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Insiderwissen: Das sind die größten Trends in der internationalen Industrie

Die größten Trends der internationalen Industrie bei der HMI 2018
Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Ken­nen Sie IOTA und Fog­in­fra­struk­tu­ren? Die Digi­ta­li­sie­rung ver­än­dert unse­re Indus­trie rasend schnell. Die gro­ßen Indus­trie­mes­sen zei­gen, wie dyna­misch sich der Sek­tor durch neue Tech­no­lo­gien wei­ter­ent­wi­ckelt. Mit der Han­no­ver Mes­se Indus­trie fin­det vom 23. bis 27. April 2018 die größ­te Indus­trie­mes­se der Welt statt. Wir haben unse­ren Indus­trie 4.0 Evan­ge­lis­ten & Fuji­tsu Dis­tin­guis­hed Engi­neer Wal­ter Graf nach den span­nends­ten Trends auf der HMI 2018 gefragt.

Walter, bald startet mit der Hannover Messe Industrie 2018 die größte Industriemesse der Welt. Was sind aktuell die wichtigsten Themen für die internationale Industrie?

Walter Graf ist unser Industrie 4.0 Evangelist.
Wal­ter Graf, Indus­trie 4.0 Evan­ge­list & Fuji­tsu Dis­tin­guis­hed Engi­neer

Nicht umsonst ist Inte­gra­ted Indus­try – Con­nect & Col­la­bo­ra­te das Leit­the­ma der dies­jäh­ri­gen Mes­se. Es geht also dar­um, die bereits exis­tie­ren­den digi­ta­len Oasen zu ver­grö­ßern und effek­tiv mit­ein­an­der zu ver­bin­den und die Wüs­ten­ge­bie­te dazwi­schen sys­te­ma­tisch zu bewäs­sern.

Für die Fer­ti­gungs­in­dus­trie im Umfeld von Indus­trie 4.0 betrifft das mehr denn je nicht nur die Fer­ti­gung im Werk selbst, son­dern auch die Ver­net­zung mit ande­ren Berei­chen wie bei­spiels­wei­se Zulie­fe­rern. Am wich­tigs­ten ist aber die Ver­net­zung mit den Kun­den. Denn eine wesent­li­che Mehr­wer­ter­war­tung von Indus­trie 4.0 spielt sich im Bereich des End­kun­den­er­leb­nis­ses ab, zum Bei­spiel im Sin­ne von maxi­mal indi­vi­dua­li­sier­ter Pro­duk­ti­on bis zur Los­grö­ße eins.

Auch die Anrei­che­rung mit Ser­vices und digi­ta­len Infor­ma­tio­nen wäh­rend des Lebens­zy­klus, zum Bei­spiel im Umfeld Pre­dic­ti­ve Main­ten­an­ce, wird immer wich­ti­ger.

Was sind für Dich die interessantesten Neuerungen im Bereich Industrie 4.0?

Das ist aller­dings eine Fra­ge, die man ange­sichts der Viel­falt der The­men nicht wirk­lich voll­stän­dig beant­wor­ten kann. Wenn wir aber noch­mal einen Blick auf das Leit­the­ma der Mes­se, also Inte­gra­ted Indus­try – Con­nect & Col­la­bo­ra­te wer­fen und uns das vor dem Hin­ter­grund star­ker oder dis­rup­ti­ver Ver­än­de­run­gen anschau­en, dann erscheint mir das The­ma IOTA in den Kreis der inter­es­san­tes­ten Neue­run­gen mit dem größ­ten Ver­än­de­rungs­po­ten­ti­al zu fal­len. An unse­rem Fuji­tsu Stand auf der Han­no­ver Mes­se Indus­trie zei­gen wir des­halb auch eine Live-Demo der IOTA-Tech­no­lo­gie.

Was ist denn IOTA überhaupt?

Bei IOTA steht die fäl­schungs­si­che­re Doku­men­ta­ti­on von Trans­ak­tio­nen im Vor­der­grund, wie wir sie in unse­rem Mes­se­show­ca­se kon­kret anhand eines kom­bi­nier­ten Audit Trails zwei­er Fir­men demons­trie­ren.

Im Kern ist IOTA eine Dis­tri­bu­t­ed Led­ger-Tech­no­lo­gie, also ein ver­teil­tes Wirt­schafts­buch, in dem Vor­gän­ge fäl­schungs­si­cher doku­men­tiert wer­den. Bei vie­len tau­chen damit sofort Asso­zia­tio­nen zu The­men wie Block­chain oder Kryp­to­wäh­run­gen auf, mit denen man hier aller­dings sehr vor­sich­tig sein soll­te. Zum einen ist eine Kryp­to­wäh­rung ledig­lich ein Anwen­dungs­fall von vie­len und ich möch­te an die­ser Stel­le noch­mal beto­nen, dass wir mit unse­rem Audit Trail-Show­ca­se bei der Mes­se etwas ande­res zei­gen. Zum ande­ren ist IOTA eine tech­no­lo­gi­sche Alter­na­ti­ve zu Block­chain, die spe­zi­ell für den Ein­satz in IoT-Sze­na­ri­en opti­miert wur­de.

