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CeBIT 2015: „Maschinen innovieren nicht” – Interview mit Dr. Joseph Reger über die Zukunft der IT

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Dr_Joseph_RegerFür Dr. Joseph Reger, Chief Tech­no­lo­gy Offi­cer Fuji­tsu EMEIA, hängt Erfolg nicht allein von einem Namen ab – ande­re Fak­to­ren sind viel wich­ti­ger für den CTO, der sich für uns in einem Inter­view mit der „Human Centric Inno­va­ti­on” und der „d!conomy” aus­ein­an­der­setzt. Für Reger steht hin­ter jeder Ver­än­de­rung, die eine digi­ta­li­sier­te Welt mit sich bringt, eine zen­tra­le trei­ben­de Kraft: der Mensch. Maschi­nen inno­vie­ren schließ­lich nicht.

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Guten Tag, Herr Dr. Reger. Vie­len Dank, dass Sie sich Zeit für die­ses Inter­view genom­men haben. Sie sind CTO eines inter­na­tio­na­len IT-Unter­neh­mens, die CeBIT ist mit Sicher­heit eine der wich­tigs­ten Ver­an­stal­tun­gen in Ihrem Kalen­der. Was begeis­tert Sie an der CeBIT am meisten?

Dass sie offen­bar in der Lage ist, rele­van­te, tages­ak­tu­el­le The­men zu adres­sie­ren. Das war eine lan­ge und teil­wei­se lehr­rei­che Ent­wick­lung: Von den BITs – wie in CeBIT – and Bytes zu den Anwendungsthemen.

Gibt es eine Kon­stan­te auf der CeBIT oder erfin­det sich die Mes­se jedes Jahr neu? Immer­hin beinhal­tet das dies­jäh­ri­ge Mot­to d!conomy eine Revolution.…

Sie arbei­tet auf jeden Fall dar­an, auch durch immer neue Mot­tos. Aber die Mot­tos sind nicht das Wich­tigs­te. Der Erfolg hängt von der Güte der gezeig­ten Lösun­gen und Anwen­dun­gen ab.

Was ver­birgt sich hin­ter der „Human Centric Inno­va­ti­on“? Wie beschrei­ben Sie unse­re Unter­neh­mens-Visi­on mit Ihren eige­nen Worten?

„Human Centric Inno­va­ti­on” besitzt zwei Dimen­sio­nen. Ers­tens: Inno­va­ti­on für Men­schen – wir stre­ben an, mit unse­ren Tech­no­lo­gien eine in jeder Hin­sicht – egal ob pri­vat oder beruf­lich – bes­se­re Zukunft zu ermög­li­chen. Zwei­tens: Inno­va­ti­on durch Men­schen – denn Maschi­nen inno­vie­ren nicht. Daher muss der Mensch, und zwar jeder Ein­zel­ne, befä­higt und in die Lage ver­setzt wer­den, Inno­va­tio­nen bei­tra­gen zu kön­nen. Ob in einem klei­nen Unter­neh­men oder einem Gro­ßen, ob in einem klei­nen Land oder einem Gro­ßen – das spielt kei­ne Rolle.

FUJITSU prä­sen­tiert auf der CeBIT die „Human Centric Inno­va­ti­on“. Wie sieht unse­re Welt in die­ser Visi­on von FUJITSU aus? Wo lie­gen die gro­ßen Chan­cen des Zusam­men­spiels von „Human Centric Inno­va­ti­on“ und d!conomy, dem Mot­to der CeBIT?

Die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on der Wirt­schaft – das ver­ste­he ich unter d!conomy – kann nur erfolg­reich sein, wenn der letzt­end­li­che Antrei­ber der Inno­va­ti­on, der Mensch, eine zen­tra­le Rol­le spielt. Die Inno­va­tio­nen kom­men alle­samt von Men­schen; Maschi­nen oder Com­pu­ter inno­vie­ren nicht. Per­fek­tio­nie­ren viel­leicht, inno­vie­ren (noch) nicht. Wir reden hier aus­drück­lich über die gesam­te Wirt­schaft, alle Indus­trien und Geschäfts­tä­tig­kei­ten mit eingeschlossen.

Schau­en wir uns die rasan­te Ent­wick­lung der IT in den letz­ten Jah­ren an – unse­re Welt ver­än­dert sich im hohen Tem­po. Haben Gren­zen in einer voll­kom­men digi­ta­li­sier­ten Umge­bung über­haupt noch Platz? Sehen Sie welche?

In der Ent­wick­lung der digi­ta­len Tech­no­lo­gien gibt es jewei­li­ge (meis­tens aber kurz­le­bi­ge) Gren­zen. Für die Anwen­dung die­ser Tech­no­lo­gien in der Wirt­schaft, für die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on also, exis­tie­ren Gren­zen der Krea­ti­vi­tät, also der Ideen. Wäh­rend wir die erst­ge­nann­ten allei­ne vor­an­trei­ben kön­nen, ist eine schnel­le Ent­wick­lung in der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on nur in Zusam­men­ar­beit mit den Unter­neh­mun­gen mög­lich, die ihr Geschäft auch digi­tal trans­for­mie­ren wollen.

