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4 Arten von Unregelmäßigkeiten an der Kasse

4 Arten von Unregelmäßigkeiten an der Kasse
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In einer gut lau­fen­den Filia­le kom­men wäh­rend eines Tages ger­ne meh­re­re hun­dert Trans­ak­tio­nen zustan­de. Ver­lau­fen die­se kor­rekt, ist alles bes­tens. Doch immer wie­der kommt es zu Auf­fäl­lig­kei­ten. Der deut­lich über­wie­gen­de Teil kommt dabei nicht aus Absicht oder gar Bös­wil­lig­keit der Mit­ar­bei­ter zustan­de. Grün­de kön­nen eben­so man­geln­de Erfah­rung, Trai­nings­de­fi­zi­te oder sub­op­ti­ma­le Geschäfts­pro­zes­se sein. Ein gutes Betriebs­kli­ma, ein ange­neh­mes Arbeits­um­feld und Schu­lun­gen sowie Wei­ter­bil­dun­gen bewir­ken hier bereits viel.

In den ver­blei­ben­den Fäl­len kann Ihnen der Ein­satz einer pas­sen­den Lösung ent­schei­dend wei­ter­hel­fen. Im ver­gan­ge­nen Jahr haben wir Ihnen SAP Loss Pre­ven­ti­on by Fuji­tsu schon ein­mal vor­ge­stellt. Damit Sie die über SAP bezieh­ba­re Solu­ti­on Exten­si­on (SOLEX) mög­lichst opti­mal nut­zen, möch­ten wir Ihnen heu­te zei­gen, in wel­chen Berei­chen es beson­ders schnell zu Unre­gel­mä­ßig­kei­ten kommt, wie die Ursa­chen für die­se aus­se­hen – und wie SAP Loss Pre­ven­ti­on by Fuji­tsu Ihnen dabei hel­fen kann, sie auf­zu­de­cken.

4,3 Milliarden Euro Inventurdifferenzen im Einzelhandel

Inventurdifferenzen durch Unregelmäßigkeiten an der KasseDie Zah­len der EHI-Stu­die „Inven­tur­dif­fe­ren­zen 2019” sind enorm: Dem Ein­zel­han­del gehen in bran­chen­ge­wich­te­ter Hoch­rech­nung durch­schnitt­lich 1 Pro­zent sei­nes Umsat­zes ver­lo­ren. Im gesam­ten deut­schen Ein­zel­han­del sum­miert sich dies auf 4,3 Mil­li­ar­den Euro Inven­tur­dif­fe­ren­zen.

Nach Ein­schät­zung der Han­dels­ex­per­ten ver­ur­sa­chen Dieb­stäh­le durch Kun­den dabei Schä­den in Höhe von 2,38 Mil­li­ar­den Euro. Der Scha­den durch eige­ne Mit­ar­bei­ter beträgt etwa 1,01 Mil­li­ar­den Euro und der durch Lie­fe­ran­ten bzw. Ser­vice­mit­ar­bei­ter ver­ur­sacht rund 350 Mil­lio­nen Euro. Sta­tis­tisch gese­hen bedeu­tet das für den Ein­zel­han­del, dass jeder Haus­halt jedes Jahr Waren im Wert von 60 Euro nutzt, ohne die­se zu bezah­len.

Vier Arten von Unregelmäßigkeiten an der Kasse

Die Unre­gel­mä­ßig­kei­ten, die zu die­sen Sum­men füh­ren, kön­nen an zahl­rei­chen Punk­ten auf­tre­ten: vom Waren­ein­gang über das Lager bis in den Ver­kaufs­raum. Beson­ders anfäl­lig ist jedoch ein zen­tra­ler Punkt jeder Filia­le: Die Kas­se. Der über­wie­gen­de Teil des dort ein­ge­setz­ten Per­so­nals ist dabei ehr­lich – die ver­blei­ben­den Fäl­le von Betrug soll­ten Sie jedoch zu ver­hin­dern ver­su­chen.

1. Unregelmäßigkeiten durch Retouren

Nicht nur im Online-Han­del kommt es zu Retou­ren. Zwar ist dort die Rück­lauf­quo­te beson­ders hoch, doch auch im sta­tio­nä­ren Ein­zel­han­del tritt immer wie­der der Fall auf, dass Kun­den zuvor gekauf­te Ware zurück­ge­ben möch­ten. Solan­ge der Pro­zess ord­nungs­ge­mäß läuft, ist das auch kein Pro­blem.

Es darf hin­ge­gen nicht sein, dass Mit­ar­bei­ter das Sys­tem der Retou­ren zu ihrem eige­nen Vor­teil aus­nut­zen. In die­sem Fall wird ein Gegen­stand als „zurück­ge­ge­ben” in der Kas­se regis­triert und das Geld wird aus­ge­zahlt. Den Betrag erhält jedoch kein unzu­frie­de­ner Kun­de – den es hier gar nicht gibt – son­dern der Mit­ar­bei­ter selbst.

2. Unregelmäßigkeiten durch Sweethearting

Unregelmäßigkeiten an der Kasse: SweetheartingBeim Swee­the­ar­ting (engl. Swee­the­art = Lieb­ling) erfolgt der Ver­lust auf­grund von Ware, die ein Mit­ar­bei­ter an Freun­de, Fami­lie oder auch Kol­le­gen ver­schenkt. So feh­len am Ende sowohl die Ware als auch die Ein­nah­men, die ent­stan­den wären.

