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Wir müssen uns mit der Natur arrangieren – Andrew Lewis über IKT im Bezug auf den Klimawandel

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Klima Fujitsu PerspectivesSeit der Mensch exis­tiert, muss er mit dem Kli­ma klar­kom­men. Oft genug hat uns die Natur dabei bewie­sen, das sie die Stär­ke­re bleibt. Immer wie­der errei­chen uns durch die Medi­en Mel­dun­gen von ver­hee­ren­den Natur­ka­ta­stro­phen. Im Dezem­ber 2015 zum Bei­spiel tob­ten gleich drei Unwet­ter­fron­ten über Groß­bri­tan­ni­en hin­weg. Die Sturm­tiefs „Des­mond”, „Eva” und „Frank” rich­te­ten allein in Schott­land gro­ße Schä­den an. Allein dort sorg­te „Frank” für Strom­aus­fall in 5500 Haus­hal­ten. Das Wet­ter kön­nen wir nicht beein­flus­sen, aber wir kön­nen unser Kata­stro­phen­ma­nage­ment opti­mie­ren – bevor etwas geschieht.

Fakt ist: Bereits vor dem Men­schen begann der his­to­ri­sche Kli­ma­wan­del. Ange­trie­ben von der Ent­wick­lung und der wach­sen­den Welt­be­völ­ke­rung legt er ledig­lich an Tem­po zu. Pro­gno­sen über sei­ne Aus­wir­kun­gen wir­ken ver­hee­rend und ver­tei­len sich ungleich­mä­ßig auf die Land­wirt­schaft und die Ent­wick­lungs­län­der. Wet­ter bleibt glo­bal – wir alle müs­sen mit dem leben, was kommt. In sei­nem eng­lisch­spra­chi­gen Arti­kel „How ICT Can Help Adapt to Cli­ma­te Chan­ge” emp­fiehlt Andrew Lewis, Chief Archi­tect for Sus­taina­bi­li­ty, Fuji­tsu, die Kli­ma­pro­ble­ma­tik von zwei Sei­ten zu betrach­ten. Zum einen müs­sen wir unse­ren Ein­fluss mini­mie­ren, zum ande­ren die Aus­wir­kun­gen im Auge behal­ten. Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik kann uns dabei helfen. 

Heute lassen sich potentielle Gefahren vorhersagen

Die Ent­wick­lun­gen der Natur las­sen sich nicht auf­hal­ten. Heu­te kön­nen wir im Gegen­satz zu frü­her jedoch Vie­les vor­her­sa­gen. Tech­no­lo­gien wie Remo­te-Sen­so­ren und Geo­gra­fi­sche Infor­ma­ti­ons­sys­te­me (GIS) in Kom­bi­na­ti­on mit wei­te­ren Devices hel­fen uns, extrem leis­tungs­fä­hi­ge Anwen­dun­gen zu ent­wi­ckeln. Daten bil­den die Grund­la­ge für ein enor­mes Wis­sens­fun­da­ment. Je eher wir von einer dro­hen­den Gefahr wis­sen, des­to bes­ser kön­nen wir auf sie reagie­ren. Bereits im All­tag beein­flus­sen sozia­le Medi­en und das Inter­net unse­re Mei­nung. Wir schi­cken per­ma­nent Daten auf den Weg, wir tei­len sie und emp­fan­gen sie in Echt­zeit. Auch im Kata­stro­phen­ma­nage­ment kön­nen uns die­se Model­le nüt­zen. Per Satel­lit und über mobi­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge kön­nen wir Infor­ma­tio­nen vor allem schnell über­tra­gen. Dro­hen­de Gefah­ren in poten­ti­el­len Kri­sen­ge­bie­ten erken­nen wir somit rascher und kön­nen schnel­ler reagie­ren, um das Schlimms­te viel­leicht zu verhindern.

Klimawandel

Das gilt auch für die Zukunft. Aus­sa­ge­fä­hi­ge Kli­ma­mo­del­le ken­nen wir bis­lang auch aus Hol­ly­wood. So pro­phe­zeit Regis­seur Roland Emme­rich in sei­nem End­zeit-Thril­ler „The Day after tomor­row” das Ende der Erde durch die glo­ba­le Erwär­mung. Tat­säch­lich kön­nen Super­com­pu­ter und Satel­li­ten im Team Pro­gno­sen auf­stel­len. Auf der Basis von Unmen­gen an Daten lässt sich die kli­ma­ti­sche Ent­wick­lung unse­rer Welt bis zu einem gewis­sen Grad vor­her­sa­gen. Wie sich unser Wet­ter tat­säch­lich ent­wi­ckelt, müs­sen wir aller Berech­nun­gen zum Trotz abwarten.

Eines dürfen wir nicht tun – die Hände in den Schoß legen und abwarten

Was Natur­ka­ta­stro­phen anbe­trifft, soll­ten wir die Hän­de im Gegen­satz dazu nicht in den Schoß legen. Steht uns das Was­ser im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes bis zum Hals, ist es zu spät. Sen­so­ren, GIS Map­ping, Big Data Ana­ly­tics und mobi­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le erleich­tern uns das akti­ve Kata­stro­phen­ma­nage­ment. Genau­so wie den Wie­der­auf­bau nach einer Kata­stro­phe. Schlägt die Natur zu, hin­ter­lässt sie oft Ver­wüs­tung. Mit IKT kön­nen wir Dör­fer und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­net­ze schnel­ler wie­der auf­bau­en. Eines tei­len sich all die­se Theo­rien und Model­le. Sie basie­ren auf Daten.

