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„Ich hatte nie das Gefühl, komplett den Anschluss zu verlieren”: Familie und Beruf – Väter in Elternzeit bei Fujitsu

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Wenn wir an Eltern­zeit den­ken, haben wir oft das „klas­si­sche Modell” im Kopf. Die Mut­ter bleibt zu Hau­se, wäh­rend der Fami­li­en­va­ter nor­mal wei­ter arbei­tet. Edmund ent­schied sich damals anders. Er ging als einer der ers­ten Väter bei Fuji­tsu in „Väter­zeit” und möch­te sie rück­bli­ckend auf gar kei­nen Fall mis­sen. Eben­so wie Kol­le­ge Micha­el schätzt er den erleb­ten „All­tag” und die tie­fe Bin­dung zu sei­nem Kind. Man­geln­de Infor­ma­tio­nen, die eige­nen Vor­stel­lun­gen oder die der Vor­ge­setz­ten und Kol­le­gen ste­hen den Vätern bei ihrem Vor­ha­ben jedoch oft­mals im Weg. Dabei wün­schen sich vie­le Män­ner mit min­der­jäh­ri­gen Kin­der mehr Zeit für die Fami­lie. Das ergab eine Umfra­ge von „Erfolgs­fak­tor Fami­lie”. Micha­el und Edmund erzäh­len uns, wie sie die­sen Wunsch durch­ge­setzt haben und wel­che Erfah­run­gen sie aus ihrer „Väter­zeit” mitbringen.

Familienpakt_BayernIm Jahr 2015 ergab das ers­te „Väter­ba­ro­me­ter”, das sich mehr als die Hälf­te der Befrag­ten kür­ze­re Arbeits­zei­ten wün­schen. Immer­hin noch 20 Pro­zent wür­den ger­ne fle­xi­bel über die Lage der Arbeits­zei­ten ent­schei­den. Genau das kön­nen Väter bei Fuji­tsu. In vie­len Unter­neh­mens­be­rei­chen besteht die Mög­lich­keit, orts- und zeit­fle­xi­bel, zum Bei­spiel im Home Office, zu arbei­ten. Zudem las­sen sich die Arbeits­zei­ten zeit­wei­se redu­zie­ren. So ebnet Fuji­tsu Vätern den Weg, Fami­lie und Beruf bes­ser zu ver­ein­ba­ren. Sowohl Micha­el als auch Edmund nutz­ten die­se Chan­ce und so unter­schied­lich ihre Erfah­run­gen aus­se­hen: sie zie­hen ein gemein­sa­mes Fazit aus ihrer „Väter­zeit”. Bei­de möch­ten Väter ermu­ti­gen, von ihren Mög­lich­kei­ten Gebrauch zu machen und in Eltern­zeit zu gehen.

Die Kol­le­gen muss­ten nur einen über­schau­ba­ren Zeit­rah­men überbrücken

Man­geln­de Infor­ma­tio­nen erwei­sen sich laut dem „Väter­ba­ro­me­ter” als größ­te Hemm­schwel­le. Daher erzäh­len Edmund und Micha­el, was sie in ihrer Eltern­zeit erlebt haben. Edmund arbei­tet seit 20 Jah­ren bei Fuji­tsu. Er star­te­te im Bereich Sys­temboard-Ent­wick­lung und kam dann via Mul­ti­me­dia-Soft­ware­ent­wick­lung zur BIOS-Firm­ware-Ent­wick­lung. Zwei­mal ging er in Eltern­zeit – in den Jah­ren 2009 und 2012, jeweils für sie­ben Mona­te. Und obwohl der Gesetz­ge­ber die Auf­tei­lung in maxi­mal zwei Blö­cke vor­sieht, es für Edmund aber in drei Blö­cken bes­ser pass­te, fand das Unter­neh­men schnell eine pas­sen­de Sonderregelung.

Ich habe also in Blö­cken immer zwei bis drei Mona­te Eltern­zeit gemacht und dann wie­der zwei bis drei Mona­te gear­bei­tet. Das war viel bes­ser als sie­ben Mona­te am Stück raus zu sein. Die Kol­le­gen muss­ten immer nur einen über­schau­ba­ren Zeit­raum über­brü­cken und ich hat­te nie das Gefühl, kom­plett den Anschluss zu ver­lie­ren. Ich bin sehr froh, dass mei­ne Füh­rungs­kraft mich damals unter­stützt hat, als ich die­ses Vor­ge­hen vor­ge­schla­gen habe und dass auch die Per­so­nal­ab­tei­lung die­sen alter­na­ti­ven Weg mit­ge­gan­gen ist!

Als einer der ers­ten Väter nahm Edmund im Jahr 2009 Eltern­zeit in Anspruch. Die Furcht vor „schie­fen Bli­cken” bestä­tig­te sich für den Fami­li­en­va­ter nur zum Teil und das auch aus einem beson­de­ren Grund:

Eine wirk­lich nega­ti­ve Reak­ti­on der Kol­le­gen gab es nicht, aber 2009 schon ein paar schie­fe Bli­cke. Ich war ein­fach einer der ers­ten, der Eltern­zeit in Anspruch genom­men hat, das war schon etwas Beson­de­res. Lei­der gibt es immer noch sehr weni­ge Kol­le­gen, die Eltern­zeit in Anspruch neh­men. Ich möch­te die Zeit aber auf kei­nen Fall mis­sen und kann nur allen Vätern dazu raten.

Bei­de Väter wün­schen sich mehr Auf­klä­rung über die recht­li­che Situation

Micha­el hin­ge­gen kann sich an nicht einen ein­zi­gen „schie­fen Blick” erin­nern. Seit knapp zehn Jah­ren arbei­tet er für Fuji­tsu im Bereich der Hardware-Entwicklung.

2011 war ich beim ers­ten Kind zwei mal zwei Mona­te weg. Schon damals hat mich nicht nur mei­ne Füh­rungs­kraft toll unter­stützt, son­dern auch die Kol­le­gen haben mei­ne Ent­schei­dung voll mit­ge­tra­gen. Kei­ner hat das nega­tiv gese­hen! Beim zwei­ten Kind war ich dann ein­mal drei Mona­te und ein­mal einen Monat weg. Mehr als drei Mona­te wären schon schön, aber bei drei Mona­ten merkt man schon, das man „raus” war – das ist nicht so schön.

Auch Micha­el rät allen Vätern, Eltern­zeit zu neh­men, es „macht viel für die Bin­dung zum Kind aus”. Beson­ders schätzt er, dass damit der „All­tag” auch mal für Väter erleb­bar wird. Teil­zeit sei für ihn kei­ne Opti­on, umso mehr schätzt er die 35-Stun­den-Woche bei Fuji­tsu. So bleibt eben doch mehr Zeit für das Fami­li­en­le­ben. Bei­de Väter wün­schen sich eine bes­se­re Auf­klä­rung über die recht­li­che Situa­ti­on sowie die Mög­lich­kei­ten sei­tens der Arbeit­ge­ber. Wir neh­men Micha­el und Edmund beim Wort und star­ten noch im ers­ten Quar­tal die­ses Jah­res eine Info­kam­pa­gne, bei der auch eine Intra­net­sei­te zum The­ma online gehen soll. Zudem beken­nen wir uns ganz „offi­zi­ell” zu die­sem The­ma, mit der Mit­glied­schaft im „Fami­li­en­pakt Bayern”.

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