Her­vor­zu­he­ben wäre noch der Aspekt, dass wir in dem Show­ca­se einen ver­teil­ten Audit Trail über zwei Fir­men zei­gen, in dem IOTA sei­ne beson­de­ren Stär­ken gegen­über einer klas­si­schen Daten­bank­im­ple­men­tie­rung zei­gen kann. Im Gegen­satz zu einer Daten­bank ist die Fäl­schungs­si­cher­heit bereits Bestand­teil von IOTA und das ver­teil­te Wirt­schafts­buch ist nicht mehr an eine Insti­tu­ti­on gebun­den und kann auch lan­ge Lebens­zy­klen der Daten her­vor­ra­gend bedie­nen. Gegen­über einer Block­chain-Imple­men­tie­rung fällt ins­be­son­de­re die Ska­lie­rungs- und Real­time­fä­hig­keit ohne Trans­ak­ti­ons­kos­ten auf.

Das macht uns neugierig auf die Messe! Fujitsu ist mit einem 285 m² großen Stand auf der Hannover Messe Industrie vertreten. Welche Highlights erwarten die Besucher dort im Bereich Industrie 4.0 und Digital Manufacturing noch?

Das zen­tra­le High­light unse­res Auf­tritts zum The­ma Indus­trie 4.0 ist die kon­kre­te Umset­zung des Inte­gra­ted Indus­try – Con­nect & Col­la­bo­ra­te Leit­the­mas und besteht aus zwei von­ein­an­der unab­hän­gi­gen Fer­ti­gungs­stra­ßen, die die Pro­duk­ti­on zwei­er Fir­men reprä­sen­tie­ren.

Wir zei­gen an die­sem Bei­spiel kon­kret, wie Daten aus Maschi­nen­um­ge­bun­gen extra­hiert, auf­be­rei­tet, visua­li­siert und für die Wei­ter­ver­wen­dung in einer Ana­ly­se­platt­form kana­li­siert wer­den. Zusätz­lich zei­gen wir, wie man kom­ple­xe­re Auf­ga­ben direkt in der Nähe der Pro­duk­ti­ons­li­ni­en wahr­neh­men kann. Dabei kom­men unter ande­rem eine Fuji­tsu Fog­in­fra­struk­tur und das Intel­li­gent Dash­board aus dem COLMINA Frame­work zum Ein­satz. 

Neben die­sen heu­te schon pro­duk­ti­ons­rei­fen Anwen­dun­gen wagen wir uns aber auch an neue The­men, wie eben IOTA. Wir haben in unse­ren Show­ca­ses exem­pla­risch einen Trus­ted Audit Trail inte­griert, der sich über zwei Fir­men erstreckt und in dem die IOTA-Tech­no­lo­gie live zum Ein­satz kommt und ihre Stär­ke unter Beweis stellt.

Kommen wir nochmal auf die Funktionen im Industrie 4.0 Showcase zurück. Was ist denn in diesem Zusammenhang eine Foginfrastruktur?

Auf­grund von Near-Real­time- und Sicher­heits­an­for­de­run­gen müs­sen Daten durch eine IT-Schicht gele­sen und ver­ar­bei­tet wer­den, die sich in direk­ter Nähe der Maschi­nen befin­det. Das glei­che gilt auch für bestimm­te Steue­rungs­sze­na­ri­en. Hier­bei ver­wen­det man inter­es­san­ter­wei­se Archi­tek­tur­ele­men­te, wie wir sie heu­te in Cloud­im­ple­men­tie­run­gen ver­wen­den. Dadurch ent­steht die Asso­zia­ti­on eines Nebels (fog), also einer tief lie­gen­den Wol­ke (cloud). In unse­rem Show­ca­se haben wir eine Fog­in­fra­struk­tur auf unse­rer Edge App­li­an­ce INTELLIEDGE imple­men­tiert. Dort zei­gen wir, wie man in direk­ter Nähe zur Pro­duk­ti­on auch kom­ple­xe­re Auf­ga­ben jen­seits des rei­nen Daten­sam­melns wahr­neh­men kann. Da geht es um The­men wie Daten­auf­be­rei­tung, also fil­tern, kom­pri­mie­ren und anony­mi­sie­ren, aber auch Vor-Ort-Ana­ly­sen, also die Umset­zung von KI-Algo­rith­men und Aler­ting. Natür­lich spielt dabei auch die Umset­zung von Secu­ri­ty­kon­zep­ten eine wich­ti­ge Rol­le.

