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CeBIT 2014: Interview mit Dr. Joseph Reger über die Trendthemen der IT-Messe!

Dr. Joseph Reger
Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Dr. Joseph Reger

Als Chief Tech­no­lo­gy Offi­cer ist Dr. Joseph Reger dafür ver­ant­wort­lich, aktu­el­le und künf­ti­ge IT-Trends auf­zu­spü­ren, von denen Kun­den am meis­ten pro­fi­tie­ren, und die­se in die Unter­neh­mens­stra­te­gie einzubinden.

Wie geht ein CTO über eine Mes­se wie die CeBIT? Was beschäf­tigt ihn und wie erlebt er so eine Mes­se im Wan­del der Zei­ten? Dar­über spra­chen wir Dr. Joseph Reger in einem Interview.

Hal­lo Herr Dr. Reger, vie­len Dank, dass Sie sich die Zeit genom­men haben für das Interview.

Sie sind CTO eines inter­na­tio­na­len IT-Unter­neh­mens, da ist die CeBIT sicher­lich eine der welt­wei­ten Pflicht­ver­an­stal­tun­gen in Ihrem Kalen­der. Die wie­viel­te CeBIT ist das für Sie?

Dies­mal ist das die 23te CeBIT für mich, ohne Unterbrechung.

Was begeis­tert Sie an der CeBIT am meis­ten und was ist Ihnen in all den Jah­ren in Erin­ne­rung geblieben? 

Die CeBIT ist eine Ver­an­stal­tung der IT-Indus­trie also lebt die CeBIT mit der IT-Indus­trie. In ande­ren Wor­ten ändert sich die CeBIT mit der IT-Indus­trie. Ich hab alles Mög­li­che erlebt wäh­rend die­ser Jah­re. Die extre­me Con­su­mer-Ori­en­tie­rung hin zur Kom­mu­ni­ka­ti­on als die Han­dys alles domi­niert haben und die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men hier waren und die größ­ten Hal­len füll­ten. Bis jetzt hin zu einer Fach­mes­se. Das spie­gelt glau­be ich ganz gut wie­der, was in der IT-Indus­trie zur­zeit statt­fin­det – eine extre­me Pro­fes­sio­na­li­sie­rung und eine Zuwen­dung zu Rechen­zen­tren und unter­neh­mens­wei­ten Abläu­fen sowie Problemstellungen. 

Wie die IT-Indus­trie, hat Fuji­tsu sich auch geän­dert. Wir wen­den uns die­sen The­men auch stär­ker zu, dass kann man in aller Pracht an unse­rem Stand hier in Hal­le 7 sehen.


Die über­ge­ord­ne­ten the­ma­ti­schen Schwer­punk­te der CeBIT sind Data­bi­li­ty & Big Data, Cloud, Social Busi­ness und Mobi­le. Was beinhal­tet der Begriff Data­bi­li­ty für Sie? 

Ja genau, also ich muss eine eige­ne Inter­pre­ta­ti­on fin­den weil kei­ne offi­zi­el­le Inter­pre­ta­ti­on des Wor­tes existiert.

Mei­ne eige­ne Inter­pre­ta­ti­on ist, dass Data­bi­li­ty aus zwei Tei­len zusam­men­ge­setzt ist. Der ers­te Teil sind Daten, das ver­ste­hen wir und wis­sen um ihre Bedeu­tung. Der zwei­te Teil ist Abi­li­ty oder Capa­bi­li­ty viel­leicht. Er zeigt, dass es nicht reicht, mit der Daten­samm­lung zufrie­den zu sein. Man muss auch dafür sor­gen, dass die Infor­ma­tio­nen, die dar­in ver­bor­gen lie­gen, auch zuta­ge geför­dert wer­den. Das muss man tat­säch­lich tun. Da kom­men die Metho­den der Big Data-Ana­ly­tics ins Spiel.

Fuji­tsu zeigt auf dem Stand die Fähig­kei­ten zum Spei­chern der Daten mit neu­en Spei­cher­sys­te­men und kräf­ti­gen Ser­vern, die die­se Daten­men­gen auch ver­ar­bei­ten kön­nen. Aber wir zei­gen gleich­zei­tig auch die algo­rith­mi­sche, ana­ly­ti­sche Sei­te dazu. Wie man mit Big Data-Daten­be­stän­den umge­hen kann, mit wel­chen Tools und wel­chen Ana­ly­se­me­tho­den man dar­aus dann ver­nünf­ti­ge Infor­ma­tio­nen  zie­hen kann.

Bei­de Sei­ten sind wich­tig und viel­leicht spie­gelt Data­bi­li­ty die­se in einem Wort wider.

Die ande­ren The­men, die wir gera­de ange­spro­chen haben, Cloud, Social Busi­ness und Mobi­le. Was bie­tet Fuji­tsu zu die­sen Themen? 

Also es ist wich­tig zu beob­ach­ten, dass die­se The­men nicht ganz neu sind. Was neu und span­nend ist, ist deren Zusam­men­spiel. Auch wenn wir in man­chen Berei­chen viel­leicht nicht so tätig sind hier in Euro­pa, zum Bei­spiel im Bereich Social Media, Social Media Ser­vices und Social Busi­ness. Aber unse­re Mut­ter­ge­sell­schaft in Japan tut das im dor­ti­gen Markt sehr wohl.

