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Keynote Joseph Reger „All things considered” – Wie das Internet der Dinge die Dinge verändert

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Keynote Josef Reger

In sei­ner heu­ti­gen Key­note sprach Dr. Joseph Reger, Chief Tech­no­lo­gy Offi­cer of Fuji­tsu Inter­na­tio­nal Busi­ness, über die wich­tigs­ten Trends, die in der Zukunft unse­re Leben und unser Geschäft beein­flus­sen wer­den.  Mobi­le, Big Data, Social und Cloud sind die Stich­wor­te, wel­che einem sofort in den Sinn kom­men. Den Fokus sei­ner Betrach­tun­gen leg­te Josef Reger aber auf der Inter­net der Din­ge (Inter­net of Things, IoT).

Die gro­ße Fra­ge im Raum ist dabei: wie sind wir davon betrof­fen, wie berührt uns das The­ma. Das Inter­net wird laut Reger immer mehr von Din­gen und weni­ger von Men­schen bestimmt. Din­ge sind hier syn­onym mit Gerä­ten zu sehen, und bereits jetzt gibt es schät­zungs­wei­se 10 Mil­li­ar­den davon. Bis 2020 wird die­se Zahl auf unglaub­li­che 50 Mil­li­ar­den anwach­sen. Ein gigan­ti­scher Markt, der ste­tig wächst: Das Inter­net der Din­ge gene­riert stän­dig neue Din­ge und alle die­se Din­ge haben eine IP-Adres­se. Die Berei­che Big Data und Cloud spie­len hier eine gro­ße Rol­le und kon­ver­gie­ren mit dem Inter­net der Dinge.

Es wird der Punkt kom­men, an dem alle Din­ge eine IP-Adres­se haben wer­den, sogar Glüh­bir­nen. Hier ist laut Reger der Punkt erreicht, an dem die bis­he­ri­gen Tech­no­lo­gien an Ihre Gren­zen sto­ßen. Schon bei 7–8 Mil­li­ar­den Glüh­bir­nen las­sen sich die­se mit dem IPv4-Pro­to­koll und sei­nen ca. 4,3 Mil­li­ar­den mög­li­chen Adres­sen nicht mehr abbil­den. Die Umstel­lung auf IPv6 mit sei­nen bei­na­he unend­lich vie­len IP-Adres­sen ist daher für das Inter­net der Din­ge unabdingbar.

Aber wir kann die­se Migra­ti­on statt­fin­den? Fuji­tsu unter­stützt sei­ne Kun­den hier aktiv, z. B. mit Tun­neln, die es ermög­li­chen, 65.000 IP-Adres­sen auf einer IPv4 Adres­se abzu­bil­den. Aber nicht nur die Migra­ti­on erzeugt neue Her­aus­for­de­run­gen. Momen­tan kom­mu­ni­zie­ren noch fast alle Gerä­te durch end­lo­se Gate­ways und pro­prie­tä­re Pro­to­kol­le mit­ein­an­der. Aber das ist es nicht, was die Men­schen wol­len, die Men­schen wol­len die Glüh­bir­ne von ihrem Smart­pho­ne aus kon­trol­lie­ren. Sobald dies mög­lich ist, wird vie­le ein­fa­cher werden.

Auch wenn die Kom­mu­ni­ka­ti­on von Gerät zu Gerät (Machi­ne to Machi­ne, M2M) ein Teil des Inter­nets der Din­ge ist, ist sie nicht damit iden­tisch. Aber die Stan­dar­di­sie­rung die­ser Kom­mu­ni­ka­ti­on wird vie­les ein­fa­cher machen und als neue Her­aus­for­de­rung gigan­ti­sche Men­gen an Daten gene­rie­ren. Wirk­lich sehr gro­ße Men­gen an Daten.

Die­se sind aber bei wei­tem nicht die ein­zi­ge Her­aus­for­de­rung. Auch bezüg­lich der Sicher­heit ste­hen wir vor völ­lig neu­en Auf­ga­ben. Reger führ­te augen­zwin­kernd ein Bei­spiel an: was, wenn jemand jeder­zeit weiß, wann wel­ches Licht an ist? Sicher­heits­lü­cken auf einem Gerät sind oft auch gleich mil­lio­nen­fach vor­han­den, und plötz­lich gibt es eine Armee von Glüh­bir­nen, bereit dazu, anzugreifen.

