close

Ein extrem cooles Tool für Fujitsu: 1 Jahr DTC München

Workshop im Digital Transformation Center (DTC) in München
Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Im April 2018 hieß es in Mün­chen: Will­kom­men im Fuji­tsu Digi­tal Trans­for­ma­ti­on Cen­ter. Im ers­ten Digi­tal Trans­for­ma­ti­on Cen­ter (DTC) außer­halb Japans kön­nen Work­shop-Teil­neh­mer zusam­men mit Fuji­tsu Exper­ten die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on ihrer Unter­neh­men gestal­ten. Wir haben mit Laris­sa Nie­de­cken, Design Lead Digi­tal Trans­for­ma­ti­on Cen­ter, über die ers­ten zwölf Mona­te gesprochen.

Hallo Larissa. Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: nach einem Jahr DTC München – wie wird das Angebot denn angenommen? Wie viele Workshops gab es bisher?

Alles in allem wird das DTC mitt­ler­wei­le sehr gut ange­nom­men. Zu Anfang dau­er­te es natür­lich ein wenig, bis alles ins Lau­fen kam und uns wur­den vie­le Fra­gen gestellt: Was ist das eigent­lich? Was pas­siert da? Ist das jetzt eine dau­er­haf­te Einrichtung?

Ich selbst bin seit August 2018 dabei. Unge­fähr ab die­sem Zeit­punkt haben wir zusam­men mit dem Busi­ness Deve­lo­p­ment vie­le inter­ne Schu­lun­gen durch­ge­führt, um das DTC dem Ver­trieb rich­tig vor­zu­stel­len und die Poten­tia­le auf­zu­zei­gen. Rich­tig Schwung haben wir durch das Fuji­tsu Forum im letz­ten Novem­ber in Mün­chen erhal­ten. Dort hat­ten wir ein Mini-DTC errich­tet und den Besu­chern unse­ren Ansatz erklärt. Danach wur­den wir sozu­sa­gen überrannt.

YouTube

Mit dem Laden des Vide­os akzep­tie­ren Sie die Daten­schutz­er­klä­rung von You­Tube.
Mehr erfah­ren

Video laden

Zum zwei­ten Teil der Fra­ge: Für die EMEIA Kun­den haben wir letz­tes Jahr zwei DTCs eröff­net, in Lon­don und in Mün­chen. Ins­ge­samt haben hier seit der Eröff­nung ca. 150 exter­ne sowie zusätz­lich ca. 100 inter­ne Work­shops statt­ge­fun­den, also rund 250 Ses­si­ons in nur einem Jahr, eine Zahl auf die wir sehr stolz sind. Die­se ver­tei­len sich ziem­lich gleich­mä­ßig auf bei­de Cen­ter. In Japan gibt es die DTCs ja bereits seit vier Jah­ren und nun galt es zu tes­ten, ob das Kon­zept auch außer­halb Japans funk­tio­niert. Ein Maß­stab für den Erfolg des DTC ist der Net Pro­mo­ter Score (NPS) – eine Kenn­zahl, die mit dem Unter­neh­mens­er­folg kor­re­liert – kon­kret wie Fuji­tsu als Trus­ted Digi­tal Trans­for­ma­ti­on Part­ner am Markt gese­hen wird. Auf einer Ska­la von 1 bis 10 haben wir einen Schnitt von 8,8 erreicht – ein noch viel bes­se­rer Wert, als wir in die­ser ers­ten Pha­se zu errei­chen gewagt haben.

Aus welchen Branchen kommen die Teilnehmer der externen Workshops?

Am stärks­ten sind im DTC Mün­chen die Bran­chen Auto­mo­ti­ve, Manu­fac­tu­ring und Public Sec­tor ver­tre­ten. Was uns über­rascht hat, ist, dass sich bei­spiels­wei­se auch Schu­len, Uni­ver­si­tä­ten und poli­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen dafür inter­es­sie­ren. Inter­es­san­ter­wei­se sind in Lon­don wie­der­um die Berei­che Finan­ce und Retail stär­ker ver­tre­ten. Wir beob­ach­ten die Ent­wick­lung interessiert. 