Hier in Euro­pa strei­chen wir eher unse­re Fähig­keit her­aus, die­se The­men­be­rei­che mit­ein­an­der ver­we­ben zu kön­nen. Es gibt man­nig­fal­ti­ge Ver­bin­dun­gen: Social Media pro­du­zie­ren einen gro­ßen Teil der Big Data-Daten­be­stän­de. Die Sen­so­ren und das Inter­net der Din­ge, die gan­ze Umwelt­wahr­neh­mung in Form von Sen­so­ren füh­ren auch wie­der­um zu gro­ßen Daten­be­stän­den, die mit­ein­an­der ver­mengt und ver­stan­den wer­den müssen.

Ohne die mobi­len Net­ze ist ein gro­ßer Teil der heu­ti­gen IT-Land­schaft nicht denk­bar und daher ist hier ein ver­stärk­tes Enga­ge­ment not­wen­dig.  Fuji­tsu ist ja in Japan ein aner­kann­tes und auch als sol­ches wahr­ge­nom­me­nes Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gie-Unter­neh­men (IKT). Die­ses Jahr posi­tio­nie­ren wir uns auf der CeBIT schon als IKT-Unter­neh­men. Teil­wei­se sind unse­re Bro­schü­ren schon so ver­fasst und gedruckt. So müs­sen wir uns auch dem Kun­den dar­stel­len. Das wer­den wir in der Zukunft noch ver­stärkt tun.

Was ist aus der Sicht eines CTOs der wich­tigs­te Trend oder die Inno­va­ti­on hier auf der Messe?

Ich hat­te noch nicht soviel Zeit her­um zu gehen und mir anzu­schau­en, was die ande­ren so bie­ten. Die maß­geb­li­chen The­men sind nicht neu, aber das nimmt den Reiz nicht weg, im Gegen­teil. Man­che The­men brau­chen eine gewis­se Zeit, um zu einer Rei­fe zu gelan­gen und dann auch einen Markt zu finden.

Es gibt dafür ein Bei­spiel: Unser Palm­Se­cu­re Venen­scan­ner ist wahr­haf­tig nicht das ers­te Mal auf der Mes­se. Es ist seit gerau­mer Zeit ein The­ma. Aber die­ses Jahr war der Durch­bruch da, also das Inter­es­se war immens, da es auf frucht­ba­ren Boden fällt. Die gan­zen Sicher­heits- und Daten­schutz­be­stim­mun­gen und die damit zusam­men­hän­gen­de Pro­ble­ma­tik hat eine Auf­merk­sam­keit erzeugt. Die Kun­den sind extrem auf­nah­me­be­reit für das The­ma, sodass die ein­fa­che Inte­gra­ti­on einer Venen­er­ken­nungs-Soft­ware in einen Lap­top auch Auf­merk­sam­keit bekommt.

Also offen­sicht­lich ist die Zeit reif gewor­den für die­se Technologie.

Das The­ma genießt enor­me Auf­merk­sam­keit. Nach die­sem Inter­view kommt ein deut­scher Auto­her­stel­ler zu uns, um dar­über zu reden, wie die­se Tech­no­lo­gie dort ein­ge­setzt wer­den kann. Dar­an sieht man, wie die Krei­se immer grö­ßer wer­den. Nicht nur IT, nicht nur Authen­ti­fi­zie­rung und Auto­ri­sie­rung und Zugangs­kon­trol­le zu IT-Sys­te­men son­dern auch zu Gebäu­de­tech­nik oder auch zu PKWs in der Zukunft.

Da sehen wir, ein sehr sehr span­nen­des The­ma kann auch dadurch ent­ste­hen, dass Markt­er­war­tung und Markt­auf­nah­me­fä­hig­keit und Rei­fe­grad einer Tech­no­lo­gie zusam­men finden.

Das bringt mich zu einem ande­ren Schlag­wort, das The­ma „Inter­net der Din­ge“: Haben Sie per­sön­lich zuhau­se schon einen Kühl­schrank, der mit Ihnen spricht? Der Ihnen einen fer­ti­gen Ein­kaufs­zet­tel aus­druckt? Wird es dies in der Zukunft geben?

Sowas wird es sicher­lich geben, die Sinn­haf­tig­keit oder Nütz­lich­keit ist eine ande­re Dis­kus­si­on. Also einen intel­li­gen­ten Kühl­schrank hab ich nicht, aber die Glüh­bir­ne, die ich auf dem Fuji­tsu Forum letz­tes Jahr gezeigt habe, ist tat­säch­lich bei mir in Betrieb zuhau­se. Und wenn ich sie noch brau­che für den einen oder ande­ren Vor­trag, schrau­be ich sie raus und neh­me sie mit. Anschlie­ßend schrau­be ich sie wie­der ein. Also in der Tat, bei mir zuhau­se gibt es schon das Inter­net der Dinge.

Wenn jemand Sie fra­gen wür­de: „War­um soll­te ich zur CeBIT nach Han­no­ver fah­ren?“ – was wür­den Sie ihm antworten? 

Ers­tens mal muss nicht jeder zur CeBIT nach Han­no­ver fah­ren, weil es eine Fach­mes­se gewor­den ist. Aber alle, die in der IT irgend­wel­che Auf­ga­ben wahr­neh­men, die mit der Zukunft in Berüh­rung kom­men oder damit zu tun haben, denen emp­feh­le ich, hier­her zu kom­men. Und ich kann mir momen­tan noch kei­nen Job in der IT vor­stel­len, der nichts mit der Zukunft zu tun hat. 

Resha­ping ICT, Resha­ping Busi­ness and Socie­ty! In unse­rem CeBIT-Blog berich­ten wir im Vor­feld und LIVE aus Han­no­ver über inno­va­ti­ve Fuji­tsu-Akti­vi­tä­ten. Ent­de­cken Sie mit uns High­lights rund um Big Data, Cloud, Social Busi­ness und Mobile.

CeBIT 2014

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