Wie man mit der Anwendungslandschaft auch sein Geschäftsmodell modernisiert

Auf den ersten Blick scheint Application Modernization ein IT-Thema zu sein. Doch wer die Anwendungen neu organisiert, optimiert gleichzeitig Prozesse, Daten-Nutzung und Collaboration.

Der Erfolg der Firmenspitze beginnt im Keller. Ob es um den Eintritt in neue Märkte geht, um Merger & Akquisitionen oder eine Strategie gegen den Fachkräftemangel: die Wirksamkeit jeder strategischen und operativen Entscheidung basiert auf der Verfügbarkeit von Daten und Anwendungen. Ob Daten schnell und qualitativ hochwertig bereitstehen, ob Prozesse durchgängig funktionieren und alle Stakeholder*innen involviert sind, entscheidet sich im Rechenzentrum des Unternehmens – oft also im Keller. Es lohnt sich, einen Blick hineinzuwerfen. Auch, wenn man nicht immer das sieht, was man gern sehen würde.

Um beim sprachlichen Bild des Kellers zu bleiben: aufgeräumte Regale mit säuberlich beschrifteten Fächern zeigen sich dort selten. Das fängt schon bei der Zahl der Anwendungen an. Auf die Frage nach dieser Menge hören meine Kolleg*innen oft Schätzwerte wie „um die 200…“. Macht man dann im Keller Licht und entfernt die Spinnweben, summiert sich das Ganze nicht selten auf bis zu 1500.

Wenn intern „Kobolde“ ausgebildet werden müssen

Uns überrascht das nicht. Wenige unternehmerische Assets legen seit Jahrzehnten eine solche Entwicklung hin wie die IT. Was Mitte vorigen Jahrhunderts als EDV angefangen hat, ist heute ein Wettbewerbsfaktor. Und so entstanden über die Firmengeschichte hinweg immer die selbstentwickelten Anwendungen, die jeweils gebraucht wurden. Weit entfernt von den heutigen Ansprüchen an Dokumentation und Standards. Es ist nicht erstaunlich, dass so manche CEO alte ITler aus dem Ruhestand zurückholen, weil sie die Einzigen sind, die den Code verstehen. Es verwundert genau so wenig, dass inhouse „Kobolde“ ausgebildet werden müssen, wenn die Aktualisierung COBOL-basierter Mainframes ansteht.

Diese Entwicklung macht eines deutlich: Anwendungs-Modernisierung ist kein „IT-Projekt“. Wer Rechenzentrum und Applikationen wertschöpfend managen will, braucht einen Plan. Fujitsus Application Landscape Assessment Service (ALAS) analysiert zunächst den Ist-Zustand und skizziert dann eine Vision. Hier geht es etwa um die Frage, ob das Unternehmen Workloads in die Cloud migrieren will oder ob überhaupt weiterhin eine eigene Software-Entwicklung sinnvoll ist. Auf dieser Basis entsteht dann eine Roadmap, die die Vision in die Realität umsetzt.

Das gesamte Vorhaben beginnt mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung. Passen die bestehenden Anwendungen zu unseren Prozessen? Wie verändern sich die Business-Anforderungen? Welche Applikationen sind geschäftskritisch – und was ist mit den dahinterstehenden Datenbanken? Bei der Klärung dieser Fragen sollten nicht nur Informatiker*innen am Tisch sitzen, sondern auch die Eigner*innen der jeweiligen Anwendungen, Vertreter*innen der Fachbereiche und im Idealfall Mitarbeiter*innen des Finanzchefs (in Deutschland berichten viele CIOs an den CFO). Sehr gute Erfahrungen beobachten wir in Unternehmen, die alle IT-Nutzer*innen als interne Kund*innen der IT-Abteilung betrachten und Kundenbeziehungsmanager*innen als Vermittler*innen zwischen den Welten einsetzen.

Was kann Applikationsmodernisierung leisten?

Vier Elemente der Modernisierung

Was heißt nun Modernisierung genau? Grob gesagt, sprechen wir von einer Transformation in vier Elementen: Abschalten (Decomission), Bewahren (Keep), Migrieren und Modernisieren. Sehen wir uns die Einzelteile an:

Abschalten“ klingt simpel. Um das Bild des vollgestopften Kellers zu bemühen: So eine Entrümpelungsaktion kann richtig erleichternd sein. Leider ist das in der IT nicht so einfach. Gemäß der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) muss das Unternehmen sicherstellen, bestimmte Daten über lange Zeiträume nicht nur zu archivieren, sondern auch verfügbar zu halten.

Auch „Bewahren“ schützt nicht vor Aufwand. Der Beitrag jeder Anwendung ist zu evaluieren, inklusive Patches und Upgrades. Sollen die ausgewählten Applikationen neu konfiguriert werden? Soll ein Service dazu gekauft oder gebucht werden? Wie steht es um Lizenzen und Support?

Bei der Migration stellt sich die Frage nach einem Re-Hosting. Will das Unternehmen sein Rechenzentrum in ein neues Rechenzentrum umziehen oder führt der Weg in die Cloud? Welche Cloud(s) – public oder private? Wie sieht die für dieses Unternehmen optimale hybride IT-Umgebung aus? Was ist mit den Datenbanken? Können diese als As-a-Service von einer Plattform bezogen werden?

Die Modernisierung umfasst Entscheidungen zu Refactor, Rearchitect und Rebuild. Das heißt: Anwendungen können neu designt und optimiert werden. Die Veränderungen an der Architektur können sehr weit reichen, etwa dann, wenn eine monolithische Struktur aufgelöst und an die Arbeit mit Micro-Services angepasst werden soll. Rebuild würde heißen, ganz neu anzufangen, um neue Anforderungen aufzunehmen und die Umsetzung von alten beziehungsweise veralteten Anforderungen zu entsorgen.

Wettbewerb in der VUCA-Welt

Fazit: die Modernisierung der Applikationen ist ein Vorhaben, das firmenintern ganze Abläufe und Strukturen auf den Prüfstand stellt. Aufschieben lässt sich das nicht mehr. In einer VUCA-Welt (Volatilität, Unsicherheit, Complexity, Ambiguität) setzt sich an die Spitze, wer schnelle und qualitativ gute Entscheidungen trifft – datenbasierte Entscheidungen. Daher braucht es den Fokus auf die Verfügbarkeit hochwertiger, aktueller Daten für ALLE Stakeholder*innen eines bestimmten Prozesses, Produktes oder Services. Collaboration muss sicher und abteilungsübergreifend möglich sein.

Wer ein solches Projekt mit internen Mitteln stemmen will, dem fehlt der klare Blick von außen. Fujitsu bringt Expertise aus verschiedensten Transformationsprojekten mit. Fragen Sie uns!

Sie wollen mehr wissen? In unserer neuen WebCast-Reihe „Inform now“ am 5. April 2022 werden wir diese Themen näher ausführen. Hier geht’s zur Anmeldung.

Weitere Informationen

„Sind bestehende Applikationen ein Klotz am Bein?“ Eine ausführliche Antwort finden Sie hier im Video:

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Weitere Informationen gibt es auch in dieser Case Study:  Sweden’s National Pensions Board (SPV).



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