Um auf den Manu­fac­tu­ring-Bereich und nach Mün­chen zurück zu kom­men: Hier sind es oft Unter­neh­men, deren aktu­el­les Geschäfts­mo­dell es in eini­gen Jah­ren nicht mehr geben wird. Sie besit­zen aber eine gro­ße Men­ge Daten und wol­len nun wis­sen, wie sie die­se zum Bei­spiel durch Künst­li­che Intel­li­genz effi­zi­en­ter nut­zen, einen höhe­ren Mehr­wert gene­rie­ren und so zukunfts­fä­hig sein kön­nen. Im Grun­de kön­nen wir aller­dings sagen, dass die­ses The­ma bran­chen­über­grei­fend von hoher Rele­vanz ist.

Bekommt ihr von den Teilnehmern Feedback, was ihnen zum Beispiel besonders gut gefällt?

Jeder Teil­neh­mer bekommt nach einem Work­shop einen Feed­back-Bogen, in dem wir unter ande­rem fra­gen, ob für sie das Ergeb­nis des Work­shops greif­bar und umsetz­bar ist und wie ihnen die Metho­den gefal­len haben. Die bis­he­ri­gen Bewer­tun­gen sind über­wie­gend sehr gut aus­ge­fal­len, auf einer Ska­la von 1 bis 5 lie­gen wir meis­tens bei 4 bis 5 Punk­ten. Auch in dem bereits erwähn­ten Net Pro­mo­ter Score („Wür­dest du dei­nen Freun­den die­sen Work­shop wei­ter­emp­feh­len?“) lie­gen wir bei 8 oder höher. 

Beson­ders posi­ti­ve Rück­mel­dun­gen bekom­men wir für die Tools zur Ver­schmel­zung von ana­lo­ger und digi­ta­ler Welt. Im Lau­fe eines Work­shops wer­den Ideen und Ergeb­nis­se direkt auf Zet­teln notiert, die­se digi­ta­li­sie­ren wir unmit­tel­bar, so dass wir die Inhal­te auf den inter­ak­ti­ven Boards nut­zen kön­nen. Damit sind wir dann auch im Nach­gang des Work­shops extrem fle­xi­bel – und kön­nen zum Bei­spiel, wenn jemand das Work­shop-The­ma nach einem Jahr wie­der auf­grei­fen will, sehr schnell wie­der den letz­ten Stand ein­blen­den und naht­los ansetzen.

Ergebnisse der Workshops der FUJITSU Digital Transformation CenterDar­über hin­aus sind auch die Inspi­ra­ti­on Cards ein wich­ti­ger Bestand­teil des Work­shops. Das sind Ideen, die aus vor­he­ri­gen Work­shops ent­stan­den und von Fuji­tsu ver­bild­licht wur­den. Die­se geben den Teil­neh­mern wert­vol­le Inspi­ra­tio­nen und beschleu­ni­gen die Krea­ti­vi­tät und Ideen­fin­dung. Man kennt das ja selbst – wenn einem jemand sagt „Jetzt schreib eine Idee auf“, dann ist man völ­lig blo­ckiert. Das ist völ­lig nor­mal. Wenn es dann aber zum Bei­spiel eine Kar­te mit einer VR-Bril­le gibt, inspi­riert das zu einem neu­en Denk­an­satz: „Oh, so eine Bril­le könn­te mir in mei­nem Werk hel­fen, Gefah­ren­stel­len zu erken­nen“. Es geht nicht dar­um, die Kar­ten 1:1 zu über­neh­men, son­dern sich ein­fach inspi­rie­ren zu lassen.

Erfahrt ihr eigentlich auch etwas über die Umsetzung der Workshop-Ergebnisse in den Unternehmen?

