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Innovation aus Tradition – die gelebte digitale Transformation

Headerbild_Blogbeitrag_Willi_Petersmann
Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Wil­helm F. Peters­mann, genannt Wil­li, ist ein Inno­va­ti­ons­pro­fi. Seit 2012 ist er Mana­ging Direc­tor für die Schweiz, seit 2015 auch für Öster­reich. Hin­zu kommt die drit­te Kom­po­nen­te als Head of Finan­cial Ser­vices in CE. In sei­ner Zeit bei Fuji­tsu hat Wil­li haut­nah erlebt, wie unge­wöhn­lich inno­va­tiv Unter­neh­men sein kön­nen. Wir haben mit ihm über Inno­va­ti­ons­geist, Co-crea­ti­on und die Mög­lich­kei­ten der digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on gesprochen.

Lieber Willi, deine Position verlangt dir sicherlich viel ab, wie schaffst du es, alle drei Aufgabenbereiche unter einen Hut zu bekommen?

Ich arbei­te ger­ne, mein Job macht mir Spaß. Ich glau­be, das ist ein ganz wich­ti­ger Fak­tor. Prin­zi­pi­ell spü­re ich eine Lei­den­schaft für das Geschäft in mir und ich ver­su­che das auch zu ver­mit­teln. Ich habe als Mana­ging Direc­tor die Mög­lich­keit, in zwei ver­schie­de­nen Kul­tur­krei­sen zu arbei­ten. Mit den Finan­cial Ser­vices kommt noch eine drit­te Kom­po­nen­te dazu und das ist ein­fach span­nend. Selbst die Kom­mu­ni­ka­ti­on in den drei Län­dern (Öster­reich, Schweiz und Deutsch­land), die Her­an­ge­hens­wei­se, die For­mu­lie­run­gen, die Mit­ar­bei­ten­den sind ver­schie­den und das fin­de ich unheim­lich span­nend und unheim­lich toll an mei­nem Job.

Was die Schweiz und Österreich verbindet ist das hohe Maß an Innovationskraft. Es gibt tatsächlich eine ausgeprägte Tradition an Erfindungsgeist. Woran glaubst du, kann das liegen?

Ich den­ke, dass bei­de Län­der im Dienst­leis­tungs­sek­tor ganz stark sind. Und auch dadurch, dass sie nicht die schie­re Grö­ße wie die Wirt­schafts­räu­me Deutsch­land, Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich oder Ita­li­en haben, müs­sen sie Nischen beset­zen. Nischen kannst du aber nur beset­zen, wenn du exzel­lent bist in dem, was du tust. Es gibt Unter­neh­men, klei­ner als mit­tel­stän­disch, die in ihrem Spe­zi­al­be­reich Welt­füh­rer sind, nur durch Innovation.
Die Kund*innen sind in Öster­reich und der Schweiz auch emp­fäng­li­cher für inno­va­ti­ve Ansät­ze. Viel­leicht auch, weil Pro­jek­te in der Regel etwas klei­ner sind als in Deutsch­land und dadurch auch mana­ge­ba­rer. Wir haben in Öster­reich und in der Schweiz gera­de mit unse­rem Work-Life-Shift-Ansatz immens punk­ten kön­nen, weil die­ser eben inno­va­ti­ve Kon­zep­te beinhaltet.

Fujitsu ist stets auf der Suche nach neuen innovativen Service-Lösungen. Inwieweit ist das eine Parallele zum Mindset in Österreich und der Schweiz?

Fuji­tsu ist ganz stark auf der Schie­ne der per­ma­nen­ten Wei­ter­ent­wick­lung. Das The­ma „Agi­le” kommt ursprüng­lich aus dem 70er-Jah­re-Japan. Als Repräsentant*innen eines japa­ni­schen Unter­neh­mens hier in der Schweiz und in Öster­reich ver­su­chen wir das natür­lich auch so zu leben und in den Markt zu brin­gen. Wir sind mit Japan sehr stark in Kon­takt, um inno­va­ti­ve Lösun­gen für den mit­tel­eu­ro­päi­schen Raum zu adap­tie­ren. Es ist natür­lich schön, wenn man einen Mut­ter­kon­zern im Rücken hat, der die Inno­va­ti­on bringt und wir die­se adap­tiert in den Markt tra­gen können.

Die Welt scheint sich immer schneller zu verändern – Stichwort VUCA-World. Würdest du sagen, wir müssen heute auch schneller innovativ sein?