Unbe­rech­tigt gewähr­te Mit­ar­bei­ter­ra­bat­te oder eigen­mäch­tig redu­zier­te Prei­se fal­len eben­falls in die­se Kate­go­rie. Das soge­nann­te Custo­mer Swee­the­ar­ting ist die wohl am wei­tes­ten ver­brei­te­te Vari­an­te. Allein im US-ame­ri­ka­ni­schen Ein­zel­han­del führt die „Kun­den­lie­be” zu jähr­li­chen Ver­lus­ten von über 400 Mil­li­ar­den Dol­lar.

3. Unregelmäßigkeiten durch unberechtigtes Storno

Soll­te es beim Kas­sier­vor­gang zu einem Feh­ler gekom­men sein, kann er mit­tels Stor­no ein­fach beho­ben wer­den. So wird zum Bei­spiel ver­se­hent­lich dop­pelt gescann­te Ware stor­niert oder der Betrag für eine beim Scan­vor­gang beschä­dig­te Ware von der Rech­nung ent­fernt.

Die­ser Vor­gang kann jedoch aus­ge­nutzt wer­den. Der Mit­ar­bei­ter an der Kas­se scannt die Ware und nimmt das Geld dafür ord­nungs­ge­mäß ein. Doch nach­dem der Kun­de die Filia­le mit der Ware ver­las­sen hat, erfolgt eine Stor­nie­rung – und das Geld wird vom Mit­ar­bei­ter selbst ent­nom­men. Das Tücki­sche dar­an: Die Kas­se stimmt, der Bestand jedoch nicht mehr.

4. Unregelmäßigkeiten durch Punktekarten

Unregelmäßigkeiten an der Kasse: Punktekarten„Sam­meln Sie Punk­te?” Punkte­kar­ten wie Pay­back oder auch die Deutsch­land Card sind ein nütz­li­ches Instru­ment zur Kun­den­bin­dung. Lei­der ermög­li­chen sie auch einen Miss­brauch. Ist zum Bei­spiel bei einem Kun­den kei­ne Kar­te vor­han­den, kann ein Mit­ar­bei­ter die Punk­te für den getä­tig­ten Ein­kauf unrecht­mä­ßig sei­nem eige­nen Kon­to zurech­nen las­sen. Im Lau­fe eines Jah­res kom­men so durch­aus meh­re­re hun­dert Euro zusam­men, die gegen Bar­geld, Ein­kaufs­gut­schei­ne oder Geschen­ke ein­ge­tauscht wer­den kön­nen.

Wel­che Aus­ma­ße ein sol­cher Miss­brauch anneh­men kann, zeig­te ein Fall bei der Tele­kom im Jahr 2016. Ange­stell­te hat­ten rund 40 Mil­lio­nen Pay­back-Punk­te für Ver­trags­ab­schlüs­se ihren eige­nen Kon­ten gut­ge­schrie­ben statt die­se den Kun­den­kon­ten zuzu­ord­nen.

So hilft Ihnen SAP Loss Prevention by Fujitsu

In Zei­ten von Big Data und Retail 4.0 las­sen sich gro­ße Daten­men­gen in Echt­zeit über­wa­chen und Mus­ter fin­den. SAP Loss Pre­ven­ti­on by Fuji­tsu stellt Ihnen das not­wen­di­ge Werk­zeug zur Ver­fü­gung, um die Daten­men­gen, die in einer Filia­le anfal­len, auf­zu­be­rei­ten, zu struk­tu­rie­ren und über­sicht­lich dar­zu­stel­len. Auf die­ser Basis sehen Sie dann auf einen Blick, an wel­chen Punk­ten bei Ihnen wirk­lich Unre­gel­mä­ßig­kei­ten auf­tre­ten – und kön­nen den Ursa­chen ent­ge­gen­ar­bei­ten. Das web­ba­sier­te Tool kann auf den unter­schied­lichs­ten End­ge­rä­ten genutzt wer­den und lässt Sie in Echt­zeit auf Ihre Daten zugrei­fen. So haben Sie jeder­zeit Ihre wich­tigs­ten KPIs im Blick.

Und so gehen wir bei der Imple­men­tie­rung von SAP Loss Pre­ven­ti­on by Fuji­tsu in Ihrer Filia­le vor: Gemein­sam mit Ihnen set­zen wir Schwel­len­wer­te („Trigger”/ Mus­ter). Die­se wer­den durch die bei Ihnen gän­gi­gen Geschäftsaktivitäten/ Kas­sen­pro­zes­se und die bereits bekann­ten Schwach­stel­len defi­niert. Die Schwel­len­wer­te die­nen dann als Grund­la­ge für eine gan­ze Rei­he von „Stan­dard-Repor­tings”. Dar­über hin­aus ist es (z. B. für Fach­ab­tei­lun­gen) jeder­zeit mög­lich, indi­vi­du­ell benö­tig­te Ana­ly­sen zu gene­rie­ren. Mit Hil­fe des Data-Mining-Ansat­zes kön­nen Sie wei­te­re, von Mit­ar­bei­tern unab­hän­gi­ge Schwach­stel­len iden­ti­fi­zie­ren, um Inven­tur­dif­fe­ren­zen zu ver­hin­dern.

Sie möch­ten mehr über SAP Loss Pre­ven­ti­on by Fuji­tsu erfah­ren? Dann spre­chen Sie uns ein­fach an.

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