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Fujitsu Perspectives: Andrew Lewis und das Versprechen der „intelligenten Landwirtschaft”

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten
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Klei­ne­re Flä­chen, aber mehr Bedarf – eine der Her­aus­for­de­run­gen, der wir uns in der Land­wirt­schaft stel­len müs­sen

Ohne Land­wirt­schaft kann der Mensch nicht über­le­ben. Dabei gilt die Bran­che selbst bei wei­tem nicht als so „umwelt­freund­lich”, wie man auf den ers­ten Blick ver­mu­ten mag. Land­wir­te ver­brau­chen zwangs­läu­fig eine Men­ge Was­ser, Ener­gie und Dün­ge­mit­tel für ihre Tie­re und Fel­der. Sogar die Tie­re selbst gel­ten mit als Ver­ur­sa­cher der Treib­haus­gas-Emis­si­on. Somit beein­flusst die Land­wirt­schaft selbst den Kli­ma­wan­del, der die natür­li­chen Res­sour­cen unse­res Pla­ne­ten mit einem Schlag zer­stö­ren kann. Im Klar­text heißt das: in die­sem Fall beißt sich die berühm­te Kat­ze tat­säch­lich selbst in den Schwanz.

Dem gegen­über steht eine stei­gen­de Welt­be­völ­ke­rung, die auf lan­ge Sicht gese­hen mehr Platz und mehr natür­li­che Res­sour­cen ver­braucht. Nutz­flä­chen schrump­fen, wäh­rend der Nah­rungs­mit­tel­be­darf steigt. Wie kön­nen wir das kom­ple­xe und hoch emp­find­li­che Gebil­de „Agrar­wirt­schaft” auf­recht erhal­ten. Wie kön­nen wir den Ertrag stei­gern und die Umwelt­be­las­tung gleich­zei­tig redu­zie­ren? Mit die­sen Fra­gen beschäf­tigt sich Andrew Lewis, Chief Archi­tect for Sus­taina­bi­li­ty, Fuji­tsu, in sei­nem eng­lisch­spra­chi­gen Bei­trag auf Fuji­tsu Per­spec­ti­ves: Sus­tai­ning the World: the pro­mi­se of Smart Agri­cul­tu­re. 

Drei Erden, um den Nahrungsmittelbedarf im Jahr 2050 zu decken

Bereits heu­te gel­ten 11 Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung als unter­ernährt. Etwa 7,3 Mil­li­ar­den Men­schen leben aktu­ell auf der Erde, über 9 Mil­li­ar­den wer­den es im Jahr 2050 sein. Alle 2,6 Sekun­den erblickt ein Baby das Licht der Welt. Laut einem Bericht der „Welt” bräuch­ten wir im Jahr 2050 nicht Eine, son­dern drei Erden, um den täg­li­chen Bedarf der Men­schen bewäl­ti­gen zu kön­nen. Die Grün­de dafür lie­gen nicht nur im demo­gra­phi­schen Wan­del, son­dern auch in der Ver­schwen­dung. Jeden Tag schmei­ßen wir in den Indus­trie­län­dern Lebens­mit­tel in den Müll. Ein Drit­tel aller welt­weit vor­han­de­nen Lebens­mit­tel lan­den in der Ton­ne. 70 Pro­zent des welt­wei­ten Was­ser­vor­rats sickern in die Land­wirt­schaft.

IT-Far­ming bil­det einen wich­ti­gen Mei­len­stein der Zukunft

Trotz ihres Sta­tus als „gro­ßer Umwelt­ver­schmut­zer” hängt sie am meis­ten von den kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen ab. Dür­ren, Über­schwem­mun­gen, Stür­me und Hit­ze­wel­len kön­nen unse­re Res­sour­cen in Sekun­den­schnel­le zer­stö­ren. Um sol­chen Kata­stro­phen ent­ge­gen zu wir­ken, müs­sen wir nach Andrew Lewis an der rich­ti­gen Stel­le spa­ren – am Ein­satz unse­rer natür­li­chen Res­sour­cen. Tech­no­lo­gie und „intel­li­gen­te Land­wirt­schaft” kann uns dabei hel­fen. Bereits in den nächs­ten zehn Jah­ren hal­ten Exper­ten die tech­ni­schen Vorraus­set­zun­gen für IT-Far­ming für gege­ben.