Ich glau­be, die Geschwin­dig­keit der Inno­va­ti­on hängt sehr stark davon ab, wie ver­trau­ens­wür­dig inno­va­ti­ve Lösun­gen sind. Es geht dar­um, einen Bereich zu kre­ieren, der nach­voll­zieh­bar Sicher­heit und Trans­pa­renz bie­tet und damit das Ver­trau­en stärkt. Nur wenn ich das habe, akzep­tie­re ich als Indi­vi­du­um oder als Fir­ma Inno­va­ti­on. Wir haben immer mehr bereichs- und indus­trie­über­grei­fen­de Eco­sys­te­me. Ich glau­be fest dar­an, dass die Zukunft eine noch viel stär­ker über Indus­trie­trends und Unter­neh­mens­gren­zen hin­weg ver­netz­te Eco­sys­tem-Welt bringt.

Das Vertrauen in die Sicherheit und Anwendung von Daten ist ein ganz zentraler Punkt. Gibt es Beispiele, wo Fujitsu schon jetzt besondere Innovationskraft zeigt?

Zum Bei­spiel haben wir für Sie­mens Ener­gy das Sys­tem ’non­de­st­ruc­ti­ve Tes­ting’ ent­wi­ckelt, das die Ober­flä­che von Rotor­blät­tern mit einer Kame­ra nach Beschä­di­gun­gen absucht. Mit Hil­fe der künst­li­chen Intel­li­genz erzie­len wir eine bes­se­re Tref­fer­quo­te als mit dem mensch­li­chen Auge. Eine Ket­te von Tools und Tech­no­lo­gien, die inein­an­der­grei­fen – wir nen­nen das Con­nec­ted Ser­vices – macht die­se Prü­fung und War­tung sehr viel effi­zi­en­ter, schnel­ler und kostengünstiger.

Teil des Connected-Services-Gedanken ist bei Fujitsu die Co-creation, die gemeinsame Lösungsentwicklung mit den Kund*innen. Wie können wir uns das vorstellen?

Wir sehen, dass sich vie­le Kund*innen bei der Erar­bei­tung ihrer Digi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gie schwer­tun und vie­le zu gro­ße Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­te ange­hen, die dann irgend­wo im Sand ver­lau­fen. Wir ent­wi­ckeln lie­ber agi­le­re, klei­ne­re Pake­te, die auf bestehen­de Bau­stei­ne zurück­grei­fen kön­nen. Dafür wäh­len wir einen Ansatz, bei dem wir gemein­sam mit Fach­ver­tre­tern des Kund*innen in einen Co-Crea­ti­on-Work­shop gehen. Der Vor­teil ist, dass die Co-crea­ti­on sehr inter­ak­tiv ist, mit schnel­le­ren Resul­ta­ten, mehr Bene­fit.

Wenn du dir die Zukunftsbrille aufsetzt, wo glaubst du, wird sich die Finanzdienstleistungsbranche in Österreich und der Schweiz in den nächsten 5 bis 10 Jahren hin entwickeln und vor welchen Herausforderungen steht sie bereits heute?

Ich glau­be, dass sich Ban­ken prin­zi­pi­ell neu erfin­den müs­sen. Es wird Trans­ak­ti­ons­ban­ken geben und es wird Bera­ter­ban­ken geben. Trans­ak­ti­ons­ban­ken wer­den alles dar­an­set­zen müs­sen, mög­lichst Ska­len­ef­fek­te zu erzie­len, um effi­zi­ent und kos­ten­güns­tig zu produzieren.

Im Bera­ter­be­reich: Es wird immer einen Bedarf für Finan­zie­rung geben. Auch dort wer­den inno­va­ti­ve Ser­vices zum Ein­satz kom­men, wie zum Bei­spiel unser Digi­tal Annea­ler, der das Port­fo­lio­ma­nage­ment mit sei­ner Tech­no­lo­gie optimiert.

Aus mei­ner Sicht wer­den die Unter­neh­men über­le­ben, die es nicht nur über die Pro­zess­au­to­ma­ti­sie­rung schaf­fen, Effi­zi­enz und eine bes­se­re Cus­to­mer Expe­ri­ence her­zu­stel­len. Die Unter­neh­men, die digi­ta­li­sier­te Pro­duk­te anbie­ten, wer­den erfolg­reich sein.

Eine letzte Frage musst du mir noch erlauben. Du bist gebürtiger Österreicher, lebst aber schon seit Jahren in der Schweiz. Wo lebt es sich denn schöner?

Ich habe natür­lich unheim­li­ches Glück. Sowohl Zürich als auch Wien sind im Ran­king der lebens­wer­tes­ten Städ­te ganz weit vorn dabei. Umso mehr freut es mich, in bei­den Städ­ten arbei­ten zu dür­fen. Wo nun aber mein Herz schlägt? Viel­leicht hilft die­ses Bild: Wenn es um Fuß­ball geht, bin ich Voll­blut­schwei­zer. Wenn es um Ski­fah­ren geht, dann Österreicher.

Portrait Willi PetersmannSie wol­len mit Wil­li in Kon­takt treten?

E‑Mail: innovation_aus_tradition@fujitsu.com
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