War­um soll­te man also über­haupt eine sol­che Glüh­bir­ne wol­len? War­um über­haupt ein Inter­net der Din­ge? Die Vor­tei­le lie­gen vor allem bei der Ver­bes­se­rung der Nach­hal­tig­keit und der Effi­zi­enz.  Was, wenn Ihnen Ihr Smart­pho­ne im Bau­markt gleich mit­teilt, dass Sie neue Glüh­bir­nen in der Küche brau­chen? Stel­len Sie sich eine intel­li­gen­te Matra­ze für Ihr Baby vor, die Sie sofort warnt, wenn etwas nicht stimmt. Oder eine Zahn­bürs­te, die ihre Zahn­putz­ge­wohn­hei­ten opti­miert und gleich einen Ter­min beim Zahn­arzt vereinbart.

Nicht nur im pri­va­ten Umfeld erge­ben sich Vor­tei­le. Wann ist der rich­ti­ge Moment, um die Ern­te ein­zu­fah­ren, wann und wie soll gedüngt wer­den? Autos könn­ten auto­ma­ti­siert fah­ren und Staus über die Kom­mu­ni­ka­ti­on unter­ein­an­der ver­hin­dern. Tsu­na­mi-Sen­so­ren auf dem Grund des Mee­res sind eben­so ein Anwen­dungs­sze­na­rio wie Smart Medi­ci­ne. Die­se könn­te genau zum rich­ti­gen Zeit­punkt die rich­ti­ge Dosis ver­ab­rei­chen. Auch Ener­gie­ein­spar­po­ten­zia­le sind denk­bar: Mit­tels Big Data-Ana­ly­se könn­te die Effi­zi­enz deut­lich gestei­gert wer­den. Laut Reger wür­de bereits eine Ein­spa­rung von 1% welt­weit 15 Bil­lio­nen $US einsparen.

Wie Fuji­tsu plant, alle die­se Din­ge anzu­ge­hen und umzu­set­zen kön­nen Sie auch noch mal in der Fuji­tsu Tech­no­lo­gy and Ser­vice Visi­on nachlesen.

Josef Reger bat dar­auf­hin noch ver­schie­de­ne Gast­spre­cher auf die Büh­ne, die Ihre Sicht auf das Inter­net der Din­ge darlegten:

