­ser Flut der Ver­än­de­run­gen nicht den Kurs zu ver­lie­ren, gilt es nun, die Neue­run­gen zu fes­ti­gen und lang­fris­tig sta­bil zu hal­ten. Dafür benö­ti­gen Unter­neh­men eine kla­re Visi­on und eine Stra­te­gie, die sie durch den Wan­del und die unsi­che­ren Zei­ten, die viel­leicht noch vor ihnen lie­gen, len­ken. Jetzt ist der opti­ma­le Zeit­punkt, zu eva­lu­ie­ren, zu über­den­ken, wei­ter­zu­den­ken und anzu­pas­sen. Wir hel­fen Ihnen dabei.

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