Das ist ganz unter­schied­lich. Vor dem Co-crea­ti­on Ansatz haben wir einen ande­ren Ansatz namens „Activ8“ ver­folgt. Aus die­sem sind bereits kon­kret umge­setz­te Pro­jek­te ent­stan­den, wie zum Bei­spiel die Wind­rä­der von Sie­mens Game­sa. Da es das DTC in Mün­chen erst ein Jahr gibt, befin­den sich vie­le Pro­jek­te noch im Pro­of of Con­cept-Sta­di­um. Dar­über kön­nen wir natür­lich noch nicht berich­ten, bekom­men aber regel­mä­ßi­ges Feed­back über den Sta­tus der Pro­jek­te. Gene­rell liegt die Kon­ver­sa­ti­ons­ra­te bei etwa 70% – also bei fast drei­vier­tel aller Work­shops steht am Ende ein kon­kre­tes Projekt. 

Was sind deine Highlights aus einem Jahr DTC München?

Mein abso­lu­tes High­light war auf jeden Fall die Ein­la­dung zur Fir­men­zen­tra­le in Japan im März. Dort haben sich Ver­tre­ter aller Fuji­tsu DTC welt­weit getrof­fen und sich aus­ge­tauscht: Was funk­tio­niert, was nicht? Wel­che The­men brau­chen wir zusätz­lich? Wo brau­chen wir wei­te­re Exper­ten? An was kön­nen wir arbei­ten, um uns selbst kon­ti­nu­ier­lich zu ver­bes­sern? Dafür nut­zen wir dann auch unse­ren eige­nen Ansatz. Beson­ders toll fand ich es, dass ande­re DTC von uns ler­nen wol­len, da es bei uns so gut läuft. So ein Aus­tausch ist ab sofort ein­mal im Jahr geplant. Der Erfolg hat die Zen­tra­le in Japan nun auch dazu moti­viert, in Syd­ney und Mel­bourne zwei wei­te­re DTC zu eröffnen.

Ein wei­te­res High­light war der erwähn­te Erfolg des Mini DTC auf dem Fuji­tsu Forum und gene­rell die gute Annah­me der Idee eines Digi­tal Trans­for­ma­ti­on Cen­ters. Wir bekom­men oft das Feed­back, dass es sich um ein wirk­lich tol­les The­ma han­delt, das jung und agil ist. So etwas freut uns dann richtig.

Wenn du auf ein Jahr Digital Transformation Center in München zurückblickst – wie sieht dein Fazit aus?

Ich fin­de es ein extrem coo­les Tool für Fuji­tsu! Ich bin selbst noch rela­tiv jung und begeis­tert, dass wir hier ein Tool haben, das modern ist und mit dem Markt geht. Rück­bli­ckend auf das ver­gan­ge­ne Jahr bin ich völ­lig zufrie­den – und immer noch mit Begeis­te­rung bei der Sache, weil der Umgang mit den Kun­den in der krea­ti­ven Umge­bung viel Spaß macht und die­se am Ende der Work­shops mit neu­en Ideen und kon­kre­ten Ansät­zen nach Hau­se gehen. 

Was wünscht du dir für die Zukunft im DTC München?

Wir haben gera­de mit einem mobi­len Ansatz für Kun­den begon­nen, die zum Bei­spiel in Ham­burg sit­zen und nicht ein­fach so zu uns nach Mün­chen kom­men kön­nen. Für die­se Fäl­le gibt es zwei mobi­le Moni­to­re in Flight­ca­ses, mit denen wir zum Kun­den rei­sen und dort Work­shops vor Ort machen kön­nen. Gene­rell wür­de ich immer das DTC in Mün­chen emp­feh­len, um ein­fach raus aus dem gewohn­ten Umfeld zu kom­men, aber die­ses Ange­bot stellt eine tol­le Alter­na­ti­ve dar, die wir hof­fent­lich zukünf­tig eben­so erfolg­reich nut­zen werden.

Ich wür­de mir außer­dem wün­schen, mehr Pro­dukt-The­men zu behan­deln. Das wären dann Ant­wor­ten auf die Fra­gen nach dem Rechen­zen­trum der Zukunft oder Hybrid IT-Cloud-Stra­te­gien. Ich glau­be, auch hier kön­nen wir die Stär­ken des Digi­tal Trans­for­ma­ti­on Cen­ters voll ausspielen.

Vielen Dank für das spannende Interview, Larissa.

Schlagwörter: , , , ,

Story Page