Big Data, Cloud Com­pu­ting, Mobi­le sowie Social und Secu­ri­ty grei­fen immer mehr inein­an­der. Die gan­ze Welt ver­netzt sich – kön­nen wir die Din­ge über­haupt noch getrennt betrachten?

Das kann man wohl, man­che Unter­neh­men tun es auch. Es ist bloß nicht ziel­füh­rend, all die­se The­men unter Ein­zel­aspek­ten zu sehen.

Daten sind mitt­ler­wei­le die „Wäh­rung der digi­ta­len Welt“, das sag­te Ihr Kol­le­ge Rupert Leh­ner auf dem Fuji­tsu Forum. Schlie­ßen Sie sich sei­ner Mei­nung an? Wie sol­len wir mit einer sol­chen Wäh­rung rich­tig und sicher umgehen?

Das kann man so sagen. Man kann auch von Roh­stof­fen reden, da fin­de ich die Ana­lo­gie etwas enger – aber blei­ben wir bei Wäh­rung. Wie geht man mit Wäh­rung um? Man mehrt sie und wan­delt sie um, um das eige­ne Geschäft vor­an­brin­gen zu kön­nen. Das kann man unver­än­dert übernehmen.

Im Rah­men der Digi­tal Trans­for­ma­ti­on wer­den gan­ze Wert­schöp­fungs­ket­ten digi­ta­li­siert. Wel­che Chan­cen bestehen hier ins­be­son­de­re im euro­päi­schen Markt?

Ich kann här­ter for­mu­lie­ren: im Rah­men der Digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on wer­den so gut wie *alle* Wert­schöp­fungs­ket­ten digi­ta­li­siert. In Euro­pa haben wir aller­dings kaum digi­ta­le Geschäf­te à la Goog­le, Face­book, usw. Unse­re gro­ße Chan­ce liegt in den meist ana­lo­gen Geschäf­ten, von denen wir hier sehr vie­le haben. Die kön­nen wir digi­ta­li­sie­ren, auch wenn das Kern­pro­dukt ana­log bleibt, wäh­rend alle Tei­le der Wert­schöp­fung digi­ta­li­siert wer­den. Dann ent­steht eine „digi­ta­li­sier­te Wirt­schaft“ anstatt einer „digi­ta­len Wirt­schaft“. In mei­nen Augen liegt Euro­pas Zukunft genau dort – in die­ser „digi­ta­li­sier­ten Wirtschaft“.

Aus der Sicht eines CTO´s – was könn­te der wich­tigs­te Trend auf der dies­jäh­ri­gen CeBIT sein? Mit ande­ren Wor­ten: Wel­ches The­ma bestimmt Ihrer Mei­nung nach die Zukunft der IT?

Die Hyper­kon­nek­ti­vi­tät, sprich die Ver­net­zung aller Men­schen, Gerä­te, Gegen­stän­de und über­haupt aller Din­ge wird in Zukunft eine ent­schei­den­de Rol­le spie­len. Anders gesagt: die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on und die dar­aus resul­tie­ren­de Ver­schie­bung zu Dienst­leis­tun­gen könn­te die Zukunft bestimmen.

Wir leben in einem Zeit­al­ter, in dem Din­ge intel­li­gen­ter wer­den und sich ver­net­zen. Denk­bar sind sogar Wasch­ma­schi­nen mit einem eige­nen Face­book-Account. Wel­che Neu­heit, egal ob unrea­lis­tisch oder nicht, wür­den Sie ganz per­sön­lich ger­ne auf einer Mes­se wie der CeBIT sehen?

Einen abso­lut was­ser­dich­ten Schutz der per­sön­li­chen Daten bei der vol­len Bequem­lich­keit, die wir ohne ihn gewohnt sind.

Abbinder-CeBIT-2015 Human Centric Inno­va­ti­on Ver­net­zen Sie sich mit Fuji­tsu Aktu­ell und erfah­ren Sie alles über die CeBIT 2015, die vom 16. bis 20. März in Han­no­ver statt­fin­det. Blei­ben Sie am Puls der Zeit und ent­de­cken Sie mit uns die Zukunft – die d!conomy im Team mit der „Human Centric Inno­va­ti­on”. Wir berich­ten über die Top­the­men Human Centric Work­place, Busi­ness Centric Data Cen­ter, Big Data, Ser­vices, Secu­ri­ty und Public Sec­tor.  Mit Fuji­tsu Aktu­ell und unse­rer CeBIT-Sei­te im Inter­net blei­ben sie up to date und erfah­ren Neu­ig­kei­ten direkt von der CeBIT – direkt aus der Zukunft der IT-Welt. Ent­de­cken, infor­mie­ren, mit­re­den – dabei sein! 

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