Du erwähntest in Deinem Showcase den Begriff COLMINA. Was ist COLMINA?

COLMINA ist der Name eines Frame­works für die Fer­ti­gungs­in­dus­trie. Ein ers­tes Ele­ment davon ist das soge­nann­te Intel­li­gent Dash­board, mit dem wir in der Lage sind, alle Fer­ti­gungs­stät­ten einer Fir­ma welt­weit in einem hier­ar­chi­schen Modell dar­zu­stel­len. Die Dar­stel­lung star­tet mit dem High-Level-Mana­ger Blick von oben auf die gesam­te Fir­ma welt­weit und erlaubt es, bis auf die Ebe­ne ein­zel­ner Fer­ti­gungs­sta­tio­nen einer Fir­ma abzu­tau­chen und deren Zustand zu beob­ach­ten und ent­spre­chend zu han­deln.

Welche Highlights gibt es außer dem zentralen Industrie 4.0 Showcase noch auf dem Fujitsu Messestand?

Wir zei­gen zum Bei­spiel, wie man künst­li­che Intel­li­genz im Umfeld der Mate­ri­al­prü­fung ein­set­zen kann – über Non Dest­ruc­ti­ve Tes­ting. An einem wei­te­ren Bei­spiel kön­nen die Besu­cher sehen, wie man einen Mit­ar­bei­ter mit Hil­fe eines Head Moun­ted Dis­plays (HMD) bei der Arbeit unter­stüt­zen kann.

Außer­dem zei­gen wir in einem soge­nann­ten Over The Air Repro­gramming-Show­ca­se, wie man neue Funk­tio­nen aus der Ent­fer­nung in End­ge­rä­ten instal­liert, die sich in Nicht-IT-Umge­bun­gen bewe­gen. Damit gehen wir schon über die Fer­ti­gung hin­aus, was aber wich­tig ist, da man mit Indus­trie 4.0 als Ergeb­nis aller Bemü­hun­gen vor Allem das Kun­den­er­leb­nis ver­bes­sern will.

Zu guter Letzt möch­te ich noch auf ein Nicht-Industrie‑4.0‑Thema auf­merk­sam machen: Wir wen­den unse­re KI-Tech­no­lo­gien näm­lich auch im Umfeld Smart Trans­por­ta­ti­on und Smart City an. Dort kön­nen wir mit­tels KI bei­spiels­wei­se beweg­te Bil­der ana­ly­sie­ren, was wie­der­um auch in der Fer­ti­gungs­in­dus­trie von Nut­zen ist. In der Fer­ti­gungs­in­dus­trie ist das The­ma Strea­ming Ana­ly­tics zum Bei­spiel bei der Über­wa­chung und Qua­li­täts­kon­trol­le von Pro­duk­ten ent­lang der Fer­ti­gungs­stra­ßen inter­es­sant.

Worauf freust Du Dich bei der HMI am meisten?

Auf kon­struk­ti­ve Gesprä­che, denn wenn ich eines in der Zwi­schen­zeit gelernt habe, dann dass Indus­trie 4.0 auch der Abge­sang auf die Vor­stel­lung ist, man kön­ne alle wesent­li­chen The­men auch allei­ne stem­men. Gera­de der Zusam­men­schluss von bis­her eher iso­lier­ten und über Jahr­zehn­te gewach­se­nen Domä­nen aus der Fer­ti­gung und der IT kann nur durch Zusam­men­ar­beit inner­halb aber vor allem auch außer­halb der Fir­men mit Part­nern, Zulie­fe­rern und Kun­den gelin­gen.

Vielen Dank für das Interview, Walter!

Wenn Sie jetzt neu­gie­rig auf die HMI gewor­den sind, kön­nen Sie auf unse­rer HMI Web­site kos­ten­los Ihr Ticket zur größ­ten Indus­trie­mes­se der Welt anfor­dern.

Falls Sie nicht bei der HMI dabei sein kön­nen, fin­den Sie in unse­rem Indus­trie 4.0 Com­pe­tence Cen­ter kom­pe­ten­te Ansprech­part­ner mit aus­ge­wie­se­nem Fer­ti­gungs-Know-how für Ihren per­sön­li­chen Weg zur Smart Fac­to­ry. Hier bün­delt sich unse­re jah­re­lan­ge Erfah­rung und Exper­ti­se aus der glo­ba­len Fuji­tsu For­schung und Ent­wick­lung in den IT-Dis­zi­pli­nen, wie Service‑, Netz­werk- und Busi­ness App­li­ca­ti­on Manage­ment. Wir freu­en uns dar­auf, mit Ihnen über die Chan­cen der Digi­ta­li­sie­rung für Ihren Erfolg zu spre­chen!

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