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Fujitsu World Tour 2016: „Gut sein, wenn es drauf ankommt” – Keynote Dr. Markus Merk

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Jeden Tag müs­sen wir uns ent­schei­den – manch­mal sind vie­le Men­schen von unse­ren Ent­schei­dun­gen abhän­gig, manch­mal betref­fen Sie nur uns allein. In jedem Fall folgt auf unse­re Wahl jedoch eine Kon­se­quenz und im Fall des ehe­ma­li­gen FIFA-Schieds­rich­ters Dr. Mar­kus Merk hieß die­se oft­mals: Sieg oder Nie­der­la­ge. Sei­ne Ent­schei­dun­gen beweg­ten eine gan­ze Nati­on. Was aber hat der Job des Schieds­rich­ters mit der IT zu tun? Wie pas­sen Sport und Wirt­schaft zusam­men? Was Fuß­ball und IT tat­säch­lich gemein­sam haben, erklär­te uns Merk ges­tern in sei­ner Key­note „Sich(er) ent­schei­den: Was Sie von einem FIFA-Schieds­rich­ter für Ihren per­sön­li­chen Ent­schei­dungs­stil ler­nen kön­nen” – die Sie übri­gens hier bei Peri­scope noch ein­mal anse­hen können.

Fuß­ball avan­ciert im Zuge der Euro­pa­meis­ter­schaft zum The­ma Num­mer 1 in Deutsch­land und unse­re Elf begeg­net uns täg­lich in den Medi­en. Gera­de erst ges­tern absol­vier­te die Deut­sche Mann­schaft einen wei­te­ren Schritt auf dem Weg zum Euro­pa­meis­ter mit einem 1:0 Sieg gegen Nord­ir­land. Deutsch­land sicher­te sich damit den Grup­pen­sieg in der Grup­pe A und wir hof­fen wei­ter auf ein span­nen­des Fina­le mit dem deut­schen Team im Sta­de de Fran­ce. Gan­ze 81.338 Men­schen pas­sen in das größ­te Sta­di­on Frank­reichs, in dem die Fina­lis­ten am 10. Juli um den ersehn­ten Titel kämp­fen werden.

Wie kaum ein ande­rer Sport weckt Fuß­ball Emo­tio­nen und auch in der bri­san­ten Final­par­tie liegt die Bestim­mung von Sieg und Nie­der­la­ge nicht nur bei den Spie­lern, son­dern auch bei den Schieds­rich­tern. Oft bekam Dr. Mar­kus Merk von Jour­na­lis­ten die ent­schei­den­de Fra­ge gestellt: Wie schaf­fen Sie es, mit dem stän­di­gen Druck und der stän­di­gen Kri­tik umzu­ge­hen? Der ehe­ma­li­ge Schieds­rich­ter weiß aus Erfah­rung, dass genau die­se Ent­schei­dun­gen in eine bestimm­te Kate­go­rie gehö­ren: Sie kön­nen einen umwer­fen. In sei­nen ins­ge­samt 393 gepfif­fe­nen Fuß­ball­par­tien hat der ehe­ma­li­ge FIFA-Schieds­rich­ter vor allem Eins gelernt  – und das brach­te er ges­tern mit den Wor­ten von Win­s­ton Chur­chill auf den Punkt:

Es kann im Leben pas­sie­ren, das man hin­fällt. Unver­zeih­lich ist es, wenn man liegenbleibt!

Stän­dig muss­te Merk dem Druck der Mas­se stand­hal­ten, Ent­schei­dun­gen revi­die­ren, Span­nungs­fel­der lösen und Regeln umset­zen. Egal, was ande­re von die­sen Regeln hiel­ten. Mit einem Schmun­zeln bezeich­ne­te sich Merk ges­tern als „Spaß­brem­se aus der Pfalz”. Ganz aus der Luft gegrif­fen scheint die­ser Begriff nicht, denn oft genug muss ein Schieds­rich­ter sei­ne Ent­schei­dun­gen ver­tei­di­gen und recht­fer­ti­gen – genau­so wie eine Füh­rungs­kraft im Berufs­le­ben. Vor einem Irr­tum kön­nen sich weder Unter­neh­men noch Fuß­bal­ler auf oder neben dem Spiel­feld schüt­zen. Eine Fehl­ent­schei­dung im Fuß­ball bedeu­tet den Ver­lust des Images sowie ein rhe­to­ri­sches Duell mit Spie­lern und Fans. Auf der wirt­schaft­li­chen Ebe­ne kommt die finan­zi­el­le Kom­po­nen­te noch hin­zu. Ob Rasen oder Büro: Im Berufs­le­ben, gera­de in Füh­rungs­po­si­tio­nen, begeg­nen wir mit­un­ter den­sel­ben Her­aus­for­de­run­gen und genau des­halb kön­nen wir vom Fuß­ball eine Men­ge ler­nen. Mit Her­aus­for­de­run­gen, so schätz­te Dr. Mar­kus Merk, ken­ne er sich schließ­lich ganz gut aus. Wie hat der ehe­ma­li­ge Schieds­rich­ter sie wäh­rend sei­ner akti­ven Zeit gemeis­tert? Für den Erfolg beher­zigt Merk vor allem fünf Din­ge, die er den Besu­chern der Fuji­tsu World Tour 2016 in Stutt­gart in sei­ner Key­note ger­ne mit auf den Weg gab.