Wissensaustausch als weiterer Schritt auf dem Weg in die digitale Landwirtschaft

Mit der Ent­wick­lung einer hyper­ver­netz­ten Welt, dem Inter­net der Din­ge und Big Data rücken fan­tas­ti­sche Sze­na­ri­en in greif­ba­re Nähe. Cloud-Ser­vices, weit ver­brei­te­te und leis­tungs­fä­hi­ge Cli­ent-Gerä­te sowie das „Schwei­zer Armee­mes­ser der digi­ta­len Welt”, das Smart­pho­ne, gehö­ren zu die­sen wich­ti­gen Vorraus­set­zun­gen für IT-Far­ming. Mit der Berech­nung von kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen, der Boden­be­schaf­fen­heit und des Wet­ters las­sen sich Tie­re und Pflan­zen in Zukunft opti­mal ver­sor­gen. Zusätz­lich kön­nen dank Sen­so­ren und Big Data Ana­ly­sen wich­ti­ge Indi­ka­to­ren eines Land­wirt­schafts­be­triebs stän­dig über­wacht wer­den. Machi­ne-to-machi­ne (M2M) heißt hier das Stich­wort. 

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„Dai­sy” auf dem Fuji­tsu Forum 2015

Ein prak­ti­sches Bei­spiel dafür fin­den wir bereits in Japan auf  dem etwas ande­ren Bauernhof„Akisai” oder in Dai­sy, unse­rer „Con­nec­ted Cow”. Dabei geht es nicht nur um die rei­ne tech­ni­sche Über­wa­chung des Betriebs oder der Tie­re, son­dern auch um den Wis­sens­aus­tausch unter­ein­an­der. Tech­no­lo­gie soll die Land­wir­te in ihrem Wis­sen und ihrer Erfah­rung unter­stüt­zen. Dank daten­ge­stütz­ter Erkennt­nis­se bau­en die Mit­ar­bei­ter in „Aki­sai” Gemü­se ohne Che­mi­ka­li­en und Pes­ti­zi­de an. Sai­so­na­le Pro­duk­te ste­hen das gan­ze Jahr zur Ver­fü­gung und der Ertrag steigt auf­grund einer sta­bi­len und effi­zi­en­ten Umge­bung.

Keine unserer natürlichen Ressourcen können wir als unendlich bezeichnen

Ent­de­cken Sie aus der Per­spek­ti­ve von Andrew Lewis, was IT-Far­ming alles zu bie­ten hat. War­um wir die­sem The­ma eine hohe Bedeu­tung ein­räu­men müs­sen, liegt klar auf der Hand. Kei­ne unse­rer natür­li­chen Res­sour­cen kön­nen wir als „unend­lich” bezeich­nen. Ohne Nah­rung und eine intak­te Natur zieht der Mensch immer den Kür­ze­ren. Übri­gens, unse­re Kol­le­gin Susann hat den „etwas ande­rem Bau­ern­hof” Aki­sai im Rah­men ihres Japan-Auf­ent­halts besucht. Was sie dort erlebt hat, lesen Sie in ihrem Bei­trag: IT-Far­ming und Toma­ten im Inter­net: Mit Fuji­tsu und Susann für ein Jahr nach Tokio, Japan.

Alle Bei­trä­ge der Fuji­tsu Per­spec­ti­ves fin­den Sie hier. Bis­lang sind in die­ser Serie fol­gen­de Bei­trä­ge erschie­nen:

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