KlimawandelWir müs­sen jeder­zeit und über­all auf der Welt auf sie zugrei­fen kön­nen. Unser Plan funk­tio­niert nur, wenn gesam­mel­te Daten auch zur Ver­fü­gung ste­hen und nicht in einem inter­nen Spei­cher unbe­merkt vor sich hin schlum­mern. Genau wie in der Human Centric Inno­va­ti­on kön­nen wir nur auf der Basis von schnel­len Infor­ma­tio­nen alle zu ech­ten Inno­va­tio­nen bei­tra­gen. Egal, wo wir uns gera­de auf­hal­ten. Eben­so drin­gend wie Daten benö­ti­gen Tech­no­lo­gie, For­schung und Ent­wick­lung finan­zi­el­le Mit­tel. In Ent­wick­lungs­län­dern feh­len die­se aber gera­de dort braucht die Bevöl­ke­rung Unter­stüt­zung. Vor­tei­le bie­tet hier die Daten­spei­che­rung in einer Cloud. Län­der kön­nen so auf das Wis­sen und die Daten ande­rer Län­der zugrei­fen – ohne viel Budget.

Eini­ge Ansät­ze bewäh­ren sich bereits jetzt in der Pra­xis. Zum Bei­spiel steckt hin­ter dem Pro­jekt „Viet­nam Par­ti­ci­pa­to­ry Dis­as­ter Pre­ven­ti­on Sys­tem” eine gemein­schaft­li­che Arbeit der Fuji­tsu Limi­ted und Fuji­tsu Viet­nam Limi­ted sowie dem Japan Inter­na­tio­nal Coope­ra­ti­on Agen­cy (JICA). Die­ses Früh­warn­sys­tem sam­melt vor Ort Daten und bezieht Aus­wer­tung des Twit­ter Traf­fics der Regi­on ein, um vor einer mög­li­chen Über­schwem­mun­gen zu war­nen – recht­zei­tig. Die poten­ti­ell betrof­fe­ne Bevöl­ke­rung erfährt auf dem ein­fachs­ten Wege von der dro­hen­den Gefahr – über eine App. Ein sol­ches Sys­tem eig­net sich auch her­vor­ra­gend für Län­der, die sich kein Equip­ment zur sen­sor­ba­sier­ten Über­wa­chung leis­ten können.

Im Alleingang kommen wir nicht ans Ziel – nur im Team

TeamDas „Viet­nam Par­ti­ci­pa­to­ry Dis­as­ter Pre­ven­ti­on Sys­tem” zeigt nur ein Bei­spiel von vie­len viel­ver­spre­chen­den Ansät­zen. Zwar ver­än­dert sich unse­re Welt und Netz­wer­ke ver­dich­ten sich Tag für Tag. Den­noch man­gelt es in den am schwers­ten von Natur­er­eig­nis­sen betrof­fe­nen Gebie­ten oft am Bud­get, an geeig­ne­ten Infra­struk­tu­ren und an IKT-Kom­pe­ten­zen. An die­ser Stel­le müs­sen wir unter­stüt­zen. Letzt­lich kön­nen wir die Natur nicht beein­flus­sen, aber wir kön­nen Hand in Hand arbei­ten, um uns vor kata­stro­pha­len Ereig­nis­sen so gut es geht, zu schüt­zen. Eines dür­fen wir dabei eben­falls nicht ver­ges­sen. Betrof­fe­ne Regio­nen brau­chen auch Res­sour­cen, um ihre eige­ne Wirt­schaft anzu­kur­beln. Betrach­ten wir dabei unser welt­wei­tes Kli­ma, kön­nen wir ein gemein­sa­mes Fazit ziehen.

Stillstand gehört nicht zum Wesen der Natur – genauso wenig wie zum Menschen

Kli­ma steht nie still, genau­so wenig wie der Mensch. Wir leben in Zei­ten stän­di­ger Ver­än­de­rung und das gilt auch für unser Kli­ma. Wir dür­fen die Augen davor nicht ver­schlie­ßen, son­dern wir müs­sen neue Din­ge ent­wi­ckeln. Stra­te­gien, die im Ernst­fall Leben ret­ten kön­nen. Das gelingt uns nur im Team. Gegen­sei­ti­ge Unter­stüt­zung von Poli­tik, For­schung, Indus­trie und Nor­mungs­gre­mi­en sowie Fach­ver­bän­den bil­den die Vor­aus­set­zung für eine erfolg­rei­che Arbeit. Wir alle sind auf unser Kli­ma ange­wie­sen, egal ob in der Groß­stadt, auf dem Land oder in indus­tri­ell gepräg­ten Gebie­ten. Wir kön­nen die Natur nicht beein­flus­sen, aber wir kön­nen die Ent­wick­lung in eine bestimm­te Rich­tung len­ken – im Sin­ne des Menschen.

Den voll­stän­di­gen Bei­trag von Andrew Lewis fin­den Sie auf Inter­net­sei­te Fuji­tsu Per­spec­ti­ves. Sie möch­ten mehr erfah­ren? Kein Pro­blem, hier kom­men alle bis­her erschie­nen Bei­trä­ge im Überblick:

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