Je län­ger wir mit einer Ent­schei­dung hadern, des­to schwe­rer fällt es, sie zu treffen

Fla­che Hier­ar­chien erleich­tern Ent­schei­dun­gen, auch wenn die­se zwangs­läu­fig auf Sub­jek­ti­vi­tät pral­len. Was immer wir tun oder eben nicht tun, betrifft nicht nur uns, son­dern auch ande­re immer per­sön­lich. Erhält ein Spie­ler zum Bei­spiel eine rote Kar­te, muss die Mann­schaft mit einer Per­son weni­ger trotz­dem das­sel­be leis­ten. Neh­men wir Urlaub, brau­chen wir im Büro eine Ver­tre­tung, damit nichts lie­gen­bleibt. Unse­re Ent­schei­dun­gen beein­flus­sen immer unser Umfeld, ob wir das wol­len oder nicht. Wir müs­sen Regeln umset­zen, unge­ach­tet der Kon­se­quen­zen. Das gilt für das Fuß­ball­spiel genau­so wie für das Spiel­feld „Büro”. Dr. Mar­kus Merk beob­ach­te­te in sei­ner akti­ven Lauf­bahn sei­ne Umwelt des­halb ganz genau und hör­te zu. Er sam­mel­te gezielt Argu­men­te für die nächs­te Entscheidung.

Wenn er sie traf, dann tat er es schnell, damit aus einer 1:1 Situa­ti­on kei­ne 1:5 Situa­ti­on ent­ste­hen konn­te. Wir alle ken­nen die­se typi­schen Sze­nen einer Fuß­ball­über­tra­gung: Der Schieds­rich­ter ent­schei­det etwas, ein Spie­ler hält mit sei­nen Argu­men­ten dage­gen. Nach und nach gesel­len sich die Mann­schafts­ka­me­ra­den dazu und inner­halb von Sekun­den muss sich der Schieds­rich­ter nicht gegen Einen behaup­ten, son­dern gleich gegen eine gan­ze Grup­pe. Je län­ger wir mit einer Ent­schei­dung hadern, des­to schwe­rer fällt es uns, sie zu tref­fen. Schnel­lig­keit und die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit der eige­nen Sicht der Din­ge bezie­hungs­wei­se mit dem Pro­dukt und dem Unter­neh­men ver­schafft uns in den Augen ande­rer Kom­pe­tenz, das weiß der ehe­ma­li­ge Schieds­rich­ter aus Erfah­rung auf dem Rasen. Bis heu­te bleibt er sei­nen Top Five für den Erfolg treu – mit Erfolg.

Das Wich­tigs­te jedoch hob sich Merk für das Ende sei­ner Key­note auf: Mit Kom­pe­tenz allein kom­men wir noch lan­ge nicht ans Ziel und sie kommt auch nicht von allein. Wir müs­sen sie uns hart erar­bei­ten, unse­re Ent­schei­dun­gen immer wie­der und ziel­ori­en­tiert revi­die­ren. Wie Chur­chill sag­te: Es kann im Leben pas­sie­ren, das wir hin­fal­len. Was also brau­chen wir außer Kom­pe­tenz und Fach­wis­sen noch, um ans Ziel zu kom­men? Dr. Mar­kus Merk weiß es genau. Wir müs­sen das Know-How auch zur rich­ti­gen Zeit abru­fen kön­nen. Mit ande­ren Worten:

Wir müs­sen gut sein, wenn es drauf ankommt!

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