  • Glen Kos­ke­la (CTO End User Ser­vices and Devices, Fuji­tsu): Das Inter­net der Din­ge hilft uns in allen Berei­chen und Akti­vi­tä­ten, weil es alles weiß, uns alle Infor­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung stellt.  Alles steht damit im Kon­text, und kann somit bes­ser und effi­zi­en­ter reagie­ren. Bei­spiels­wei­se stellt sich die Licht­tem­pe­ra­tur auf Ihre Stim­mung ein, eine intel­li­gen­te Pil­le ver­ab­reicht genau die rich­ti­ge Dosis eins Medi­ka­ments. Er gab auch einen Ein­blick, wor­an Fuji­tsu grad arbei­tet. Mit einem kon­text­sen­si­ti­ven Desk­top, der je nach Umge­bung ande­re Apps bereit­stellt und einem intel­li­gen­ten Geh­stock, der neben Navi­ga­ti­ons­soft­ware auch die Vital­wer­te über­wacht sind hier Pro­jek­te aus ganz unter­schied­li­chen Berei­chen in der Entwicklung.
  • Alex Bazin (CTO App­li­ca­ti­on Ser­vice, Fuji­tsu): Die Her­aus­for­de­rung ist, aus den gro­ßen Daten­men­gen die rich­ti­gen und nütz­li­chen Infor­ma­tio­nen zu gene­rie­ren: z. B. wo ist der nächs­te Park­platz von mir aus? Dabei spielt auch die Umge­bung, der Kon­su­men­ten eine wich­ti­ge Rol­le. Nur, wenn hier alle Daten kor­rekt gefil­tert und ver­bun­den wer­den, ergibt sich für den Kun­den ein Mehr­wert und Nut­zen. Mit der SPROUT Anwen­dung von Fuji­tsu kön­nen zum Bei­spiel Pati­en­ten, die an einer chro­ni­schen Krank­heit lei­den, zu Hau­se über­wacht wer­den,  so dass die The­ra­pie und der Fort­schritt  jeder­zeit nach­voll­zieh­bar ist.
  • Bernd Hen­ning (CTO Platt­forms und Infra­st­ruc­tu­re Solu­ti­ons): Wir bewe­gen uns von einer ana­lo­gen in eine digi­ta­le, ver­knüpf­te Welt. Es wer­den Platt­for­men benö­tigt, die eine hohe Fle­xi­bi­li­tät auf­wei­sen und Kom­ple­xi­tät meis­tern. Fuji­tsu kann die­se Sys­te­me bie­ten. Mit der Machi­ne to Machi­ne Cloud und der SPATIOWL Tech­no­lo­gie für Elek­tro­mo­bi­le bie­ten wir Diens­te an, die uns immer näher an eine intel­li­gen­te Stadt bringen.
  • Die­ter Kas­par (CTO Data Cen­ter Infra­st­ruc­tu­re): Das Rechen­zen­trum muss nicht neu erfun­den wer­den für die Zukunft – es muss nur mit ent­spre­chen­den Inno­va­tio­nen aus­ge­stat­tet wer­den, sodass die Zukunft gemeis­tert wer­den kann. Um am Inter­net der Din­ge teil­zu­ha­ben ist oft nur ein Update der Infra­struk­tur nötig. Fuji­tsu stellt hier auf dem Fuji­tsu Forum mit der neu­en Intel Opti­cal Inter­con­nect Tech­no­lo­gy namens Sili­con Pho­to­nics eine neue Art der schnel­len Daten­über­tra­gung vor.
  • Kozo Ots­uka (Direc­tor of Tech­no­lo­gy Trans­fer) stell­te drei Inno­va­tio­nen vor, wel­che grad in den Fuji­tsu Labo­ra­to­ries ent­wi­ckelt wer­den. Im Bereich Machi­ne to Machi­ne Com­mu­ni­ca­ti­on liegt der Fokus auf der siche­ren Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Gerä­ten. Mit dem Trust­Cu­be® Con­cept kön­nen Gerä­te über ein Trus­ted Plat­form Modu­le (TPM) eine siche­re ver­trau­ens­vol­le Ver­bin­dung unter­ein­an­der auf­bau­en. Für den Fall, dass im Inter­net der Din­ge die Anzahl der Sen­so­ren sehr groß wird, arbei­ten die Labo­ra­to­ries an einer Mög­lich­keit, wie die­se Sen­so­ren unter­ein­an­der auto­nom kom­mu­ni­zie­ren kön­nen. Mit Wis­Reed kön­nen bis zu 10.000 Kno­ten pro Gate­way robust und sicher mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren. Als drit­tes Pro­jekt wur­de ein kame­ra­ba­sier­tes Sys­tem zur Visua­li­sie­rung mensch­li­cher Bewe­gung vor­ge­stellt, mit der Per­so­nen iden­ti­fi­ziert wer­den kön­nen, ohne, dass man ihre per­sön­li­chen Daten benö­tigt. Anwen­dun­gen wären z. B. im Retail-Bereich oder zur Ver­mei­dung von Kollisionen.

Josef Reger schloss sei­ne Key­note mit der Fest­stel­lung, dass Fuji­t­sus Human Centric Intel­li­gent Socie­ty mehr als nur das Inter­net der Din­ge ist. Fuji­t­sus Human Centric Intel­li­gent Socie­ty nutzt das Inter­net der Din­ge, um  für mehr Nach­hal­tig­keit und mehr Effi­zi­enz zu sor­gen und den Men­schen und Nut­zer in den Mit­tel­punkt zu rücken.

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